Die Chance ist hoch, dass „The Witcher 3“ längst in Ihrer Spielebibliothek liegt. Das Rollenspiel hat sich seit 2015 mehr als 65 Millionen Mal verkauft, oft im Sale für ein paar Euro.
Wer es nie angerührt hat, bekommt am Dienstag die beste Ausrede. Am 29. September erscheint „The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered“. Für Besitzer des Originals kostet die Neuauflage nichts.
Elf Jahre nach dem Start überarbeitet das polnische Studio CD Projekt Red sein erfolgreichstes Spiel grundlegend. Angekündigt hat es das Remaster Ende August zum Abschluss der Gamescom-Eröffnungsshow in Köln.
Worum geht es in „The Witcher 3“?
Spieler steuern Geralt von Riva, einen Monsterjäger, durch eine vom Krieg zerrissene Fantasywelt. Er sucht seine Ziehtochter Ciri, die von der geisterhaften Wilden Jagd verfolgt wird.
Die Vorlage stammt aus den Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski. Viele kennen Geralt auch aus der Netflix-Serie „The Witcher“.
Release am 29. September für PC, PS5, Xbox und Switch 2
Die Neuauflage erscheint für PC, Playstation 5 und Xbox Series X|S. Neu dazu kommen eine native Fassung für die Nintendo Switch 2 und Blizzards PC-Plattform Battle.net.
Für PS4, Xbox One und die erste Switch ist das Remaster nicht angekündigt.
Die genauen Startzeiten hat CD Projekt Red am Donnerstag auf einer Weltkarte veröffentlicht.
Witcher 3 Remastered kostenlos: Wer zahlen muss
Wer das Spiel auf dem PC bei GOG, Steam oder Epic besitzt oder auf PS5 und Xbox Series, muss nichts tun. Das Upgrade kommt als kostenloser Download. Vorab laden lässt es sich laut dem Fachportal Playfront nicht.
Wer neu auf der Switch 2 oder über Battle.net einsteigt, muss kaufen und kann bereits vorbestellen.
Neukäufer zahlen rund 50 Euro. Auf Steam hat sich die Complete Edition kurz nach der Ankündigung still und leise um 20 Euro verteuert, wie Gamestar berichtete. Der Trick, schnell noch das günstigere Original zu kaufen, funktioniert also nicht mehr.
Dafür sind beide Erweiterungen enthalten. „Hearts of Stone“ und „Blood and Wine“ hat das Studio ohnehin seit dem 25. August allen Besitzern freigeschaltet, egal welche Edition sie haben.
Alte Spielstände laufen im Remaster weiter
Gute Nachricht für alle, die irgendwo in Velen hängen geblieben sind: Bestehende Spielstände funktionieren auch im Remaster. Das hat der Kundensupport des Studios auf X bestätigt.
Freigeschaltete Erfolge und Trophäen bleiben ebenfalls erhalten. Niemand muss bei null anfangen.
Neuer Skilltree und überarbeiteter Kampf
Das Studio verspricht mehr als 30 Verbesserungen. Umgebaut wird vor allem der Kampf mit neuen Finishern, neuen Effekten für die Hexerzeichen und flüssigeren Abläufen.
Das komplette Fähigkeitensystem wird durch einen neuen Skilltree ersetzt. Überarbeitet sind auch die Monster-KI und das Reiten auf Geralts Pferd Plötze.
Neu ist ein Transmog-System. Damit lässt sich das Aussehen einer Rüstung unabhängig von ihren Werten wählen.
Kein Gewichtslimit mehr im Inventar
Wer das Mikromanagement immer gehasst hat, darf es abschalten. Die Haltbarkeit von Waffen und Rüstungen lässt sich deaktivieren, das Inventar verliert auf Wunsch sein Gewichtslimit.
Beute sammelt Geralt auf Wunsch automatisch im Vorbeigehen ein. Bislang ging das nur mit Mods am PC.
90 FPS auf der PS5 Pro, Mods erstmals auf Konsole
Auf der PS5 Pro läuft das Spiel im Performance-Modus mit bis zu 90 Bildern pro Sekunde. Auf dem PC gibt es Pathtracing.
Erstmals kommen auch auf den Konsolen Mods ins Spiel. Allerdings nur eine geprüfte Auswahl über die Plattform mod.io, etwa neue Frisuren oder Erweiterungen für das Kartenspiel Gwent.
Kritik an der neuen Grafik
Ganz ohne Streit geht es nicht. Ein offizielles Vergleichsvideo zeigt Geralt im Sumpf, seine Rüstung wirkt deutlich schärfer.
Die neuen Wasserreflexionen empfinden viele Fans jedoch als überstrahlt und künstlich, berichtet das Portal. Die düstere Sumpfstimmung leide darunter. Ob das im fertigen Spiel so bleibt, zeigt sich am Dienstag.
Unser Tipp: Jetzt spielen, nicht auf 2027 warten
Manche Fans wollen ihren nächsten Durchgang aufschieben, bis 2027 die dritte Erweiterung „Songs of the Past“ erscheint. Das ist ein Fehler.
Hauptspiel und beide Erweiterungen füllen locker einen ganzen Herbst. Und das Zeitfenster ist günstig: Am 19. November erscheint GTA 6. Danach dürfte für ein Rollenspiel dieser Größe kaum noch Zeit bleiben.
„Songs of the Past“ baut technisch auf dem Remaster auf. Wer jetzt startet, geht 2027 nahtlos in die neue Geschichte über. „The Witcher 4“ ist nach aktueller Planung erst 2028 dran.
2015 wurde „The Witcher 3“ bei den Game Awards zum Spiel des Jahres gekürt. Heute steht es auf Platz acht der meistverkauften Videospiele aller Zeiten.
Wer es besitzt, sollte am Dienstag laden. Wer es nicht besitzt, bekommt für 50 Euro ein Rollenspiel, an dem sich die Konkurrenz seit elf Jahren misst.
2,8 Milliarden Dollar futsch: Der GTA-6-Leak wird für Rockstar zum Albtraum
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]