LIVE

Kongresswahlen 2026

Liveticker zu den US-Midterms: Demokraten erobern laut US-Medien Mehrheit im gesamten Kongress

Die Republikaner verlieren laut Prognosen beide Kammern. Die Debatte um die Folgen der Wahl hat begonnen. Alle Ergebnisse, Reaktionen und Hintergründe im Liveblog.

10 Min
Der Capitol Hill, Sitz des US-Kongresses, am frühen Morgen. Kommt. mt dem Wahlergebnis die Trump-Dämmerung?

Der Capitol Hill, Sitz des US-Kongresses, am frühen Morgen. Kommt. mt dem Wahlergebnis die Trump-Dämmerung?

© J. Scott Applewhite/AP/dpa

DIE USA HABEN GEWÄHLT – DAS WICHTIGSTE ZU DEN MIDTERMS

  • Bei den Kongresswahlen haben die Demokraten nach übereinstimmenden Medienprognosen sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat von den Republikanern zurückerobert.
  • Präsident Donald Trump akzeptiert das Ergebnis in einer ersten Reaktion.
  • Bei den US-Zwischenwahlen standen am Dienstag (Ortszeit) alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der 100 Senatssitze zur Wahl. Nun stehen die ersten Ergebnisse fest.
  • Das Ergebnis der Kongresswahlen bestimmt, wie viel Rückhalt Donald Trump für die zweite Hälfte seiner Amtszeit hat. Er selbst stand nicht zur Wahl.
  • Die Wähler stimmten außerdem über zahlreiche Gouverneursposten, Parlamente der Bundesstaaten und einzelne Sachfragen ab.

Mittwoch, 4. November

6.53 Uhr: Jeffries kündigt Vorgehen gegen Korruption an

Der demokratische Fraktionschef Hakeem Jeffries hat nach dem Wahlsieg seiner Partei angekündigt, Verantwortliche für Korruption „zur Rechenschaft zu ziehen“. Die Amerikaner hätten deutlich gemacht, „dass sie genug vom Extremismus und genug von der Korruption“ hätten, sagte er vor Anhängern. Wer sich auf die Bereicherung seiner Familie, Freunde oder Spender konzentriere, verbessere nicht das Leben der Bevölkerung.

Jeffries vertritt einen Wahlkreis in New York und führt die Demokraten im Repräsentantenhaus seit 2023 als Nachfolger von Nancy Pelosi. Mit einer demokratischen Mehrheit könnte er nun zum Vorsitzenden der Kammer gewählt werden. Er wäre der erste Afroamerikaner auf diesem Posten und würde den Republikaner Mike Johnson ablösen.

6.45 Uhr: Demokrat Talarico nach Wahlsieg: „Wir haben Texas zurückerobert“

James Talarico hat als erster Demokrat seit 1994 eine landesweite Wahl in Texas gewonnen. Bei der Senatswahl setzte er sich laut Reuters unter Berufung auf Medienprognosen gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten Republikaner Ken Paxton durch. „Wir haben Texas gerade zurückerobert“, sagte Talarico anschließend laut BBC vor jubelnden Anhängern in Austin. „Wir haben gerade gezeigt, dass eine Politik der Spaltung einer Politik der Liebe nicht gewachsen ist.“ Sein Wahlkampf habe milliardenschweren Wahlkampfspendern zeigen sollen, dass die Macht dem Volk gehöre. „Ich werde euch immer dienen, ich werde immer für euch kämpfen“, versprach er.

James Talarico feiert seinen Senatswahlsieg vor Anhängern in Austin, Texas.

James Talarico feiert seinen Senatswahlsieg vor Anhängern in Austin, Texas.

