BERLIN, 10. Dezember. Die Bewerbung des vom Essener Baukonzern Hochtief geführten Konsortiums um den Neubau des Berliner Großflughafens sowie die Übernahme der drei bestehenden Hauptstadt-Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld steht offenbar vor dem Scheitern. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" treffen die Airport-Eigentümer Berlin, Brandenburg und der Bund bereits Vorkehrungen für den Fall, dass sie das Privatisierungsverfahren ohne Zuschlagserteilung beenden müssen. Um zu verhindern, dass die Berlin Brandenburg Flughafen-Holding (BBF) dann führungslos wird, soll der Aufsichtsrat am Freitag den bereits ausgelaufenen Vertrag von Holding-Chef Götz Herberg um ein weiteres Jahr verlängern. Zudem soll mit dem Ex-Politiker Jörg Rommerskirchen (SPD) ein neuer Personal-Vorstand für mindestens drei Jahre bestellt werden. Er scheidet zum Jahreswechsel aus dem Vorstand des Hauptstadt-Gasversorgers Gasag aus. Der BBF-Aufsichtsrat wird sich am Freitag erstmals mit dem präzisierten Angebot des Bieterkonsortiums befassen. Wie im Vorfeld dazu verlautete, sehen die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund die Offerte der Bieter weiterhin außerordentlich kritisch. Zusätzliches "Erstaunen" der Alt-Eigentümer habe die Absicht der Investoren ausgelöst, nach der sofortigen Übernahme der Betreiberfunktion für die drei bestehenden Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld den Baubeginn für den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld auf das Jahr 2007 zu verschieben. Das angepeilte Bauvolumen soll zudem an die bis dahin neu zu kalkulierende Bedarfsentwicklung angepasst werden. Nur unter diesen Voraussetzungen sieht sich das Bieterkonsortium in der Lage, für die BBF einen höheren als den in der Ausgangsgangsofferte genannten Kaufpreis von 50 Millionen Mark anzubieten. Die bisherigen Planungen sahen dagegen vor, mit dem Airport-Neubau in Schönefeld unmittelbar nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses möglichst noch im Jahr 2003 zu beginnen und den auf eine Jahreskapazität von zunächst 20 Millionen Passagieren jährlich ausgerichteten Neubau Ende 2007/Anfang 2008 in Betrieb zu nehmen. Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi ist das präzisierte Angebot des Bieterkonsortiums "nicht verhandlungsfähig". Es dürfe keinesfalls dazu kommen, so BBF-Aufsichtsratsmitglied Werner Ruhnke, dass den privaten Bietern mit der sofortigen Übertragung des umsatz- und gewinnstarken Flughafens Tegel eine "Gelddruckmaschine" überlassen werde. Unterdessen zeichnet sich ab, dass die Holding im laufenden Geschäftsjahr wieder in die roten Zahlen rutscht. Zwar wird für das BBF-Betriebsergebnis - zu dem der Flughafen Tegel einen Gewinn von voraussichtlich 45,5 Millionen Euro (Vorjahr: 48,7 Millionen Euro) beisteuert, während Schönefeld mit minus 22,4 Millionen Euro (minus 17,6 Mio. Euro) und Tempelhof mit minus 10 Millionen Euro (minus 10,8 Millionen Euro) Verluste schreiben - noch ein Gewinn von vier Millionen Euro (Vorjahr: 14 Millionen Euro) prognostiziert. Dem stehen allerdings wegen der hohen Altschulden Zinsaufwendungen der Holding von mehr als zehn Millionen Euro gegenüber."Das ist kein verhandlungsfähiges Angebot für die Berliner Flughäfen. " Werner Ruhnke, Verdi
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