Wie geht es weiter mit dem VW-Werk in Zwickau? Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) erweckte bei einer Veranstaltung in Pirna den Eindruck, die Würfel seien gefallen. Nach der bis 2030 ausgesprochene Standortgarantie solle das Werk geschlossen werden, teilte sie Stadträten aus Pirna, Dohna und Heidenau auf einer nicht öffentlichen Veranstaltung am Montagabend mit, bei der es eigentlich um den Industriepark Oberelbe bei Pirna ging.
Bei VW zeigt man sich über diese Äußerung sehr verwundert. Es habe keinerlei Gespräche im Vorfeld dazu gegeben. Wenn die Ministerin allerdings Gesprächsbedarf habe, könne sie sich jederzeit melden, man sei auskunftsbereit, so ein Sprecher des Unternehmens.
Das Infrastrukturministerium lässt ausrichten: „Das war ganz und gar nicht so von der Ministerin gemeint“, so eine Sprecherin. Das Ministerium dementiert nun, dass die Äußerungen an diesem Abend so gefallen seien. Die Ostdeutsche Allgemeine hat sich jedoch von drei verschiedenen Quellen den Inhalt der Aussagen der Ministerin bestätigen lassen.
Sachsens Infrastrukturministerin: „Es gibt schlechte Nachrichten - VW Zwickau schließt 2030“
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VW muss sich neu aufstellen und dabei massiv Kosten senken. In dem Zusammenhang war von Werksschließungen die Rede. Zwickau ist einer der gefährdeten Standorte. Aber es ist noch nichts entschieden, so der VW-Sprecher weiter. Man wolle die nächsten sechs bis zwölf Monate nutzen, um für die einzelnen Werke eine Zukunftsstrategie zu prüfen. „Schließungen sind die letzte und auch die teuerste Option“, hatte VW-Vorstand Oliver Blume mitgeteilt.
Das VW-Werk in Zwickau steht auf der Kippe.
© Hendrik Schmidt/dpa
Für die sächsischen Autobauer kommt die mutmaßliche Äußerung von Ministerin Kraushaar zur Unzeit. Morgen wird sich Vorstand Blume den Mitarbeitern in Zwickau stellen. Mit finalen Aussagen rechnet hier wohl keiner, zumal wichtige Entscheidungen im Aufsichtsrat getroffen werden.
Die Kommunikation innerhalb von VW kritisierte auch der Betriebsrat in Wolfsburg nach Blumes Besuch am Dienstag: „Sämtliche relevanten Informationen“ über die Auswirkungen eines zusätzlichen Jobabbaus fehlten weiterhin, erklärte die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo in einer Mitteilung, die der Presseagentur AFP vorlag. „Oliver Blume hat seine Chance also verpasst, zu sagen, was ist.“
Der Konzernchef hatte sein Sanierungskonzept „Zielbild 2030“ bereits am 9. Juli den Aufsichtsräten präsentiert. Es war abgelehnt worden. Am Freitag, den 4. September, kommt das Gremium nun erneut zur Beratung zusammen. (mit dpa)
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