Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im zweiten Quartal erneut eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank das Konzernergebnis nach Steuern in den Monaten April bis Juni um 32,9 Prozent von 2,29 Milliarden Euro auf 1,54 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte.
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Absatz weltweit rückläufig
Weltweit setzte der Konzern in den Monaten April bis Juni knapp 2,1 Millionen Fahrzeuge ab und damit 8,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders stark fiel der Rückgang in China mit 36,6 Prozent aus. Zuwächse verzeichnete Volkswagen dagegen in Nord- und Südamerika sowie in Europa. Auch andere deutsche Hersteller meldeten zuletzt sinkende Absatzzahlen: BMW lieferte 4,9 Prozent weniger Fahrzeuge aus, Mercedes verzeichnete ein Minus von sechs Prozent, Audi eines von gut acht Prozent.
Debatte um Standorte und Stellenabbau
Der Ergebnisrückgang verschärft die Diskussion über die Zukunft mehrerer VW-Werke. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters könnten weltweit bis zu 50.000 Stellen wegfallen, davon 35.000 bei der Kernmarke VW. Für die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm gebe es für die 2030er-Jahre bislang keine gesicherte Belegung.
Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter (SPD) forderte eine klare Perspektive für das Werk Zwickau, wo rund 8000 Menschen für VW arbeiten. „Ich erwarte von VW eine echte Zukunftsperspektive für Zwickau, fordere Wertschätzung für die Leistung der Beschäftigten und appelliere an die in den Konzerngrundsätzen festgeschriebene gesellschaftliche Verantwortung“, sagte Panter. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), der dem VW-Aufsichtsrat angehört, erklärte: „Das Schließen von Werken ist kein Zukunftskonzept.“
Blume schließt Werksschließungen bis 2030 aus
VW-Chef Oliver Blume geht im Konzern nicht von Werksschließungen bis zum Jahr 2030 aus. „In unseren existierenden Werken insbesondere in Deutschland haben wir Modelle in der Produktion und wir brauchen diese Modelle“, sagte Blume in einer Telefonkonferenz zur Quartalsbilanz. „Es ist nicht realistisch, über Werkschließungen bis 2030 zu reden.“ Es gebe schlauere Wege als Werksschließungen. Zuerst müsse über Verbesserungen bei der Wettbewerbsfähigkeit gesprochen werden.
Als eine Option brachte Blume ins Spiel, in China entwickelte VW-Modelle künftig in Europa zu fertigen. Dabei gehe es ausschließlich um eigene Modelle, die der Konzern bisher nur in China anbiete, und um Segmente, in denen VW in Europa bislang nichts im Angebot habe.
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