Steffen Jubold, Stadtbrandmeister in Zeulenroda-Triebes, war sichtlich gezeichnet. „Ich bin mit meinen Kameraden seit gestern am frühen Abend vor Ort. Dieser Brand hat irgendwie alle mitgenommen“, sagte er der Redaktion der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die Freiwilligen Feuerwehren Arnsgrün und Bernsgrün sowie die Kameraden aus dem benachbarten Pausa in Sachsen seien neben der Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda am Mittwochabend kurz vor 17 Uhr zu einem Scheunenbrand auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Hohndorf-Bernsgrün alarmiert worden.
Für Jubold gab es zumindest eine kleine positive Meldung: „Als wir hier ankamen stand die Scheune im Vollbrand. Wir konnten nur noch versuchen, die angrenzende Ställe vor den Flammen zu schützen. Und wir konnten aus einem Nachbarstall durch ein Loch in der Hinterwand zehn Kälber vor dem sicheren Tod retten.“ Die Rauchsäule über der eingestürzten Scheune war kilometerweit zu sehen.
Steffen Jubold, der Stadtbrandmeister von Zeulenroda-Triebes, war mit bis zu 120 Feuerwehrleuten die ganze Nacht über im Einsatz, um das Feuer zu löschen und ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
© Ingo Eckardt
In der Scheune befand sich unten ein Ferkelstall mit 800 bis 1000 Jungschweinen. Es sei einfach nicht möglich gewesen, diese Tiere zu retten, sagt Jubold traurig. Der Grund seien die rund 800 Strohballen gewesen, die oben in der Scheune gelagert hätten und ebenfalls brannten. „Wir hatten keine Chance, die Wärmestrahlung hätte beinahe auch den benachbarte Stall in Brand gesetzt. Wir konnten nicht mal mehr ein Hallentor oben hinter der Betriebsstraße zuschieben, weil es zu gefährlich und zu heiß war, dort hinzugehen“, berichtet einer der abgekämpften Feuerwehrleute.
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Bis zu 120 Einsatzkräfte müssen die Nacht über löschen
„Derzeit laufen die Nachlöscharbeiten an den Strohballen, die in der niedergebrannten Scheune lagerten. Das hätte noch schlimmer ausgehen können“, ergänzt Jubold und weist auf die Nachbarscheune, deren verkohlter Giebel vom Feuer zeugt. Man konnte das Gebäude aber immerhin halten. Bis zu 120 Einsatzkräfte waren bei der Bekämpfung des Brandes beteiligt. „Das ist eine Häufung von Bränden, die schon zu denken gibt“, sagt Jubold und erzählt, dass dies bereits das vierte Feuer seit Juni sei, das die kleine Agrargenossenschaft am Rande Thüringens betroffen habe.
Erst vor wenigen Wochen stand das Trockenwerk der Agrargenossenschaft im benachbarten Arnsgrün in Flammen .
© Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda
Neben dem aktuellen Feuer, das nun unter Kontrolle sei, habe es auf dem Gelände selbst bereits ein weiteres Mal gebrannt, das Trockenwerk Arnsgrün und das Trockenwerk Bernsgrün hätten ebenfalls erst vor wenigen Wochen in Flammen gestanden. Beim aktuellen Brand seien zwei Kameraden leicht verletzt worden, berichtet Jubold.
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Staatsanwaltschaft: Derzeit geht niemand in Haft
Wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage mitteilte, habe man einen 25-jährigen Deutschen in der Nähe des Brandortes als tatverdächtig festgenommen. Der Schaden betrage zwischen anderthalb und zwei Millionen Euro. Oberstaatsanwalt Thomas Riebel von der Geraer Staatsanwaltschaft erklärte auf Nachfrage schmallippig: „Ich kann nur soviel sagen, dass derzeit niemand in Haft genommen wird. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“
Bei der Agrargenossenschaft kann man also noch nicht aufatmen. Ihr Vorstand Andreas Höfer war am Tag nach dem Brand fassungslos und wollte öffentlich nichts sagen. Im Dorf Bernsgrün ist die Sorge groß: „Man kann nur hoffen, dass man den Feuerteufel bald fasst“, sagt eine ältere Dame kopfschüttelnd. Sie vermutet, dass die vier Brände in so kurzer Zeit kein Zufall sind.
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