Bald heißt es Abschied nehmen vom Abgeordnetenhaus. Am 31. August tagt das Parlament zum letzten Mal vor der Wahl, für viele bekannte Politiker wird es die letzte Sitzung sein. Manche hören freiwillig auf, andere wurden von ihren Parteien nicht mehr aufgestellt. Schwer fällt das Ausscheiden fast allen.Die SPD wird künftig auf Hans-Georg Lorenz verzichten. Der 63-jährige Parteilinke gehörte dem Abgeordnetenhaus seit 1979, also seit acht Legislaturperioden, an. In diesen langen Jahren hat Lorenz viele geärgert, manche erheitert, ruhiger ist er erst in der letzten Legislaturperiode geworden.Bei der SPD werden insgesamt ein Drittel der derzeit 44 Abgeordneten nicht mehr wieder kommen - so der Bauexperte Bernd Schimmler, die langjährige innenpolitische Sprecherin Heidemarie Fischer, der Hochschulpolitiker Bert Flemming, aber auch Bildungssenator Klaus Böger, der seit 1989 dem Abgeordnetenhaus angehörte.Auch in der CDU-Fraktion werden viele bekannte Politiker nach der Abgeordnetenhauswahl nicht mehr dabei sein. Christoph Stölzl, ehemaliger Kultursenator und seit 2001 Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, wurde von seiner Partei nicht mehr nominiert, obwohl er gerne noch einmal kandidiert hätte. Der ehemalige Finanzsenator Peter Kurth zieht sich zurück, er will sich auf seinen Beruf konzentrieren. Unfreiwillig geht der Haushalts-Experte Alexander Kaczmarek, der von der Neuköllner CDU nicht mehr aufgestellt wurde. Außerdem scheidet der ehemalige Landesgeschäftsführer Matthias Wambach aus, der seit dem Jahr 2000 Mitglied im Abgeordnetenhaus war, sich im letzten Jahr aber mit Parteichef Ingo Schmitt überworfen hatte. Und vermissen wird man in der Fraktion wohl auch Fritz Niedergesäß, zuständig für Baupolitik, bekannt durch seinen Berliner Dialekt und seine unverblümte Ausdrucksweise. Der Ost-Berliner macht nach 15 Jahren im Parlament Platz für einen Jüngeren. Insgesamt wird bei der CDU ein Drittel der jetzigen Abgeordneten aufhören.Bei den anderen Parteien fällt der Personalwechsel nicht ganz so üppig aus. Die Grünen müssen in Zukunft ohne ihren Haushalts-Experten Oliver Schruoffeneger auskommen, der nur den 20. Platz auf der Landesliste ergattern konnte. Auch die für Umweltpolitik zuständige Abgeordnete Felicitas Kubala scheidet aus, wenig Chancen auf die Rückkehr ins Parlament hat die Gesundheitspolitikerin Elfi Jantzen. Bei der Linkspartei.PDS zieht sich die Abgeordnete Karin Hopfmann zurück. Die 50-Jährige engagierte sich seit elf Jahren für die Flüchtlingspolitik und nervte damit so manchen Berliner Innensenator. Nicht mehr antreten werden auch der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Walter Kaczmarczyk sowie Ingeborg Simon (Gesundheitspolitik) und Siglinde Schaub (Bildungspolitik). Sie machen Platz für den politischen Nachwuchs.Die FDP wird in der nächsten Legislaturperiode auf ihren innenpolitischen Sprecher Alexander Ritzmann und die Abgeordneten Holger Krestel, Erik Schmidt und Axel Hahn verzichten müssen. Mancher von diesen hätte gerne weiter gemacht, konnte sich innerparteilich aber nicht durchsetzen. So ist nach fünf Jahren schon wieder Schluss.------------------------------Foto: Christoph Stölzl (CDU)------------------------------Foto: Karin Hopfmann (PDS)------------------------------Foto: Hans-Georg Lorenz (SPD)
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