Schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort: Der schwäbische Traditionskonzern Varta hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dem namhaften Batteriehersteller aus Ellwangen droht nun die Zerschlagung. Während Finanzinvestoren und Geldgeber versuchen, das lukrative Geschäft mit den Haushaltsbatterien herauszulösen, bangen bundesweit 3260 Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze.
Der Batteriehersteller Varta hat nach Angaben aus Finanzkreisen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag. Bereits in dieser Woche war bekannt geworden, dass dem Unternehmen aus dem baden-württembergischen Ellwangen eine Zerschlagung droht.
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Geldgeber wollen nur Teile retten: Zerschlagung des Traditionskonzerns droht
Wichtige Geldgeber – darunter die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox – wollen das Geschäft mit den bekannten blau-gelben Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen. Die übrigen beiden Unternehmensbereiche könnten dadurch in die Insolvenz rutschen.
„Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur einen Sprecher der Gruppe. Varta benötige kurzfristig einen Finanzbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Hohe Verluste und Apple-Ausstieg: Was Varta in die Knie zwang
Nach eigenen Angaben beschäftigt Varta rund 3260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Für 2024 wies das Unternehmen bei einem Umsatz von mehr als 790 Millionen Euro einen Verlust von rund 64,5 Millionen Euro aus. Neben Haushaltsbatterien produziert Varta Mikrobatterien etwa für Hörgeräte sowie Energiespeicher für Privathaushalte und Industrie.
Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll im Herbst geschlossen werden. Der US-Konzern Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen. Bereits 2024 hatte sich Varta im Rahmen eines Sanierungsverfahrens nach dem Restrukturierungsgesetz (StaRUG) neu aufgestellt. Alte Aktionäre verloren dabei ihr Investment, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen.
„Riesige Katastrophe“: IG Metall schlägt vor Stellenabbau Alarm
Die IG Metall reagierte mit scharfer Kritik. „Das ist eine riesige Katastrophe“, sagte Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die drohende Zerschlagung. „Arbeitsplätze und Existenzen stehen auf dem Spiel – auch die vieler Familien.“ Fink forderte vom Unternehmen rasche Transparenz und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen.
Varta-Aufsichtsratsmitglied und Investor Michael Tojner sagte der Augsburger Allgemeinen, der Schritt der Gläubiger sei voraussehbar gewesen. Mit dem Wegfall des Großkunden Apple sei klar gewesen, dass Varta in seiner bestehenden Form nicht weitergeführt werden könne. Hohe Energiepreise und Lohnkosten erschwerten das Batteriegeschäft in Europa im Vergleich zu Asien.
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