Iran-Krieg

US-Marine am Limit: Zerstörer-Flotte im Iran-Krieg unter Druck – Wartungsstau verschärft die Lage

Ein Großteil der US-Lenkwaffenzerstörer ist derzeit im Roten Meer und im Arabischen Meer im Einsatz. Doch ein wachsender Wartungsstau bringt die Flotte an ihre Grenzen.

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Der Zerstörer „USS Jason Dunham“ durchquert einen Kanal in Richtung Dschabal Ali für einen Hafenbesuch.

Der Zerstörer „USS Jason Dunham“ durchquert einen Kanal in Richtung Dschabal Ali für einen Hafenbesuch.

© MC3 Jonathan Clay/US Navy/dpa

Die US-Marine hat einen erheblichen Teil ihrer Lenkwaffenzerstörer für Operationen gegen den Iran in den Nahen Osten verlegt. Das berichtete das Fachportal Defense News unter Berufung auf das US-Zentralkommando Centcom. Nach Angaben des U.S. Naval Institute, das sich auf Daten der Navy und öffentlich zugängliche Quellen stützt, waren zum Stichtag 14. September zwei Zerstörer im Roten Meer und 13 weitere im Arabischen Meer im Einsatz.

Am Montag lief zudem der Zerstörer USS Stout der Arleigh-Burke-Klasse nach mehrmonatiger Ausbildung, Wartung und Zertifizierung vom Marinestützpunkt Norfolk zu einem neuen Einsatz aus. Das teilte die Naval Surface Force Atlantic mit.

Hohe Belastung schon vor dem Iran-Krieg

Die Beanspruchung dieser Schiffsklasse war laut Navy bereits vor Beginn des Iran-Kriegs hoch. Die USS Carney war zwischen September 2023 und Mai 2024 insgesamt 235 Tage im Einsatz und wehrte dabei 51 Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz ab. Die damalige Chefin der Marineoperationen, Admiral Lisa Franchetti, sagte der Besatzung nach deren Rückkehr, die US-Marine habe zuletzt im Zweiten Weltkrieg in vergleichbarem Umfang direkt mit einem Gegner gekämpft.

Das U.S. Fleet Forces Command lehnte gegenüber Defense News unter Verweis auf Geheimhaltungsvorgaben Auskünfte zur aktuellen Einsatzbereitschaft der Zerstörer und möglichen Auswirkungen auf künftige Einsatzpläne ab.

Wartung dauert deutlich länger als geplant

Nach einer Analyse des Haushaltsbüros des US-Kongresses (CBO) vom Dezember 2025 dauerten Grundüberholungen der Arleigh-Burke-Zerstörer, die zwischen 2011 und 2024 begonnen wurden, im Schnitt 26 Prozent länger als von der Navy zuletzt geplant. Der Arbeitsaufwand lag um acht Prozent über den Vorgaben.

Das CBO rechnet damit, dass Zerstörer dieser Klasse im Durchschnitt mehr als neun Jahre – rund 27 Prozent ihrer geplanten Dienstzeit – in der Werft verbringen. In den Wartungsplänen der Navy von 2012 waren nur etwa vier Jahre vorgesehen. Als Gründe nennt das CBO das steigende Alter der Flotte, verschobene Wartungen, verspätete Inspektionen und Vertragsvergaben, unerwartete Zusatzarbeiten sowie Verzögerungen bei Ersatzteilen. Das Durchschnittsalter der Zerstörer stieg demnach von zehn Jahren im Jahr 2011 auf 20 Jahre im Jahr 2024.

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Auch das Rechnungsprüfungsamt GAO stellte in einer Untersuchung vom Januar 2025 fest, dass die Navy trotz bewilligter Mittel von rund 25,9 Milliarden Dollar für die Wartung von Überwasserkampfschiffen in den Haushaltsjahren 2020 bis 2023 weiterhin unter einem Mangel an Ersatzteilen und qualifiziertem Personal leide.

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