Personalie

Vom Ukraine-Sonderstab an die Spitze – Freuding (55) führt künftig die Bundeswehr

Der Heeresinspekteur übernimmt im Februar das Kommando über fast alle Streitkräfte – sein Vorgänger rückt an die Spitze des höchsten Nato-Gremiums.

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Hinter Boris Pistorius (SPD, l), Bundesminister der Verteidigung, steht Brigadegeneral Christian Freuding, bisher Leiter Sonderstab Ukraine. (Archivbild)

Hinter Boris Pistorius (SPD, l), Bundesminister der Verteidigung, steht Brigadegeneral Christian Freuding, bisher Leiter Sonderstab Ukraine. (Archivbild)

© Kay Nietfeld/dpa

Das Bundesverteidigungsministerium hat die künftige Führung der Streitkräfte bekanntgegeben: Heeresinspekteur Christian Freuding wird neuer Generalinspekteur und damit ranghöchster Soldat Deutschlands. Die Entscheidung teilte das Ministerium am Donnerstag in Berlin mit.

Der 55-jährige Generalleutnant tritt im Februar die Nachfolge von Carsten Breuer an. Dieser war im September zum Vorsitzenden des Militärausschusses der Nato gewählt worden und übernimmt diesen Posten Mitte kommenden Jahres.

Warum Pistorius auf Freuding setzt

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bezeichnete seinen Kandidaten als eine „kluge und überzeugende Führungspersönlichkeit“. Freuding bringe „alle Voraussetzungen“ mit, um den Soldatinnen und Soldaten ein Vorbild zu sein und sie „in das neue Zeitalter zu führen, in dem wir uns besser schützen müssen als in den Jahrzehnten zuvor“.

Pistorius verwies auf das starke Wachstum der Truppe und die wachsende Verantwortung innerhalb des Bündnisses. Der neue Generalinspekteur stehe für „Kameradschaft und die Werte unserer Bundeswehr“ und bewahre auch bei großen Herausforderungen „einen kühlen Kopf“.

Erfahrung aus dem Ukraine-Krieg

Freuding ist gelernter Heeresaufklärer und studierter Politikwissenschaftler. In seiner Laufbahn diente er in Auslandseinsätzen in Bosnien und Herzegowina sowie in Afghanistan.

Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs übernahm er 2022 die Leitung des Sonderstabs Ukraine und koordinierte die deutsche militärische Unterstützung. Von 2023 bis 2025 leitete er den neu geschaffenen Planungs- und Führungsstab im Ministerium, bevor ihn Pistorius im Oktober 2025 zum Inspekteur des Heeres ernannte.

Das Drohnenregiment als Fingerzeig

Pistorius hob hervor, dass Freuding als Leiter des Ukraine-Sonderstabs die „rasanten technischen Entwicklungen“ im Krieg analysiert und daraus Schlüsse für die Verteidigungsfähigkeit gezogen habe. Als Heereschef habe er daraus in kurzer Zeit konkrete Maßnahmen abgeleitet – unter anderem mit der Aufstellung des ersten Drohnenregiments.

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Lob kam auch aus dem Bundestag. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), nannte Freuding gegenüber der „Rheinischen Post“ einen „ausgezeichneten Offizier, der über große militärische Führungserfahrung und ein tiefes Verständnis für die sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit“ verfüge.

Die Aufgabe für den neuen obersten Soldaten

Nach Einschätzung von Röwekamp steht Freuding vor einer gewaltigen Aufgabe: „Er muss die Zeitenwende konsequent in die Truppe tragen und dafür sorgen, dass aus politischen Entscheidungen konkrete militärische Fähigkeiten werden.“ Dafür brauche er die volle Unterstützung der Politik.

Breuer wiederum rückt an eine zentrale Schnittstelle von Politik und Militär. Der 61-Jährige wird künftig das oberste militärische Gremium der Nato leiten und als direkter militärischer Berater von Generalsekretär Mark Rutte tätig sein. (mit AFP)

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