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Vom Borchardt-Schnitzel bis zur vegetarischen Sterneküche: Die besten Adressen zur Art Week

Kunst macht schön und hungrig! Fünf Adressen, die gastronomisch mit der Art Week mithalten können – Bars und Restaurants auf internationalem Niveau von Grill Royal bis Borchardt.

5 Min
Eine Institution in Berlin Mitte: das Borchardt mit der markanten Markise in Rot.

Eine Institution in Berlin Mitte: das Borchardt mit der markanten Markise in Rot.

© Dreamstime Markwater

Das Borchardt – zu Recht Legende

Es ist wohl, abgesehen vom Grill Royal, eines der wenigen Restaurants der Stadt, wo Berlin ganz wie selbstverständlich das Versprechen, eine Metropole von Weltruf zu sein, eingelöst hat.

Hier kommt zusammen, was zusammengehört: Stars, Sternchen, Politiker, Touristen und Entrepreneure. Es ist genau diese Mischung, die so vibrierend und zugleich unprätentiös ist, die das Borchardt zum gastronomischen Platzhirsch gemacht hat. Das Lokal geht zurück auf die Gründung 1853 als Delikatessen- und Wein-Großhandlung von August F. W. Borchardt in der Französischen Straße 47/48, und schon damals war es ein Ort der Hauptstadt: Reichskanzler Otto von Bismarck war Stammkunde; der Außenpolitiker Freiherr Friedrich von Holstein erfand hier das Schnitzel à la Holstein.

Wer noch nie da war, muss also natürlich das Schnitzel essen. Es kommt wunderbar heiß und fluffig mit Kartoffelsalat und ist so groß, dass man darüber auch all die Prominenz vergisst, die an den Tischen vorbeiflaniert. Ein wahrhaft wunderbarer Ort!

So berühmt wie kaum ein anderes Essen der Hauptstadt: das Borchardt-Schnitzel

So berühmt wie kaum ein anderes Essen der Hauptstadt: das Borchardt-Schnitzel

© Benjamin Pritzkuleit

Restaurant Borchardt, Französische Straße 47, 10117 Berlin. Täglich ab 11.30 Uhr. Küche in der Regel bis Mitternacht. Borchardt-restaurant.de

Grill Royal – ein Ort wie aus einem Film

Im Grill Royal, das 2007 an der Kaimauer in einem Wohn- und Geschäftshaus direkt an der Spree eröffnete, saßen bereits Gäste wie Leonardo DiCaprio, Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson oder der verstorbene Karl Lagerfeld, dessen Beziehung zu Berlin ja immer eine wechselhafte war. Das Grill Royal gilt aktuell als das Promi-Restaurant Berlins und über die Landesgrenzen hinaus als eine der ersten Adressen für eine besondere Gastronomie und ein aufregendes Nachtleben.

Wer einmal dort gegessen hat und den ungezwungenen Flair erleben konnte, der weiß: Den Ruf hat das Lokal vollkommen zu Recht verdient. Nirgends ist Berlin zurzeit spannender zu beobachten. Quasi eine Dependance befindet sich um die Ecke des Einsteins Unter den Linden: das Château Royal, ein Hotel, dessen charmante Bar allen Gästen offensteht und wo man sicherlich die stärksten und besten Drinks dieses Teils der Stadt serviert bekommt.

Grill Royal, Friedrichstraße 105b, 10117 Berlin. Täglich ab 17 Uhr. grillroyal.com. Château Royal Berlin, Neustädtische Kirchstraße 3, 10117 Berlin. chateauroyalberlin.com

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Einstein Unter den Linden – Hotspot seit 30 Jahren

Gegründet Mitte der 90er-Jahre, findet man wohl kaum einen anderen Ort in Berlin, der den Service seit Jahrzehnten so hochhält wie der Promi- und Politikertreff Einstein Unter den Linden. In Sichtweite des Brandenburger Tors treffen sich hier Politiker ebenso wie Einheimische und Touristen zum Lunch oder zum Dinner.

