Wanderroute

Von Schmilka zum Prebischtor: Neuer Wanderweg verbindet Böhmische und Sächsische Schweiz

Nach dem großen Waldbrand im Sommer 2022: Auf der neuen Nationalpark-Wegeverbindung zwischen Hřensko und Schmilka erleben Wanderer, wie sich die Natur erholt.

4 Min
Im Sommer 2022 war es in der Sächsischen Schweiz zu Waldbränden gekommen.

Im Sommer 2022 war es in der Sächsischen Schweiz zu Waldbränden gekommen.

© Sebastian Kahnert/dpa

Am Samstag, 11. April, wurde ein neuer grenzüberschreitender Wanderweg zwischen dem tschechischen Hřensko und dem sächsischen Schmilka offiziell eröffnet. Die knapp drei Kilometer lange Route verbindet die beiden Nationalparks Böhmische Schweiz und Sächsische Schweiz und führt als Bergpfad durch Gelände, das teilweise von den schweren Waldbränden im Jahr 2022 betroffen war.

An der Einweihung nahmen der tschechische Umweltminister Igor Červený und der Staatssekretär des Sächsischen Umweltministeriums Ulrich Menke teil. Ebenfalls vor Ort waren die Bürgermeisterin von Hřensko, Kateřina Horáková, der Bürgermeister von Děčín, Jiří Anděl, sowie die Leiter beider Nationalparkverwaltungen – Petr Kříž auf tschechischer und Uwe Borrmeister auf deutscher Seite. Im Anschluss an den Festakt fand eine Eröffnungswanderung statt, an der zahlreiche Bewohner der Region und Ehrengäste teilnahmen.

„Mit ihnen konnten wir jetzt zur Eröffnung der touristischen Saison im Frühling die Naturentwicklung auf den Waldbrandflächen 2022 erleben und die neu erschlossenen Aussichten gemeinsam genießen“, sagte Borrmeister, der die Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst leitet.

Umfangreiche Umweltprüfungen gingen voraus

Der Eröffnung gingen aufwändige umweltrechtliche Prüfungen und Geländearbeiten voraus. Da der überwiegende Teil der Strecke auf dem Gebiet des Nationalparks Böhmische Schweiz liegt, ließ die dortige Verwaltung ein Gutachten erstellen. Darin wurde untersucht, ob geschützte Tiere, Pflanzen und Lebensräume nach der europäischen Natura-2000-Schutzrichtlinie – einem EU-weiten Netzwerk zum Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume – beeinträchtigt werden könnten. Das Ergebnis: Die Route konnte außerhalb der Kernzonen beider Nationalparks angelegt werden. Negative Auswirkungen sollen durch begleitende Maßnahmen wie ein Monitoring vermieden werden.

Nationalparkleiter Kříž zeigte sich erfreut über das öffentliche Interesse: „Die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz hat verschiedene Gelände-Arbeiten zur Schaffung eines gut begehbaren Pfades verwirklicht.“

Forderung nach mehr grenzüberschreitenden Wegen

Manchen Kritikern geht die Eröffnung des neuen Weges nicht weit genug. Der Kartograph Rolf Böhm aus Bad Schandau schreibt: „Dieser Weg ist eine wunderschöne Sache. Aber hoffentlich ist das nicht so gemeint, das damit nun die Forderungen nach anderen Wander-Grenzübergängen erledigt wären und künftig zu unterbleiben hätten.“ Hintergrund ist die große Zahl an historischen, grenzüberschreitenden Wanderwegen in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, die seit Nationalparkgründung extrem zurückgebaut wurden, obwohl bei der Eröffnung 1990 noch das grenzübergreifende Wandern als Priorität ausgegeben wurde. Der grenzüberschreitende Weg durch den Großen Zschand, der im Rahmen der Festveranstaltung feierlich begangen wurde, ist heute ein verbotener Pfad. Ruhezonen für die Natur seien durch Borkenkäferbefall großflächig entstanden, so Böhm, da könne man historisch wichtige Wege auch schrittweise wieder öffnen.

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Anbindung an bestehende Wege und ÖPNV

Der neue Wanderweg beginnt oberhalb von Hřensko am Eingang zum Tal Suchá Bělá (Dürre Biele) und mündet nahe Schmilka in den bestehenden Grenzweg. Von dort aus können Wanderer zum Großen Winterberg aufsteigen, den „Weg zur Wildnis“ nutzen oder ihren Ausflug an der Nationalpark-Informationsstelle in Schmilka beenden. Die Route eröffnet zudem Anschlüsse zu Zielen im tschechischen Nationalpark, darunter das Prebischtor und die neue Aussichtsplattform „Fénix“ bei Mezná.

Für die Rückfahrt steht die Buslinie 435 des Regionalverkehrs Ústí nad Labem zur Verfügung, die im Stundentakt zwischen Schmilka und Hřensko verkehrt. Die Anreise ist per S-Bahn bis Schmilka-Hirschmühle oder Schöna möglich, von wo aus Fähren ans gegenüberliegende Elbufer übersetzen. Weitere Verbindungen finden sich im grenzübergreifenden Wanderfahrplan 2026. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz hat den neuen Weg bereits in einen Wandervorschlag mit Bezug zum Historischen Malerweg integriert.

Der Wegverlauf des neuen grenzübergreifenden Wanderweges ist unter mapy.com,  einem kostenlosen Karten- und Navigationsdienst des tschechischen Unternehmens Seznam.cz, braun gestrichelt eingezeichnet.

Auf der digitalen Plattform und App Outdooractive.com ist der Wegverlauf des neuen grenzübergreifenden Wanderweges integriert in einen Wandervorschlag des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz mit Bezug zum Historischen Malerweg.

Die Anreise kann mit der S-Bahn bis Schmilka-Hirschmühle oder Schöna erfolgen, von da aus fährt die Fähre ans gegenüberliegende Elbufer in Schmilka bzw. Hřensko. Diese und weitere Fahrtmöglichkeiten lassen sich über den grenzübergreifenden Wanderfahrplan 2026 zusammenstellen.

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