Viele Neuruppiner gingen nicht zur Bürgermeisterwahl

SPD-Kandidat vorn - Stichwahl nötig

Martin Klesmann
2 Min

NEURUPPIN. Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Bahr nur knapp die absolute Mehrheit verpasst. Laut Wahlleitung fehlten ihm nur 23 Stimmen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kam Bahr auf 49,8 Prozent, der Hotelier Jens-Peter Golde von der Wählervereinigung Pro Ruppin erzielte 35,46 Prozent. Kerstin Kroll, die Kandidatin der in Neuruppin traditionell starken PDS, landete deutlich abgeschlagen bei nur 12,76 Prozent. Nach diesem Ergebnis wird es am 6. Februar zu einer Stichwahl zwischen Bahr und Golde kommen. Golde bestätigte am Abend, dass er auf jeden Fall antreten werde.Die Wahlbeteiligung war mit rund 40 Prozent so gering wie noch nie bei einer Neuruppiner Bürgermeisterwahl. Drei Prozent der abgegebenen Stimmen war ungültig. Beobachter vor Ort begründeten dies mit einer wachsenden Skepsis der Bevölkerung gegenüber den lokalen Politikern, von denen einige mit der kriminellen XY-Bande in Verbindung gebracht werden. Diese Bande, deren Kopf der CDU-Stadtverordnete Olaf Kamrath gewesen sein soll, hatte offenbar einen schwunghaften Kokainhandel betrieben. Die städtische CDU hatte es vorgezogen, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten zur Wahl zu stellen.Die Neuwahl in der 32 000-Einwohner-Stadt war notwendig geworden, weil der langjährige Amtsinhaber Otto Theel (PDS) im September 2004 in den Landtag gewechselt ist. Bei seiner Wahl zum Stadtoberhaupt im Jahr 2001 betrug die Wahlbeteiligung noch 52 Prozent. Sollte Bahr die Stichwahl gewinnen, wird die frühere brandenburgische Juso-Vorsitzende Katrin Molkentin dessen Bundestagsmandat übernehmen. (mak.)

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