Der Sturm „Isaias“ hat im Süden der USA mindestens vier Menschen das Leben gekostet und die Energieversorgung erheblich beeinträchtigt. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf Behördenangaben berichtete, starben zwei Menschen durch Bäume, die auf Häuser in Florida und Alabama stürzten. Wegen sturmbedingter Lieferengpässe genehmigte die US-Regierung die Bereitstellung von bis zu vier Millionen Barrel Rohöl aus ihrer strategischen Reserve.
„Isaias“ traf am Freitagabend als Hurrikan der Kategorie zwei nahe Destin im Nordwesten Floridas auf Land. Der Sturm beschädigte Dächer und Fassaden von Hotels und Wohngebäuden, bevor er weiter ins Landesinnere zog. Trotz seiner Abschwächung warnten Meteorologen vor starken Regenfällen und Überflutungen im Südosten der USA.
Rund 670.000 Stromanschlüsse in Florida, Alabama, Georgia und Mississippi waren betroffen. Einsatzkräfte räumten Straßen und arbeiteten daran, die Versorgung wiederherzustellen.
Knapp 69 Prozent der Offshore-Ölförderung ausgesetzt
Der Sturm brachte große Teile der Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko zum Stillstand. Nach einer am Samstag veröffentlichten Bilanz der US-Offshorebehörde Marine Minerals Administration waren 68,76 Prozent der täglichen Ölförderung und 57,44 Prozent der Erdgasförderung ausgesetzt. Die ausgefallene Ölmenge entsprach rund 1,4 Millionen Barrel pro Tag.
Beschäftigte von 113 Förderplattformen wurden evakuiert. Vor dem Abzug werden die Anlagen aus Sicherheitsgründen heruntergefahren und Ventile geschlossen. Nach dem Sturm sollen die Einrichtungen überprüft werden. Unbeschädigte Anlagen können anschließend wieder in Betrieb gehen, bei beschädigten Standorten kann dies länger dauern.
Rohöl-Reserven freigegeben
Das US-Energieministerium bewilligte jeweils bis zu zwei Millionen Barrel Rohöl für ExxonMobil und BP America. Damit sollen Lieferengpässe überbrückt und der Raffineriebetrieb abgesichert werden. Bei ExxonMobil werden bereits zuvor genehmigte Lieferungen aus der Reserve beschleunigt.
Die Unternehmen erhalten das Öl als Leihgabe. Im Jahr 2027 müssen sie die entnommene Menge zuzüglich einer zusätzlichen Ölmenge zurückgeben. Dadurch soll die strategische Reserve nach Angaben des Ministeriums ohne zusätzliche Kosten für die Steuerzahler wieder aufgefüllt werden.
„Isaias“ ist der erste Hurrikan der diesjährigen Atlantiksaison. Diese verlief bislang ungewöhnlich ruhig. Der Sturm erreichte die US-Küste damit deutlich später als die ersten Hurrikane in vielen anderen Jahren.
Hurrikan Isaias trifft Florida – Hunderttausende ohne Strom
273 Kinder im Tornado: Heute neues Unwetter in Italien – bei uns Böen bis 85 km/h
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]