Ein mondäner Ort, der trotzdem nie abgehoben oder gar überheblich daherkommt, sondern jeden Gast wie einen Freund behandelt. Auch hier ist das Schnitzel zu empfehlen. Die Speisekarte steht dem aber ansonsten in nichts nach, gebacken wird selbst. Wer also hier kulinarisch nicht auf seine Kosten kommt, dem ist kaum zu helfen.

Einstein Unter den Linden, Unter den Linden 42, 10117 Berlin. Mo–Fr 8–22 Uhr, Sa 10–22 Uhr, So 10–18 Uhr

Cookies Cream – vegetarische Sterneküche auf Weltniveau

Was früher undenkbar war, ist in einem Restaurant im versteckten Hinterhof in der Behrenstraße, das Nachtleben-Legende Heinz „Cookie“ Gindullis 2007 eröffnete, Realität geworden: vegetarische Küche auf Sterneniveau. Gindullis hat mit seinem Restaurant bewiesen, dass man zwei Dinge braucht, um Erfolg zu haben: eine Vision – hier pflanzliche Küche auf High-End-Niveau – und Durchhaltevermögen, ganz unabhängig von der Meinung anderer Menschen, die der vegetarischen und veganen Küche, die mittlerweile längst den Mainstream bereichert, nur eine kurze Halbwertszeit voraussagten.

Trotz Erfolgs bleibt das Cookies seinen Wurzeln verhaftet. Man hat nie das Gefühl, in einem steifen Sternerestaurant zu essen, sondern quasi einen basisdemokratischen Abend zu verbringen. Hier ist jeder willkommen, der sich auf diese einzigartige Küche einlassen will.

Wer’s tut, der wird umsorgt von einem charmanten und allzeit aufmerksamen Service und wird unter Garantie einen besonderen Abend mit einem mehrgängigen Menü erleben. Das gilt übrigens auch für Gindullis' zweites Lokal, quasi die kleine Schwester zum Cookies Cream: das Crackers.

2000er-Ästhetik und eine Hommage an die Club-Ära: Im Cookies Cream fühlt sich Billie Eilish wohl.

2000er-Ästhetik und eine Hommage an die Club-Ära: Im Cookies Cream fühlt sich Billie Eilish wohl.

© Cookies Cream

Cookies Cream, Behrenstraße 55, 10117 Berlin. Öffnungszeiten: Di–Do 18.30–23 Uhr, Fr–Sa 17–23 Uhr, cookiescream.com

Pinci – ein bisschen Mittelmeer in Mitte

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das Pinci in der Großen Hamburger Straße: Mit seiner frischen Mischung aus Walk-in, Bar und Restaurant wechselt das Lokal mit der großen Fensterfront mehrmals am Tag Konzept und Karte. Frühstück? Aber sicher! Lunch und Dinner? Ebenfalls! Hinter dem Pinci steckt Manuel Pinciroli, ein Deutsch-Italiener und Neffe eines Lambrusco-Winzers.

Wer hier ein Glas Wein bestellt, kann also sicher sein, dass die Auswahl nicht nur zufällig getroffen wurde. Die Karte ist klein, aber wirklich fein, und wer einmal da war, der kommt ganz sicher wieder. Am besten, wenn die Temperaturen noch so sind, dass man vor dem Lokal in der Abendsonne sitzen kann, mit Blick auf Flaneure, Gäste und andere Besucher von Mitte, das sich hier wirklich ein wenig anfühlt, als ob Berlin am Meer liegen würde. Mittelmeer, versteht sich.

„Das Pinci ist genau der Ort, an dem man hängen bleibt – für ein schnelles Frühstück mit Cornetto Marmellata und Espresso, zum Lunch oder auf einen Aperitivo, der nahtlos in den Abend übergeht. Geöffnet von früh bis spät, bald schon ab 8 Uhr – perfekt für alle, die den Tag auf italienische Art beginnen wollen“, wie eine Kritikerin dieser Zeitung treffend schrieb.

Im Pinci bleibt man gerne länger.

Im Pinci bleibt man gerne länger.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Pinci. Große Hamburger Str. 42, 10178 Berlin. Mo–Fr 11–23 Uhr

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