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Feuerwehreinsatz

Waldbrand im Müritz-Nationalpark: „Viel Rauch und Glut“ – Keine Entwarnung am Freitag

Der Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern dehnt sich immer weiter aus. Bundeswehr-Hubschrauber sollen auch am Freitag wieder beim Löschen helfen.

5 Min
Ein Bundeswehr-Hubschrauber CH-53 wirft aus dem 5000-Liter-Tank Löschwasser über dem Waldbrand im Müritz-Nationalpark ab.

Ein Bundeswehr-Hubschrauber CH-53 wirft aus dem 5000-Liter-Tank Löschwasser über dem Waldbrand im Müritz-Nationalpark ab.

© Jens Büttner/dpa

Beim Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern können die Behörden weiter keine Entwarnung geben. Aus der Luft sei inzwischen zwar wenig offenes Feuer zu sehen, aber viel Rauch und Glut, teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Freitag in Neubrandenburg laut der Nachrichtenagentur AFP mit. Von dem Feuer betroffen war demnach zuletzt eine Fläche von gut 360 Hektar. Mehr als 300 Einsatzkräfte bekämpften den Brand.

Zwei Löschhubschrauber der Bundeswehr sollten ab dem Vormittag wieder abheben. Die Ortschaft Granzin mit ihren knapp 400 Einwohnern bleibt vorerst weiter evakuiert. Der Brand war am Montag ausgebrochen. Explodierende Altmunition in dem Gebiet erschwert weiterhin die Bekämpfung. Die Einsatzkräfte hoffen auf Entlastung durch die angekündigten Gewitter in MV am Freitag.

Kreisregner kommen unter anderem aus Brandenburg

Der Landkreis Prignitz beteiligt sich an der Bekämpfung des Waldbrandes im Müritz-Nationalpark und stellt 30 Kreisregner bereit. Grundlage ist ein Hilfeleistungsersuchen aus Mecklenburg-Vorpommern, das das brandenburgische Innenministerium am Mittwochmittag an alle Landkreise und kreisfreien Städte weitergeleitet hatte. Insgesamt seien 200 Kreisregner angefragt worden, teilte der Landkreis mit.

Neben der Prignitz liefern demnach auch die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Havelland sowie die Landeshauptstadt Potsdam Geräte. Am Donnerstagmorgen wurde die Hilfsfracht in Wildberg bei Neuruppin verladen und von Prignitzer Einsatzkräften in den Bereitstellungsraum nach Dalmsdorf gebracht.

Ein Kreisregner kann laut Landkreis bis zu 800 Liter Wasser pro Minute versprühen. Die Geräte würden in Reihe geschaltet, ihre Wirkungsbereiche überlappten sich, so dass das gesamte beregnete Gebiet bewässert werde. Ein Vorteil sei, dass die Regner ohne ständige Anwesenheit von Personal betrieben werden könnten.

Mehr als 300 Hektar Wald brennen

Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat sich weiter ausgedehnt. Nach Angaben des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte steht inzwischen Fläche von mehr als 300 Hektar in Flammen, teilte der Landkreis mit.

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Im Einsatz seien sind etwa 375 Kräfte, darunter Unterstützung aus Bayern, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Auch das Technische Hilfswerk ist vor Ort. Mit rund 320 Hektar sind ist der Brand im Müritz-Nationalpark schon jetzt größer als alle Waldbrände zusammen, die in diesem Jahr bislang in dem Bundesland erfasst wurden.

Munition erschwert Löscharbeiten

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte am Donnerstag vor Ort, die Einsatzkräfte seien überzeugt, „dass sie das voll im Griff haben“. Es sei deshalb weiterhin kein Katastrophenfall ausgerufen worden.

Weil der ehemalige Truppenübungsplatz mit Altmunition belastet ist, dürfen die Einsatzkräfte laut Landkreis einen Sicherheitsabstand von rund 1000 Metern nicht unterschreiten. Ein direktes Vorgehen gegen die Flammen ist damit ausgeschlossen. „Ansonsten wäre das Feuer längst aus“, weil die Feuerwehrleute längst in das Gebiet vorgedrungen wären, so der Landrat des betroffenen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller. Davon betroffen sind Möllenhagen, Penzlin, Neustrelitz, Wesenberg, Mirow, Rechlin und Röbel/Müritz. 

Die Feuerwehr versucht, den Brand von außen mit Kreisregnern einzudämmen. Insgesamt seien bereits 67 zusätzliche Kreisregner aufgebaut worden, weitere 120 sollten im Tagesverlauf hinzukommen, teilte der Landkreis mit. Drei Bundeswehr-Hubschrauber sollen zudem beim Löschen des Großbrandes im Müritz-Nationalpark unterstützen. Zudem entsendet die Bundeswehr in dem Amtshilfeverfahren noch einen kleineren Hubschrauber,

Immer wieder komme es zu Explosionen von im Boden liegender Munition, sagte ein Sprecher des Landkreises. Dabei gehe es auch um größere Kaliber; in der Vergangenheit seien in dem Gebiet etwa Panzersprenggranaten gefunden worden. Auch am Donnerstag waren teils heftige Explosionen zu hören. Wegen möglicher giftiger Gase wie Phosphor sei zudem ein ABC-Erkunder des Katastrophenschutzes im Gelände unterwegs. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, versicherte der Landkreis.

Die am Dienstagabend angeordnete Evakuierung der Ortschaft Granzin mit rund 100 Einwohnern sowie der Granziner Mühle bleibt in Kraft. Zuletzt lag die Feuerfront nach Angaben des Landkreises etwa 1,4 Kilometer vom Ort entfernt. Als Notunterkunft steht das Bürgerzentrum im nahegelegenen Peckatel zur Verfügung. Zudem richtete der Landkreis ein Bürgertelefon ein, welches unter den Nummern (0395) 57087-8230/ -8070/ -8190 zu erreichen ist.

Am Donnerstag erklärte der Landkreis in einer Gefahrenmitteilung, dass sämtliche Seen im Umkreis der Brandstelle im Müritz Nationalpark wegen der möglichen Betankung mit Löschwasser der Hubschrauber geräumt werden müsen. Das bedeutet, dass sämtliche Personen sowie Material, Boote, Kanus und ähnliche Gefährte sofort die Gewässer verlassen müssen.

Feuerwehr hofft auf Regen am Ende der Woche

Nach Einschätzung der Einsatzleitung werden die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern. Auf nennenswerten Regen wird nach Angaben des Landkreises erst gegen Ende der Woche gehofft. Die Polizei rief Anwohner und Urlauber erneut dazu auf, das Gebiet weiträumig zu meiden. Derzeit breite sich das Feuer vor allem in südöstliche Richtung aus.

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge kann es ab Donnerstagmittag vereinzelt bereits zu Gewittern mit Starkregen mit Mengen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter kommen. Allerdings sind auch Sturmböen möglich. Auch am Freitag werden Gewitter mit Starkregen erwartet.

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