© Chip Somodevilla/Getty Images/AFP

6.25 Uhr: Trump sieht auch Iran-Krieg als Grund für Wahlniederlagen

US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass der Iran-Krieg zu den Verlusten der Republikaner bei den Zwischenwahlen beigetragen hat. „Ich denke, ein Teil davon lag am Iran“, sagte er in einem Interview mit Fox News. Zugleich kündigte er an, aus seiner Sicht „verrückte“ Gesetzesvorhaben der Demokraten mit einem Veto zu stoppen. „Nach ein paar Monaten voller Vetos werden sie anrufen und sagen: ‚Wie kriegen wir das hin?‘ Und dann werden wir zusammenarbeiten.“

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

6.20 Uhr: Demokratin Haaland als erste indigene Frau zur Gouverneurin gewählt

Die Demokratin Deb Haaland ist Hochrechnungen zufolge als erste indigene Frau in der Geschichte der USA zur Gouverneurin gewählt worden. Haaland setzte sich im Bundesstaat New Mexico gegen den Republikaner Gregg Hull durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtete. Ihr Wahlsieg war in Umfragen vorhergesagt worden.

6.01 Uhr: Demokraten gewinnen Mehrheit in beiden Kongresskammern

Die Demokraten haben laut übereinstimmenden US-Medienberichten die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus gewonnen. Sie eroberten demnach sechs bislang republikanische Senatssitze und siegten auch in konservativen Hochburgen wie Texas, South Carolina und Iowa. In Kansas gewann mit dem Pastor Adam Hamilton erstmals seit fast einem Jahrhundert ein Demokrat eine Senatswahl. Im Repräsentantenhaus nahmen sie den Republikanern mindestens acht Sitze ab.

Reuters wertet den Wahlausgang als Ausdruck tiefer Unzufriedenheit mit Präsident Donald Trumps Wirtschaftspolitik und dem Iran-Krieg, der die Benzinpreise stark steigen ließ.

6 Uhr: Wahlschluss auf Hawaii und im Großteil Alaskas

Auch auf Hawaii und im Großteil Alaskas haben die Wahllokale geschlossen. Nur auf den westlichen Aleuten in Alaska können Wähler noch bis 7 Uhr deutscher Zeit ihre Stimme abgeben. Danach ist die reguläre Stimmabgabe in allen 50 US-Bundesstaaten beendet.

5.55 Uhr: Trump gibt unterlegenen Kandidaten die Schuld

US-Präsident Donald Trump hat nach den Wahlniederlagen der Republikaner eigene Verantwortung zurückgewiesen. „Ich stand nicht auf dem Stimmzettel, und wenn ich es getan hätte, hätten wir mit einem Erdrutschsieg gewonnen!“, schrieb er auf Truth Social.

Den texanischen Gouverneur Greg Abbott griff Trump persönlich an. Dieser hätte nicht verloren, wenn er nicht in den vergangenen sechs Monaten zum „RINO“ geworden wäre, schrieb Trump. Die Abkürzung steht für „Republican in Name Only“, also einen Republikaner nur dem Namen nach. Zudem kündigte Trump an, als politischer Kommentator die Gründe für Siege und Niederlagen der Kandidaten analysieren zu wollen.

5.50 Uhr: Demokraten erobern auch Senatsposten in Bundesstaaten Ohio und Kansas

Die US-Demokraten haben auch in den Bundesstaaten Ohio und Kansas den Senatssitz von den Republikanern erobert. In Ohio setzte sich der frühere demokratische US-Senator Sherrod Brown laut den Sendern CNN und CBS am Dienstag gegen den bisherigen republikanischen Mandatsträger Jon Husted durch.

In der Republikaner-Hochburg Kansas eroberten die Demokraten erstmals seit 1932 einen Senatssitz. Der demokratische Priester Adam Hamilton setzte sich in dem Bundesstaat im Mittleren Westen gegen den republikanischen Amtsinhaber Roger Marshall durch, wie Prognosen der Sender CNN und NBC vom Dienstag ergaben.

Insgesamt konnten die Demokraten in mindestens sechs Bundesstaaten Senatssitze erobern, darunter neben Kansas weitere traditionelle Hochburgen der Republikaner wie Texas und South Carolina. Neben dem Repräsentantenhaus errangen sie nun auch im Senat die Mehrheit.

