Der gerade frisch nach dem Studium ins Berufsleben gestartete Assistenzarzt hat nach Überzeugung des Gerichts Ende 2020 mehrere Frauen sexuell belästigt, schwer vergewaltigt und zum Teil schwer verletzt. Dabei waren die Frauen zum Teil gerade frisch operiert worden und besonders schutzwürdig. Der Mann hatte die Vorwürfe von Anfang an bestritten, den Frauen falsche Aussagen und sexuelle Träume nach der Narkose unterstellt. Außerdem berief er sich auf die Operationsprotokolle, nach denen er nicht in die Zimmer der Frauen hätte gehen können, während er als Anästhesist im Einsatz war.
Richter Wahlmann hatte bereits zum Prozessauftakt dazu geraten, reinen Tisch zu machen. In der mündlichen Begründung zählte er dann dezidiert auf, wo der 43-Jährige „Märchen erzählt“ und gelogen habe, um sein Auftreten in verschiedenen Patientenzimmern und Aufwachräumen zu rechtfertigen.
In der Unterhose des Mannes wurden Speichelspuren eines Opfers gefunden
„Die Zeugenaussage aber waren absolut glaubhaft. Klar und abgewogen, wie sich ein Gericht das wünscht. Das war eine anerkennenswerte Leistung nach dieser psychischen Belastung“, sagte der Richter. Dem Angeklagten ins Gesicht zu gucken und als Zeugen hier auszusagen. Das müsse das Gericht schon hervorheben.
Überhaupt nichts zu rütteln habe es an einem Gutachten des Landeskriminalamtes gegeben, betonte das Gericht. In der Unterhose des Mediziners waren Speichelspuren einer der Frauen gefunden worden. Das passte exakt zu einer Aussage der Patientinnen. Der Arzt hatte die Frauen oral vergewaltigt, in einigen Fällen wertete das Gericht die Taten als Versuch, andere waren erfolgreich. Zuvor hatte er ihnen, nicht wie gewünscht Schmerzmittel gespritzt, sondern Mittel mit einschläfernder Wirkung.
Fund von Kinderpornographie und Drogen wurden ebenfalls verhandelt
Der Fund von Kinderpornografie nach seiner Festnahme auf einem USB-Stick und Computer sowie Drogen wurde ebenfalls verhandelt. Bei einer Hausdurchsuchung in Oelde fanden die Ermittler eine Drogenplantage. Die mitangeklagte Ehefrau erhielt deshalb für den Anbau ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung. Der Arzt wurde wegen Besitzes von Drogen und der gefundenen Bilder und Videos verurteilt.
Beim Strafmaß habe das Gericht durchaus überlegt, noch höher zu gehen. Möglich seien 14 Jahre gewesen, betont der Richter. Allerdings sei der Mediziner ein Ersttäter. „Das waren schlimme Taten, deshalb das lebenslange Berufsverbot. Dieses Risiko wollen wir der Gesellschaft nicht aussetzen. Der Opferschutz steht weit vorne. Das darf nicht wieder passieren.“
Tod nach Po-Vergrößerung: Arzt weist Schuld von sich
Ein letzter Rat an den gerade Verurteilten durch das Gericht: „Wenn Sie früher rauswollen, arbeiten Sie die Tat auf.“
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