Motorsport

Vom Sachsenring in die große Welt: Wie ein 15-Jähriger seinen Profi-Traum lebt

Elf Siege, der Titel im Moto4 Northern Cup und harte Lehrjahre im European Cup: Der 15-jährige Robin Siegert treibt seinen Traum vom Motorsport-Profi voran.

5 Min
Robin Siegert lebt seinen Traum vom professionellen Motorradrennsport.

Robin Siegert lebt seinen Traum vom professionellen Motorradrennsport.

© Privat

Die Zahl passt zu Robin Siegert: Elfmal hat der 15-Jährige in dieser Saison im Moto4 Northern Cup gewonnen – und das Motorrad des Sachsen trägt die Startnummer elf. Beim Saisonfinale im niederländischen Assen machte Siegert seinen persönlichen Rekord perfekt und beendete damit eine Saison, die ihn seinem großen Ziel ein weiteres Stück nähergebracht hat: dem professionellen Motorradrennsport.

Schon vor dem letzten Wochenende stand fest, dass Siegert den Titel gewonnen hatte. Im Finale ging es für den Fahrer des Teams Kiefer Racing deshalb vor allem darum, einer außergewöhnlichen Saison einen passenden Abschluss zu geben. Das gelang. Im ersten Rennen fuhr Siegert bei schwierigen Bedingungen mit mehr als sieben Sekunden Vorsprung zum elften Saisonsieg. Im zweiten Lauf behauptete er sich in einer achtköpfigen Spitzengruppe und wurde Dritter.

In 13 von 14 Rennen auf dem Podium gelandet

Von den 14 Rennen beendete Siegert 13 auf dem Podium. Nur beim Saisonauftakt verpasste er die ersten drei Plätze und wurde Vierter. Am Ende standen 320 Meisterschaftspunkte und neben dem Titel ein weiterer Bestwert zu Buche.

„Die Saison war schon der Wahnsinn“, sagte Siegert nach dem Finale. Entscheidend sei gewesen, wie schnell sich das Team nach dem Saisonauftakt weiterentwickelt habe. „Wir wussten im Team immer, wann wie was zu machen ist. Jeder wusste, was er zu tun hatte. Das war alles super koordiniert und hat alles gepasst.“

Assen war für Siegert dabei ein besonderer Ort. Dort hatte seine Saison im April begonnen – damals noch im Rahmen der Superbike-WM. Rund ein halbes Jahr später kehrte er als bereits feststehender Champion zurück. Aus dem Auftaktfahrer war ein Rekordchampion geworden.

Der Titel ist allerdings nicht das Ende der Saison. Siegert fährt parallel im Moto4 European Cup, einer international besetzten Nachwuchsserie, in der die Konkurrenz noch einmal eine andere Herausforderung darstellt. Dort geht es für den Sachsen in diesem Jahr vor allem um Erfahrung. Das zeigte sich auch zuletzt im spanischen Aragón.

Elf Siege für die Nummer elf: Robin Siegert hat den Moto4 Northern Cup gewonnen.

Elf Siege für die Nummer elf: Robin Siegert hat den Moto4 Northern Cup gewonnen.

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Im Pre-Qualifying fehlten Siegert nur eineinhalb Zehntelsekunden zum direkten Einzug ins Hauptrennen. Als erster Nicht-Direktqualifikant startete er anschließend von der Pole Position in das Last-Chance-Race. Neun Fahrer bildeten eine Spitzengruppe, in der sich Siegert bis in die Schlussphase behauptete. Zwei Runden vor dem Ende lag er auf Platz drei.

Dann war das Rennen für ihn vorbei. Bei einem Zwischenfall kam es zu einem Dreier-Sturz, Siegert wurde mitgerissen. Damit war auch die Chance auf seine zweite Hauptrennen-Qualifikation nach dem Lauf in Magny-Cours dahin. Dort hatte er sich bei einem Highspeed-Sturz im Zeittraining bereits eine Fleischwunde zugezogen. Diesmal blieb es ebenfalls bei einer Fleischwunde, diesmal am anderen Arm.

„Gleich nach dem Crash war ich schon sauer, weil das einfach komplett drüber war“, sagte Siegert. Der beteiligte Fahrer habe sich später allerdings bei ihm entschuldigt und nach seinem Gesundheitszustand gefragt. „Von daher war es für mich erledigt. Das kann jedem passieren und ist halt Teil des Rennsports.“

Trotz des Rückschlags sieht Siegert sein erstes Jahr im European Cup als Lernjahr. „Ich bin von Rennen zu Rennen ein immer besserer Fahrer geworden“, sagte er.

Auch deshalb blickt der 15-Jährige bereits auf die letzten beiden Rennen der Saison. Nach Aragón folgt Mitte Oktober das Finale in Misano. Die italienische Strecke kennt Siegert noch nicht – sieht darin aber keinen Grund, die eigenen Ambitionen zurückzuschrauben. „Dennoch bin ich sehr motiviert für das letzte Rennwochenende der langen Saison“, sagt er.

Und danach wartet eine neue Herausforderung. Nach seinem zweiten Platz im Northern Talent Cup 2025 und dem nun gewonnenen Moto4 Northern Cup soll Siegert 2027 im Red Bull MotoGP Rookies Cup antreten.

Damit rückt der Sachsenring-Sieger von morgen auf eine der internationalen Nachwuchsbühnen vor, auf denen junge Fahrer für den Grand-Prix-Motorradsport aufgebaut werden. „Das wird sehr aufregend und eine ganz andere Challenge“, sagt Siegert über den nächsten Schritt.

Mit sieben Jahren die ersten Straßenrennen gefahren

Begonnen hat seine Geschichte deutlich kleiner. Im Alter von knapp drei Jahren saß er erstmals auf einem kindgerechten Motorrad, mit sieben Jahren fuhr er seine ersten Straßenrennen. 2018 startete er im ADAC Pocket Bike Cup, später folgten Mini Bikes und mehrere Jahre in spanischen Nachwuchsserien. 2024 gewann er den ADAC Mini Bike Cup in der Ohvale-190-Klasse und wurde beim FIM MiniGP World Final Dritter. Ein Jahr später wurde er Vizemeister im Northern Talent Cup.

Jetzt ist der nächste Schritt vorbereitet. Der Titel im Northern Cup ist eingefahren, der Rekord steht. Die Saison im European Cup läuft noch. Und für Robin Siegert wird es langsam ernst mit dem Traum vom großen Motorradrennsport.

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