5.37 Uhr Trump will Midterm-Ergebnis akzeptieren

Donald Trump hat am Dienstagabend erklärt, er werde das Ergebnis der Zwischenwahlen anerkennen und mit den Demokraten zusammenarbeiten. „Ich bin absolut bereit, diese Ergebnisse zu akzeptieren“, sagte er gegenüber US-Medien.

Die Verluste seiner Partei führte er darauf zurück, dass sein eigener Name diesmal nicht auf den Stimmzetteln stand. Zugleich bereue er seine Unterstützung für Kandidaten wie Darline Graham aus South Carolina nicht, die ihren Senatssitz verlor.

Zur Niederlage Grahams sagte Trump, deren im Juli verstorbener Bruder Lindsey hätte sich wohl durchgesetzt.

5.30 Uhr: Demokraten gewinnen in Kansas ersten Senatssitz seit 1932

Die Demokraten im Bundesstaat Kansas haben laut Hochrechnungen erstmals seit 94 Jahren einen Sitz im US-Senat erobert. Der Demokrat Adam Hamilton setzte sich gegen den Trump-Kandidaten Roger Marshall durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen berichtete.

5.25 Uhr: Republikaner verlieren Gouverneursposten in Texas

Erstmals seit mehr als 30 Jahren hat in Texas Hochrechnungen zufolge eine Demokratin die Gouverneurswahl gewonnen. Gina Hinojosa setzte sich gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durch, wie die Nachrichtenagentur AP und der Nachrichtensender CNN auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichteten.

5.19 Uhr: War das eine Trump-Wahl? Ja, sagte Trump – vor der Wahl

Donald Trump stand dieses Mal nicht auf dem Stimmzettel, forderte seine Anhänger aber auf, so zu wählen, als wäre er es. Die wirtschaftliche Bilanz von US-Medien stellt seine Zusagen den Ergebnissen gegenüber: Billigere Preise, einen Aufschwung und Zölle gegen das Handelsdefizit von einer Billion Dollar (umgerechnet rund 895 Milliarden Euro) hatte er versprochen.

Auch in den USA, wie hier im texanischen Garland, entwickelten Tankanzeigen eine politische Wirkung

Auch in den USA, wie hier im texanischen Garland, entwickelten Tankanzeigen eine politische Wirkung

© Tony Gutierrez/imago

Geliefert hat seine Regierung laut Reuters das Gegenteil. Zoll-Schock und die Energiekosten des Iran-Kriegs trieben die Preise hoch – eine Gallone Sprit (rund 3,79 Liter) kostete Mitte Oktober im Schnitt 4,30 US-Dollar (umgerechnet rund 1,02 Euro pro Liter), nach 2,85 US-Dollar (rund 0,67 Euro pro Liter) im Februar vor Kriegsbeginn.

5.12 Uhr: Mehr Kontrolle: Was die Demokraten ab Januar tun können

Mit der neuen Mehrheit können die Demokraten ab Januar Untersuchungen gegen den Präsidenten einleiten und Gesetzesvorhaben blockieren – auch Trumps Haushaltsgesetze. Im Senat gelangen erste Erfolge in North und South Carolina, die Mehrheit dort ist aber noch offen.

Hintergrund der Niederlage sind Trumps schlechte Werte und hohe Lebenshaltungskosten. Eine Umfrage der New York Times mit dem Institut Siena bescheinigte ihm zuletzt nur 34 Prozent Zustimmung.

4.58 Uhr: Herbe Niederlage für Trump-Lager zeichnet sich ab

Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben bei den Kongresswahlen laut Hochrechnungen die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. Die Sender NBC und CNN berichten, dass die Demokraten die Kammer zurückerobert haben – mit mindestens 248 der 435 Sitze. Fraktionschef Hakeem Jeffries jubelte laut AFP: „Amerika ist zurück.“

Trump gab sich trotzig. Auf Truth Social schrieb er, bei seiner eigenen Kandidatur hätten die Republikaner „erdrutschartig gewonnen“.

