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Jena wird Exzellenzuniversität – Premiere für Thüringen

Die Friedrich-Schiller-Universität schafft den Sprung in die höchste Förderlinie der deutschen Spitzenforschung. In den ostdeutschen Flächenländern hatte bislang nur Dresden diesen Status.

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Uni-Präsident Andreas Marx (r.) und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) feiern den Jenaer Erfolg im Exzellenzwettbewerb.

Uni-Präsident Andreas Marx (r.) und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) feiern den Jenaer Erfolg im Exzellenzwettbewerb.

© Bodo Schackow/dpa

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena darf sich künftig Exzellenzuniversität nennen. Die Exzellenzkommission von Bund, Ländern und Wissenschaft wählte die Hochschule am Freitag als einen von fünf neuen Standorten für die Exzellenzstrategie aus. Für Thüringen ist es eine Premiere: Noch nie gehörte eine Hochschule des Freistaats zu den Exzellenzuniversitäten.

Damit gewinnt der Osten einen weiteren Standort in der höchsten Förderlinie des Programms. Außerhalb Berlins war bislang allein die TU Dresden als Exzellenzuniversität vertreten. Der Verbund Berlin University Alliance aus FU, HU und TU Berlin gehört ebenfalls zu den bereits geförderten Exzellenzstandorten. Jena war zudem unter den elf Neuanträgen die einzige Bewerbung aus einem ostdeutschen Flächenland.

Neben Jena wurden die Universitäten Freiburg und Köln neu ausgewählt. Hinzu kommen die Rhein-Main-Universitäten aus Darmstadt, Frankfurt und Mainz sowie das Ruhr Innovation Lab der Universitäten Bochum und Dortmund. Ab Januar 2027 werden damit bundesweit 15 Exzellenzstandorte gefördert.

Millionenförderung beginnt 2027

Mit dem Titel ist eine erhebliche zusätzliche Förderung verbunden. Für einzelne Exzellenzuniversitäten sieht das Programm grundsätzlich zehn bis 15 Millionen Euro pro Jahr vor, für Hochschulverbünde bis zu 28 Millionen Euro. Der neue Förderzeitraum beginnt am 1. Januar 2027 und läuft zunächst sieben Jahre. Danach werden die Standorte erneut überprüft.

Wie viel Geld Jena konkret erhält, steht noch nicht fest. Wissenschaftsrat und DFG teilten am Freitag mit, dass fast alle erfolgreichen Bewerber die möglichen Höchstsummen beantragt hätten. Weil mit fünf neuen Standorten die maximal mögliche Zahl ausgeschöpft wurde, müssen die beantragten Jahressummen im Durchschnitt um rund 21 Prozent reduziert werden. Bund und Länder stellen für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten künftig insgesamt 208 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Universitätspräsident Andreas Marx sprach von einer „großen Anerkennung für die Entwicklung unserer Universität“. Der Erfolg sei von vielen Menschen an der Hochschule und ihren Partnerinstitutionen gemeinsam möglich gemacht worden. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), der die Bekanntgabe gemeinsam mit Universitätsangehörigen in Jena verfolgte, verwies neben den zusätzlichen Mitteln vor allem auf die größere internationale Sichtbarkeit der Hochschule.

Zwei Forschungscluster ebneten Jena den Weg

Die entscheidende Voraussetzung hatte Jena bereits im Mai 2025 erfüllt. Damals wurden zwei Forschungsverbünde der Universität als Exzellenzcluster ausgewählt. Eine einzelne Universität benötigt mindestens zwei solcher Cluster, um sich überhaupt um den Status als Exzellenzuniversität bewerben zu können.

Der seit 2019 bestehende Cluster „Balance of the Microverse“ wird weitergefördert. Dort untersuchen Wissenschaftler, wie mikrobielle Gemeinschaften miteinander und mit ihrer Umwelt interagieren und wodurch ihr Gleichgewicht beeinflusst wird. Die Forschung spielt unter anderem für Gesundheit, Umwelt und Klima eine Rolle.

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Der zweite Cluster „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“ wird laut Friedrich-Schiller-Universität Jena seit Anfang 2026 gefördert. Forscher aus Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften untersuchen dort, wie gesellschaftliche Vorstellungen, Narrative und Zukunftsbilder entstehen und welchen Einfluss sie auf Konflikte, Zusammenhalt und gesellschaftlichen Wandel haben.

Mit beiden Erfolgen konnte Jena seinen rund 60 Seiten starken Antrag unter dem Titel „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas“ einreichen. Im Frühjahr und Sommer dieses Jahres prüften internationale Gutachter die Bewerber bei Besuchen vor Ort. Bewertet wurden nicht nur einzelne Forschungsprojekte, sondern die Strategie der Universität insgesamt, darunter Forschung, Lehre, Nachwuchsförderung, Infrastruktur, internationale Vernetzung und Kooperationen.

Thüringen investierte bereits Millionen in Jena

Der Freistaat hat den Ausbau der Spitzenforschung in Jena bereits vor der Entscheidung mit erheblichen Summen unterstützt. Allein für die Nachwuchsförderung in den beiden Exzellenzclustern stellt Thüringen bis 2028 zusätzlich 4,43 Millionen Euro bereit. Für „Balance of the Microverse“ entstand zudem das neue Microverse Center mit Gesamtkosten von rund 55,6 Millionen Euro.

Die Universität zählt nach ihren jüngsten veröffentlichten Zahlen rund 16.500 Studierende. Einschließlich des Universitätsklinikums arbeiten mehr als 10.000 Menschen für die Hochschule.

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