Neue Zahlen

US-Regierung hat mehr als zwei Millionen Epstein-Akten noch nicht veröffentlicht

Obwohl die Frist längst abgelaufen ist, ist der Großteil der Epstein-Akten noch immer nicht öffentlich zugänglich. So erklärt das Justizministerium die Verzögerungen.

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Zweieinhalb Wochen nach dem Ablauf der gesetzlich festgelegten Frist zur Freigabe sämtlicher Unterlagen zu dem verstorbenen Sexualverbrecher Jeffrey Epstein sind nach Angaben des US-Justizministeriums noch mehr als zwei Millionen Akten nicht veröffentlicht. Die Unterlagen befänden sich „in verschiedenen Stadien der Sichtung“, erklärte das Ministerium am Montag (Ortszeit) in einem Schreiben an einen Bundesrichter.

Dem Schreiben zufolge wurden bislang 12.285 Dokumente mit einem Umfang von insgesamt mehr als 125.000 Seiten veröffentlicht – weniger als ein Prozent der derzeit noch in der Prüfung befindlichen Akten. An Heiligabend hatte das Justizministerium den Fund von mehr als einer Million weiteren mutmaßlich mit dem Fall Epstein zusammenhängenden Dokumenten gemeldet.

Laut dem von Justizministerin Pam Bondi unterzeichneten Schreiben werden „in den kommenden Wochen“ rund 400 Juristen des Ministeriums in Washington, D.C., New York und Florida „ihren gesamten oder einen wesentlichen Teil ihres Arbeitstages den Bemühungen des Ministeriums widmen, die Anforderungen des Gesetzes zu erfüllen“.

Für das Vorhaben werden Anwälte des Justizministeriums (DOJ) aus den Abteilungen für Strafrecht und nationale Sicherheit herangezogen. Zudem sollen mehr als 100 FBI-Analysten mit Erfahrung im Umgang mit sensiblen Opfermaterialien unterstützen, heißt es in einem Schreiben von Jay Clayton, dem US-Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York, an den US-Bezirksrichter Paul Engelmayer laut einem Bericht des US-Senders ABC News.

So erklärt das US-Justizministerium sein Vorgehen

Gemäß einem im November vom Kongress beschlossenen Gesetz hätten alle Epstein-Akten bis zum 19. Dezember veröffentlicht werden müssen. Das Justizministerium hielt diese Frist jedoch nicht ein, zudem wurden viele der freigegebenen Unterlagen großflächig geschwärzt. Die Regierung begründet die Verzögerungen und Schwärzungen mit der Notwendigkeit, die Identität der Opfer Epsteins unkenntlich zu machen. Die oppositionellen Demokraten warfen der Regierung von Präsident Donald Trump hingegen Gesetzesbruch vor.

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Der über Jahre mit Trump befreundete Epstein war bereits im Jahr 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis.

Keine Beweise für persönliches Fehlverhalten von Trump

Im Jahr 2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Die oppositionellen Demokraten beschuldigen Trump, sich mit der verzögerten Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen. Trump bestreitet engere Beziehungen zu Epstein, bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen aber das Gegenteil nahe. Ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten nicht nachgewiesen werden. Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt und nannte die Epstein-Affäre einen „Schwindel“.

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