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Waldbrand

Hubschrauber bei Waldbrand in Plauen beenden Einsatz: Löscharbeiten dauern an

Auch die kommende Nacht dürfte für die Feuerwehr-Einsatzkräfte in Plauen eine wirklich heiße werden. Morgen sollen die Hubschrauber weiteres Wasser heranschaffen.

5 Min
Kameraden der verschiedenen Plauener Feuerwehren versuchen nun weiter vom Boden aus den Brand im Plauener Süden zu löschen.

Kameraden der verschiedenen Plauener Feuerwehren versuchen nun weiter vom Boden aus den Brand im Plauener Süden zu löschen.

© Stadt Plauen

Es ist ein beliebtes Ausflugsziel der Plauener und auch der gern genutzte Plauener Rundwanderweg führt durch das „Schwarze Holz“ zwischen den Plauener Ortsteilen Unterlosa und Meßbach. Nun wurde das Waldstück zu einem Gutteil Raub der Flammen. Am gestrigen Abend wurde die Feuerwehr zu einem „Vegetationsbrand“ gerufen. Wer hier eine schnelle Löschmaßnahme erhoffte, wurde enttäuscht.

Deswegen waren heute zwei Löschhubschrauber der Landespolizei aus Dresden im Einsatz und warfen Wasser auf die schwer zugänglichen Brandherde ab. Mittels Drohnen wurde und wird versucht, den Erfolg der Maßnahmen zu prüfen. In der nahegelegenen Talsperre Pirk werden die Wasserreservoire der Einsatz-Hubschrauber aufgetankt.

Wie es 18.45 Uhr in einem Update der Stadtverwaltung zu den Löscharbeiten heißt, würde die Bekämpfung des Waldbrandes im Bereich „Schwarzes Holz“ weiterhin fortgeführt. Derzeit befänden sich rund 130 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren der Region, Katastrophenschutz, Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei sowie des Rettungszweckverbandes vor Ort im Einsatz. „Aufgrund der Witterungs- und Bodenlage ist mit einem Abschluss der Löscharbeiten innerhalb der nächsten Stunden nicht zu rechnen; der Einsatz wird sich über die Nacht erstrecken“, hieß es seitens der Stadtverwaltung.

Hilfe vom Himmel: Zwei Löschhubschrauber der sächsischen Polizei helfen den Kameraden vor Ort bei der Waldbrandbekämpfung.

Hilfe vom Himmel: Zwei Löschhubschrauber der sächsischen Polizei helfen den Kameraden vor Ort bei der Waldbrandbekämpfung.

© Stadt Plauen

Die schwierigen Bedingungen im Unterholz und ein auffrischender Wind erschwerten die Löscharbeiten vor Ort, da kontinuierlich neue Glutnester aufflammen würden. Zur Bekämpfung dieser Brandherde wurde zusätzliche Technik – darunter Löschrucksäcke und Einreißhaken – aus benachbarten Landkreisen nachgefordert. Das THW prüft derzeit den Aufbau einer stabilen Löschwasserversorgung über die komplizierten Hanglagen, um die Wasserversorgung an den Brandstellen zu sichern.

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Durch die Verhältnisse des Waldbodens dürften die Löscharbeiten noch Stunden, wenn nicht Tage andauern.

Durch die Verhältnisse des Waldbodens dürften die Löscharbeiten noch Stunden, wenn nicht Tage andauern.

© Stadt Plauen

Die aus der Luft unterstützenden Löschhubschrauber haben ihren Betrieb gegen 17.30 Uhr vorerst eingestellt. Der Lufteinsatz wird am Donnerstag ab etwa 9 Uhr wieder aufgenommen. Für die Nachtstunden hoffen die Einsatzkräfte auf abflauenden Wind und sinkende Temperaturen im einstelligen Bereich, was ein Abkühlen der Glutnester begünstigen würde. „Das Thema wird uns schon noch ein wenig beschäftigen. Der Waldboden mit Auflage aus Blättern und Tannennadeln ist nach wie vor extrem heiß, wie uns Infrarotbilder der Johannister-Drohnen zeigen“, so René Schreiter, der Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung in der Stadt Plauen.

Seit Dienstagabend kämpfen die Floriansjünger mit dem Feuer. Bis zu 130 Einsatzkräfte seien vor Ort gewesen, sagt Stadtsprecherin Nadine Läster, um den Brand in einem Privatwald einzudämmen. Anwohner im Umkreis von zwei Kilometern wurden ersucht, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. In der vergangenen Nacht sei die Anzahl der Feuerwehrleute vor Ort reduziert worden, um wenigstens einigen Kameraden eine Ruhepause zu ermöglichen, war aus der Einsatzleitung zu vernehmen.

