Vorbereitungen stehen kurz vor dem Abschluss

Töpfer soll neues Klima-Institut in Potsdam leiten

Andrea Beyerlein
2 Min

POTSDAM. Klaus Töpfer kommt nach Potsdam. Der ehemalige Umweltdirektor der Vereinten Nationen und frühere Bundesumweltminister soll nach Informationen der Berliner Zeitung die Leitung des neuen Instituts für Klimaforschung und Nachhaltigkeitsstudien übernehmen. Die vom Bundesforschungsministerium betriebenen Gründungsvorbereitungen in der Landeshauptstadt stehen kurz vor dem Abschluss. Damit steigt Potsdam endgültig in die Weltliga der Klimaforscher auf.Töpfer hat in den vergangenen Monaten mehrfach Potsdam besucht, um mögliche Standorte für das Spitzeninstitut zu besichtigen. Sein Amt bei den Vereinten Nationen in Nairobi hatte der 70-Jährige 2006 abgegeben. Jetzt fungiert er unter anderem als stellvertretender Vorsitzender des von der Bundesregierung berufenen Rates für Nachhaltige Entwicklung.Als künftiger Sitz der neuen Forschungseinrichtung ist etwa ein Areal im Bereich des Luftschiffhafens im Gespräch, aber auch Gebäude im Umfeld des Telegrafenberges. Dort haben bereits international renommierte Forschungseinrichtungen wie das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ), das Astrophysikalische Institut (AIP) oder das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung ihren Sitz.Die Idee der Institutsgründung geht auf ein Symposium hochkarätiger Wissenschaftler, darunter 15 Nobelpreisträger, vor anderthalb Jahren im Potsdamer Neuen Palais und den Klimaschutzgipfel im Oktober 2007 zurück. Zu den Initiatoren gehören PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber und der GFZ-Vorstandsvorsitzende Reinhard Hüttl. Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hatte daraufhin vorgeschlagen, ein Spitzeninstitut mit internationaler Strahlkraft mit Sitz in Potsdam zu gründen, das sich auf die Themen Klima, Erdsystem und Nachhaltigkeit konzentriert. In Potsdam arbeiten schon jetzt 5 000 Wissenschaftler.Wie die Berliner Zeitung erfuhr, soll das neue Spitzeninstitut für zunächst sieben Jahre über eine Projektförderung von 6,6 Millionen Euro finanziert werden. Weitere Gelder sollen von Sponsoren kommen. Den Löwenanteil trägt der Bund. Aber auch Brandenburg wird sich nach gegenwärtigem Stand mit einem Maximalbetrag von einer Million Euro beteiligen. Eine entsprechende Vorlage von Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) hat das Landeskabinett diese Woche gebilligt.In der Vorlage begrüßt das Ministerium die Ansiedlung des neuen Instituts als "Meilenstein bei der Gestaltung des Landes zu einer Modellregion nachhaltiger Entwicklung mit einer starken klima- und klimafolgenrelevanten Forschung". Bis zu 30 Stellen für renommierte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sollen gefördert werden.Das Bundesforschungsministerium hält sich allerdings noch bedeckt. Über Details werde noch verhandelt, sagte gestern ein Sprecher auf Anfrage. Zu Namen wollte er sich nicht äußern.------------------------------Foto: Klaus Töpfer soll das Spitzeninstitut in Potsdam leiten.

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