In Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonntag in vier Städten neue Stadtoberhäupter gewählt worden. Während in Anklam der langjährige Amtsinhaber Michael Galander bereits im ersten Wahlgang klar siegte, müssen die Wähler in Schwerin, Wismar und Ueckermünde am 26. April erneut an die Urnen – keiner der dortigen Kandidaten erreichte die nötige absolute Mehrheit.
Schwerin: CDU vor SPD, AfD knapp dahinter
In der Landeshauptstadt Schwerin, wo nach dem vorzeitigen Rücktritt des SPD-Politikers Rico Badenschier Ende 2025 ein neuer Oberbürgermeister gesucht wird, traten sieben Kandidaten an. CDU-Bewerber Sebastian Ehlers holte mit 34,2 Prozent die meisten Stimmen, gefolgt von SPD-Kandidatin Mandy Pfeifer, die auch von den Linken unterstützt wird, mit 27,9 Prozent. Die AfD-Kandidatin Petra Federau landete mit 26,3 Prozent nur knapp dahinter auf dem dritten Platz. Die Wahlbeteiligung lag laut Stadtverwaltung bei 59,8 Prozent. Badenschier hatte nach neun Jahren an der Spitze der knapp 100.000 Einwohner zählenden Stadt unter anderem wegen schwerwiegender Differenzen mit der Stadtvertretung sein Amt vorzeitig niedergelegt.
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Wismar: SPD-Kandidat Junge vorn, AfD in der Stichwahl
In der Hansestadt Wismar, wo acht Kandidaten auf dem Stimmzettel standen – so viele wie in keiner anderen Stadt an diesem Wahlsonntag –, setzte sich SPD-Bundestagsabgeordneter Frank Junge mit 42,1 Prozent deutlich an die Spitze. Für die Stichwahl qualifizierte sich AfD-Kandidatin Manuela Medrow mit 20,5 Prozent. CDU-Bewerber Christoph Meister erreichte 14,7 Prozent. Der bisherige Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) hatte nach 16 Jahren an der Verwaltungsspitze der rund 44.000 Einwohner zählenden Stadt nicht erneut kandidiert.
Anklam: Galander regiert weiter
Eindeutige Verhältnisse herrschten in Anklam: Der seit 2002 amtierende Bürgermeister Michael Galander (Initiativen für Anklam/IfA) gewann seine dritte Wiederwahl mit 72,1 Prozent der Stimmen. Sein einziger Herausforderer, Jörg Valentin von der AfD, kam auf 27,9 Prozent. Die Auszählung in der rund 12.000 Einwohner zählenden Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald war bereits vor 19 Uhr weitgehend entschieden. Nennenswerte Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.
Ueckermünde: Zwischenfälle im Wahlkampf
Schüsse auf Haus von Bürgermeisterkandidat – Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags
In der rund 8.800 Einwohner zählenden Stadt Ueckermünde, wo sieben Kandidaten antraten, konnte sich ebenfalls niemand im ersten Wahlgang durchsetzen. Die Einzelbewerber Karsten Berndt (33,8 Prozent) und Tino Spiegelberg (20,9 Prozent) gehen am 26. April in die Stichwahl, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Der bisherige Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) war nicht erneut angetreten.
Im Vorfeld der Ueckermünder Wahl hatte es nach Angaben der Polizei mehrere Zwischenfälle gegeben: Ein Kandidat berichtete von Knallgeräuschen, die er als Schüsse gegen sich wertete. Ein anderer Bewerber war wiederholt von Sachbeschädigungen betroffen. Zudem wurde im Umfeld einer Podiumsdiskussion die Seitenscheibe eines Polizeifahrzeugs mit einem Stein eingeworfen. Die Polizei ermittelt in den jeweiligen Fällen. Der Wahltag selbst verlief in allen vier Städten nach bisherigen Erkenntnissen ohne größere Vorkommnisse.
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