Der abgebrannte Wald bei Meßbach gibt nun ein jämmerliches Bild ab. Mittels Drohnen wurde versucht, weitere Glutnester ausfindig zu machen.

Der abgebrannte Wald bei Meßbach gibt nun ein jämmerliches Bild ab. Mittels Drohnen wurde versucht, weitere Glutnester ausfindig zu machen.

© Stadt Plauen

„Gegen 6 Uhr am Mittwochmorgen erfolgte eine erneute Alarmierung von Einsatzkräften zur Verstärkung der aktuell im Einsatz befindlichen Kräfte. Momentan sind etwa neunzig Kameraden im Einsatz“, so René Schreiter. Es helfe, dass aktuell die Luft vor Ort sehr feucht und kühl sei, was einen positiven Effekt auf die Löscharbeiten habe.

Im Einsatz sind nach Angaben der Stadt Plauen aktuell Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Plauen, der Freiwilligen Feuerwehren Thiergarten, Straßberg-Neundorf, Plauen-Stadtmitte, Stöckigt, Zwoschwitz, Kauschwitz, Oelsnitz, Pausa, Markneukirchen, Neumark und Zeulenroda sowie der Wasserwacht Pirk, der Johanniter, des Rettungsdienstes, des THW  und der Polizei.

Waldbrand nahe Plauen: Seit den Abendstunden kämpfen die Feuerwehren um die Kontrolle über das Feuer am Stadtrand von Plauen.

Waldbrand nahe Plauen: Seit den Abendstunden kämpfen die Feuerwehren um die Kontrolle über das Feuer am Stadtrand von Plauen.

© Stadt Plauen

Feuer ist noch nicht unter vollständiger Kontrolle

Anfangs waren die Berufsfeuerwehr Plauen einschließlich des Einsatzführungsdienstes sowie die Freiwilligen Feuerwehren Straßberg-Neundorf, Stadtmitte und Thiergarten hinzugezogen, später gab es eine Großalarmierung. Auch die Drohnenstaffel der Johanniter war vor Ort, um Luftbilder aus dem unzugänglichen Gebiet zu liefern. Plauens CDU-Oberbürgermeister Steffen Zenner machte sich am Abend vor Ort ein eigenes Bild von der Situation. Er dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit am Limit und lobte die behördenübergreifende Zusammenarbeit beim größten Waldbrand in Plauens seit drei Jahrzehnten.

Mittels Drohnen der Johanniter-Drohnenstaffel wird versucht, einen Überblick im unwegsamen gelände zu behalten.

Mittels Drohnen der Johanniter-Drohnenstaffel wird versucht, einen Überblick im unwegsamen gelände zu behalten.

© Stadt Plauen

„Über die Nacht ist es uns gelungen, das Feuer in seiner Ausbreitung einzudämmen. Davon zu sprechen, den Brand unter Kontrolle zu haben, wäre aber vermessen“, so René Schreiter am Morgen, der selbst vor Ort in der Einsatzleitung mitwirkt. Die Brandherde würden sich vor allem im und am Waldboden ausbreiten, was die Bekämpfung am Boden sehr schwierig mache.

Größtes Problem sei die Zugänglichkeit zum etwa sieben Hektar großen Waldstück, das sich in einer schwierigen Hanglage befinde. Der alte Baumbestand ist fast gänzlich betroffen, die Zugänglichkeit zum Brandgebiet sei aber sehr problematisch, konstatierte der Fachmann aus der Plauener Stadtverwaltung. Man habe aufgrund der zudem extrem angespannten Löschwassersituation an der Brandstelle drei Großtank-Löschfahrzeuge im Einsatz, die von den Freiwilligen Wehren in Oelsnitz, Pausa und Markneukirchen nach Plauen geeilt seien.

Löschhubschrauber sollen helfen, den Brand zu löschen

130 Feuerwehrleute sind aktuell vor Ort, 35 Einsatzfahrzeuge inklusive der beiden Löschhubschrauber wollen den Brand nahe Plauen löschen. Morgen fliegen die Hubschraueber wieder Wasser der nahen Talsperre Pirk heran.

130 Feuerwehrleute sind aktuell vor Ort, 35 Einsatzfahrzeuge inklusive der beiden Löschhubschrauber wollen den Brand nahe Plauen löschen. Morgen fliegen die Hubschraueber wieder Wasser der nahen Talsperre Pirk heran.

© Stadt Plauen

Die Löschhubschrauber wurden im Zuge der großen Waldbrände in der Sächsischen Schweiz speziell angeschafft, um schwierige Waldbrandbekämpfungen in Sachsen zu unterstützen. Die fliegenden Retter nehmen Wasser aus der Talsperre Pirk auf, die sich etwa acht Kilometer Luftlinie von der Brandstelle befindet.

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