Am Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit wird es für 48 Musiker, die Techniker und die Führungscrew der Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach wieder mal so richtig stressig. In zwei Gotteshäusern im ländlichen Raum Ostthüringens ist das Orchester mit dem Klassiker der europäischen Einigung zu Gast – zuerst in der Greizer Stadtkirche St. Marien am Samstag und tags darauf in der Johanniskirche Neustadt/Orla im Saale-Orla-Kreis.
Mit der Vertonung von Schillers „An die Freude“ fügte Ludwig van Beethoven im Schlusssatz seiner 9. Sinfonie als erster Komponist in der Musikgeschichte dem üblichen „Instrumentarium“ des Orchesters die menschliche Stimme hinzu. Was heute nicht sonderlich innovativ klingt, war damals ein Meilenstein und kam einer ästhetischen Revolution gleich.
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Singakademien Gera und Chemnitz bilden großen Chor
„Seine Komposition war ein radikaler Umbruch von Gewohnheiten, sprengte gar Grenzen, die man für unumstößlich gehalten hatte. Sie bildet gleichermaßen einen Neuanfang der modernen Sinfonik“, ordnet Orchesterleiter Michael Pauser diese musikalische Zäsur ein. Die Ode „An die Freude“ wurde letztlich so bedeutend, dass ihre Instrumentalfassung als Europahymne und somit als eines der offiziellen Symbole der Europäischen Union erwählt wurde.
Wie Schillers Zeilen lauten, weiß heute wohl jeder, gerade weil er sie dank Beethovens eingängiger Melodie gar mitsingen kann. Live dabei zu sein, wenn dieses Meisterwerk zur Aufführung kommt, ist ein unvergessliches Erlebnis – besonders, wenn es von einem professionellen Orchester, internationalen Solisten und hervorragenden Chören vorgetragen wird.
Traditionell bringt es die Vogtland-Philharmonie anlässlich des Tages der Deutschen Einheit zur Aufführung. Dieses Jahr gleich zweimal an besagtem Wochenende, unter Leitung ihres Chefdirigenten Florian Ludwig, mit einem großen Chorensemble aus den Singakademien Gera und Chemnitz mit rund 85 Sängern und den Solisten Heidi Elisabeth Meier (Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Hubert Schmid (Tenor) und Thomas Gropper (Bass). Beginn ist am Samstag, 3. Oktober, 18 Uhr, in der Stadtkirche St. Marien Greiz. Am Sonntag, 4. Oktober, startet man bereits um 17 Uhr in der Stadtkirche St. Johannis in Neustadt an der Orla.
Wie hier vor einiger Zeit in der Mylauer Stadtkirche ist die Logistik am kommenden Wochenende eine Herausforderung. Das gesamte Mobiliar für die Musiker muss mitgebracht werden.
© Michael Pauser / Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach
Große logistische Herausforderungen stehen an
Für die Techniker des Orchesters ist dieses Doppelwochenende besonders herausfordernd, denn der Chor singt in jenem Fall jeweils oberhalb des Orchesters und soll für eine optimale Akustik in den beiden Kirchenräumen individuell angeordnet werden. In den Kirchen müssen beispielsweise die Chortreppen und Orchesterstühle, Notenpulte und deren Beleuchtung mitgebracht werden, wie Orchestersprecher Matthias Pohle erklärte.
Tickets gibt es an denbekannten Vorverkaufsstellen und online bei Eventim. Die Tageskassen und der Einlass öffnen je eine Stunde vor Konzertbeginn.
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