Der einflussreiche Tech-Milliardär Peter Thiel hat wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen den Militäreinsatz der USA gegen den Iran offen kritisiert. „Wir hätten es nicht tun sollen“, sagte Thiel bei einem Vortrag in Nashville, wie Politico berichtet. Damit zählt der frühere Großspender zu den prominentesten Trump-Verbündeten, die bislang offen Bedenken gegen den Krieg geäußert haben.
Nach Angaben von Politico machte Thiel in dem Vortrag zugleich deutlich, dass er Trump weiter unterstütze und den Präsidenten schützen wolle. In seiner Rede wandte sich Thiel grundsätzlich gegen Militäreinsätze im Nahen Osten.
Treffen mit Netanjahu
Thiel schilderte dem Bericht zufolge auch ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Anfang 2024 nach dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober. Auf die Frage nach den Plänen in Gaza habe Netanjahu geantwortet: „Ich kann es nicht einfach dresdenisieren“ – ein Verweis auf die alliierte Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg mit rund 25.000 Toten.
Thiel hatte Trump als erster großer Tech-Investor im Jahr 2016 unterstützt und war 2022 der wichtigste Finanzier der Super-PACs für die Senatskampagne des heutigen Vizepräsidenten JD Vance. Politico hatte im März berichtet, Vance habe sich im Vorfeld des Kriegsbeginns „skeptisch“ zu einem US-Militärschlag gegen den Iran geäußert.
In Berlin war es im September zu Protesten gekommen, als der Axel Springer Verlag Thiel persönlich einen Preis verlieh.
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