Geldpolitik

US-Notenbank Fed erhöht erstmals seit drei Jahren den Leitzins – was das bedeutet

Die Federal Reserve verschärft ihren Kampf gegen die Inflation. Der Schritt verteuert Kredite und könnte weit über die USA hinaus Folgen haben.

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Der neue Fed-Chef Kevin Warsh priorisiert nach eigenen Aussagen den Kampf gegen die Inflation.

Der neue Fed-Chef Kevin Warsh priorisiert nach eigenen Aussagen den Kampf gegen die Inflation.

© Mark Schiefelbein/AP

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins erstmals seit Juli 2023 angehoben. Der zuständige Offenmarktausschuss erhöhte den Zielkorridor am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent, wie aus der Mitteilung der Zentralbank hervorgeht. Innerhalb dieser Spanne soll sich der Zinssatz bewegen, zu dem sich US-Banken untereinander kurzfristig Geld leihen.

Damit nimmt die Fed eine der drei Zinssenkungen aus dem vergangenen Jahr teilweise zurück und reagiert auf die erneut gestiegene Inflation, die weiterhin deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent liegt. Besonders höhere Energiepreise infolge des Krieges gegen Iran belasten Verbraucher und Unternehmen.

In einem früheren Bericht zur Geldpolitik hatte die Fed neben dem Krieg auch die US-Zölle und den milliardenschweren Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz als mögliche Preistreiber genannt. Der hohe Strombedarf und die starken Investitionen könnten die Nachfrage weiter erhöhen.

Was die Zinserhöhung bedeutet

Der Leitzins bestimmt, zu welchen Konditionen sich Banken kurzfristig Geld leihen. Steigt er, werden in der Regel im nächsten Schritt auch Kredite für Haushalte und Unternehmen teurer. Das betrifft unter anderem Kreditkarten, Autokredite und die Finanzierung von Investitionen.

Höhere Zinsen sollen die Nachfrage bremsen. Wenn Menschen und Unternehmen weniger auf Kredit kaufen und investieren, lässt der Preisdruck gewöhnlich nach. Ebenso haben sie mehr Anreiz zu sparen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft langsamer wächst und Unternehmen weniger neue Stellen schaffen.

Hypothekenzinsen folgen dem Fed-Zins nicht unmittelbar, orientieren sich aber stark an den Erwartungen der Finanzmärkte. Die durchschnittlichen Zinsen für Immobilienkredite mit 30 Jahren Laufzeit lagen in den USA am Mittwoch bereits bei rund sieben Prozent.

Konflikt mit Trump

Die Entscheidung ist die erste größere geldpolitische Kursänderung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Präsident Donald Trump hatte Warsh ernannt, die Notenbank aber wiederholt aufgefordert, die Zinsen zu senken. Trump argumentiert, niedrigere Kreditkosten würden Wirtschaft und Immobilienmarkt stärken.

Warsh hatte dagegen angekündigt, die Preisstabilität in den Mittelpunkt zu stellen. Vor der Sitzung sprachen sich in einer Umfrage der University of Chicago laut Financial Times 50 von 51 führenden Ökonomen für eine Zinserhöhung aus.

Auch außerhalb der USA ist der Beschluss bedeutsam. Höhere amerikanische Zinsen können Anlagen in Dollar attraktiver machen und Kapital aus anderen Ländern abziehen. Ein stärkerer Dollar verteuert zudem Rohstoffe wie Öl, die international meist in der US-Währung gehandelt werden. Für Europa und Schwellenländer könnte der Schritt deshalb zusätzlichen wirtschaftlichen Druck bedeuten.

Weitere Erhöhungen möglich

Ob die Fed die Zinsen erneut anhebt, hängt vor allem von den kommenden Daten zu Preisen, Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum ab. Finanzmärkte rechnen damit, dass mindestens ein weiterer Schritt folgen könnte.

Eine schnelle Entspannung ist dennoch ebenfalls möglich, falls die Energiepreise sinken und sich der Preisanstieg wieder abschwächt. Die Fed muss deshalb zwischen zwei Risiken abwägen: Bleiben die Zinsen zu niedrig, könnte sich die Inflation festsetzen. Steigen sie zu stark, droht eine unnötige Schwächung der Wirtschaft.

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