Verkauf von drei Betrieben Weitere Verhandlungen

Kompromiss sichert Jobs in Bahnwerken

Peter Kirnich
2 Min

BERLIN, 30. August. Der Vorstand der Deutschen Bahn und die Eisenbahnergewerkschaft Transnet haben sich am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf einen Kompromiss für die von der Schließung bedrohten Bahnwerke geeinigt. Danach werden die Werke in Stendal, Leipzig-Engelsdorf und Neustrelitz entgegen den ursprünglichen Plänen nicht geschlossen, sondern verkauft. Über die Stilllegung der Werke Chemnitz, Delitzsch und Zwickau, Opladen und Nürnberg werde bis zum 30. November noch einmal verhandelt. In München-Neuaubing soll die Elektronik-Zentralwerkstatt bestehen bleiben. Zudem sollen für die Mitarbeiter in den Bahnwerken "branchenübliche Tarifverträge" verhandelt werden. Das teilten Schröder, Bahnchef Hartmut Mehdorn und Transnetchef Norbert Hansen mit. Durch die Vereinbarung seien vorerst 2 000 der ursprünglich 6 000 betroffenen Jobs gesichert.Die Bahn wollte bis Ende 2003 acht ihrer 18 Instandhaltungswerke schließen. Sie begründet die drastischen Einschnitte "mit dem zunehmenden Zwang" zur Wettbewerbsfähigkeit. Die 18 Werke hätten allein im Vorjahr 300 Millionen Mark Verluste verursacht. Künftig werde sich der Wartungsaufwand weiter verkürzen, da die Bahn bis 2005 für 8,5 Milliarden Mark neue Fahrzeuge einkaufen will. Zudem werde die Fahrzeugflotte kleiner.Schröder sagte, der Bund werde die Gespräche über die Zukunft der fünf noch betroffenen Werke "konstruktiv begleiten", damit Lösungen gefunden werden können. Zugleich unterstützte er Mehdorn. Der Bahnchef mache "einen guten Job".

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