Wählerinnen und Wähler geben am 3. November 2026 in einer Schule in New York ihre Stimme bei den US-Zwischenwahlen ab.

Wählerinnen und Wähler geben am 3. November 2026 in einer Schule in New York ihre Stimme bei den US-Zwischenwahlen ab.

© John Angelillo/imago

2 Uhr: Große Welle von Wahllokal-Schließungen

In vielen US-Staaten schließen nun die Wahllokale. Unter anderem in Pennsylvania, Maine, New Jersey, Massachusetts und weiten Teilen Michigans und von Texas ist die Wahl damit beendet.

1.23 Uhr: Warum die Mehrheit im Kongress wichtig ist

Der Kongress besteht aus Repräsentantenhaus und Senat. Beide Kammern müssen Gesetzen zustimmen und entscheiden über die Staatsausgaben. Verliert die Partei des Präsidenten eine Mehrheit, kann die Opposition viele seiner Vorhaben blockieren. Der Senat bestätigt außerdem wichtige Personalentscheidungen, etwa die Besetzung von Ministerposten und Richterstellen am Obersten Gerichtshof.

Die Kongresswahlen finden alle zwei Jahre statt. Fallen sie in die Mitte der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten, heißen sie „Midterms“, also Zwischenwahlen. Der Präsident steht dabei selbst nicht zur Wahl. Das Ergebnis gilt dennoch als Stimmungstest für seine Regierung und beeinflusst seinen politischen Spielraum für die verbleibenden zwei Jahre.

Wähler geben bei den US-Zwischenwahlen in Hillsborough im Bundesstaat Virginia ihre Stimmen ab. Zur Wahl stehen die Mehrheiten im Kongress.

Wähler geben bei den US-Zwischenwahlen in Hillsborough im Bundesstaat Virginia ihre Stimmen ab. Zur Wahl stehen die Mehrheiten im Kongress.

© Bonnie Cash/imago

0.30 Uhr: Warum sich die Auszählung hinziehen kann

Die Bundesstaaten legen ihre Wahlverfahren weitgehend selbst fest. Deshalb unterscheiden sich auch die Regeln für die Bearbeitung von Briefwahlstimmen und die Fristen für ihren Eingang. Erste Zwischenstände können je nach Reihenfolge der Auszählung ein verzerrtes Bild zeigen. In besonders knappen Rennen können Nachzählungen nötig werden, bevor ein Sieger feststeht.

0 Uhr: Indiana und Kentucky: Erste Wahllokale schließen

In Teilen von Indiana und Kentucky haben die ersten Wahllokale geschlossen. Von dort können nun erste Auszählungsergebnisse eintreffen. In den übrigen Gebieten der beiden Bundesstaaten endet die Abstimmung um 1 Uhr deutscher Zeit.

Mittwoch, 3. November

18 Uhr: Technische Probleme in New York und Florida

Im Landkreis Westchester im Bundesstaat New York fielen bei den US-Kongresswahlen die Wahlgeräte aus, wie AFP berichtet. Die Wahlbehörde teilte mit, sie sei sich „eines Problems mit Stimmzetteln auf Papier bewusst, das verhindert, dass Wahlgeräte an Wahllokalen im gesamten Landkreis Stimmzettel annehmen“. Die Stimmzettel würden stattdessen in Notfalltaschen gelegt und ausgezählt werden.

In Broward County in Florida kam es nach Angaben des Miami Herald ebenfalls zu technischen Problemen. Eine neue Funktion, die sicherstellen solle, dass die Wähler den korrekten Stimmzettel erhalten, war demnach von einer Störung betroffen. Das Problem sei nach etwa 20 Minuten behoben worden. Wegen der Gefahr von Überschwemmungen wurden zudem 23 Wahllokale in Florida kurzfristig verlegt, wie dpa berichtet.

(mit AFP/dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner