Der Iran will seine internationalen Flugverbindungen trotz weitreichender US-Sanktionen aufrechterhalten. „Bislang wurde keiner der Auslandsflüge iranischer Fluggesellschaften gestrichen, und die Flüge werden planmäßig durchgeführt“, sagte Madschid Achawan, Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde, am Dienstag der Nachrichtenagentur Isna.
Die staatliche Fluggesellschaft Iran Air teilte mit, sie habe von den zivilen Luftfahrtbehörden der Türkei, des Irak und Aserbaidschans keine Anweisung erhalten, ihre Flüge nach Istanbul, Nadschaf oder Baku auszusetzen. Etwaige Änderungen würden über die offiziellen Kanäle der Airline mitgeteilt.
USA drohen mit Ausschluss vom Dollar-System
US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag im US-Sender CNBC angekündigt, ab diesem Mittwoch würden „alle iranischen Airlines weltweit stillgelegt“. Washington wolle dazu Drittstaaten und Dienstleister unter Druck setzen: Wer iranische Maschinen mit Treibstoff versorge, Landerechte gewähre oder Tickets für sie verkaufe, riskiere den Ausschluss aus dem US-Dollarsystem.
Iran-Sanktionen: China warnt die USA vor Gegenmaßnahmen
Der Iran hat eine entscheidende Waffe: die Weltwirtschaft
Vor zwei Wochen hatte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen den iranischen Luftfahrtsektor verhängt. Betroffen sind nach Angaben der US-Sanktionsbehörde OFAC 27 iranische Fluggesellschaften sowie ausländische Firmen, denen Washington Unterstützung für die iranische Luftfahrt vorwirft. Die Maßnahme ist Teil der Kampagne „Operation Economic Outcast“, mit der die Regierung von US-Präsident Donald Trump Teheran wirtschaftlich isolieren will.
Kampagne gegen mehrere Wirtschaftszweige
Die Kampagne richtet sich nicht nur gegen die Luftfahrt, sondern auch gegen die Bereiche digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold und Schifffahrt. Nach Angaben des US-Finanzministeriums wurden zum Start der Kampagne knapp 60 Personen, Unternehmen und Schiffe in verschiedenen Ländern mit Sanktionen belegt, darunter Netzwerke in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong, China, Singapur, der Schweiz und der EU.
Bessent hatte die Maßnahmen laut CNN Ende August als „Warnschuss“ bezeichnet und angekündigt, jedem betroffenen Land einen festen Zeitplan zur Einstellung entsprechender Geschäfte mit dem Iran zu setzen.
Erste Folgen bereits sichtbar
Die Folgen zeigen sich bereits im Flugverkehr. Turkish Airlines habe nach eigenen Angaben alle Flüge in den Iran bis mindestens März 2027 ausgesetzt, berichtete der Sender Iran International. Auch aus dem Irak hieß es, Bagdad werde iranische Airlines im Einklang mit den US-Maßnahmen nicht mehr operieren lassen. Internationale Fluggesellschaften meiden Verbindungen in den Iran bereits seit Beginn des Iran-Kriegs mit den US-israelischen Angriffen Ende Februar.
Die iranische Luftfahrtbranche ist seit Jahren von US-Sanktionen betroffen, die den Kauf neuer Maschinen sowie die Beschaffung von Ersatzteilen und Wartungsleistungen erschweren.
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