DFB-Pokal

„War schon klasse“ – Wie der 1. FC Magdeburg Bastian Schweinsteiger begeisterte

Bastian Schweinsteiger schwärmt vom Auftritt des 1. FC Magdeburg gegen den FC Bayern. Besonders der mutige Fußball des Zweitligisten hat es ihm angetan.

5 Min
Weltmeister Bastian Schweinsteiger schwärmte nach dem Pokalauftritt in München vom 1. FC Magdeburg.

Weltmeister Bastian Schweinsteiger schwärmte nach dem Pokalauftritt in München vom 1. FC Magdeburg.

© IMAGO/Ulrich Wagner

Stolz waren die Fans trotzdem. Der 1. FC Magdeburg hatte gerade im DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München mit 1:6 verloren. Doch die über 7500 mitgereisten Fans feierten ihre Spieler in der Münchener Allianz Arena so, als hätten sie die Sensation vollbracht.

Auch Bastian Schweinsteiger war nach dem Spiel hellauf begeistert von Magdeburg. Der Weltmeister von 2014 war bei der ARD als Experte im Einsatz und geriet über den FCM ins Schwärmen. 

„Ein super Auftritt der Fans und vor allem von der Mannschaft. Besonders in der ersten Hälfte haben sie mich überrascht. Wie man als Zweitligist so gegen die Bayern auftreten kann, war schon klasse. Sie hatten sogar die Chance zum 2:2. Das dürfen wir nicht vergessen“, sagte er.

Bastian Schweinsteiger (l.) als Experte beim DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Magdeburg

Bastian Schweinsteiger (l.) als Experte beim DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Magdeburg

© IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel

1. FC Magdeburg: Mutiger Auftritt gegen den FC Bayern

Trainer Petrik Sander hatte sich entschieden, nichts an der Herangehensweise zu ändern, die sein Team in den vergangenen Wochen Erfolg in der 2. Bundesliga brachte. Auch beim FC Bayern sollte seine Mannschaft mit Mut spielen, selbst aktiv bleiben.

Lange Befreiungsschläge waren verboten. Magdeburg wollte das Spiel von hinten aufbauen.

Natürlich war der FC Bayern trotzdem stärker. Doch die Blau-Weißen hielten immerhin eine Halbzeit lang mit.

Torschütze Mateusz Zukowski 1. FC Magdeburg trifft zum 1:1.

Torschütze Mateusz Zukowski 1. FC Magdeburg trifft zum 1:1.

© Christian Schroedter/IMAGO

Mateusz Zukowski schoss wenige Momente nach dem ersten Rückstand den Ausgleich. Aus gut 20 Metern zimmerte er den Ball in den Winkel und ließ Jonas Urbig im Tor der Bayern dabei keine Chance.

Bayern ging zwar schnell wieder in Führung. Doch vielleicht wäre die Partie etwas anders gelaufen, wenn Baris Atiks Schuss kurz vor der Halbzeit ebenfalls vom Erfolg gekrönt worden wäre, statt vom Pfosten abzuprallen.

Nach der verpassten Chance auf den Ausgleich und dem frühen 1:3 in der 2. Halbzeit war die Partie für den Zweitligisten gelaufen. Drei weitere Tore kassierte die Mannschaft. Den Respekt der Fans hatten sie sich trotzdem verdient.

Doch nicht nur die eigenen Anhänger waren nach dem Spiel hellauf begeistert vom Außenseiter.

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Eberl und Schweinsteiger lobt den 1. FC Magdeburg

Max Eberl, Sportvorstand der Bayern, lobte nach dem Spiel: „Dass Magdeburg Fußball spielen kann, zeigen sie jede Woche in der 2. Liga. Das wussten wir. Aber die erste Halbzeit von ihnen war schon beeindruckend. Und wir haben auch Glück gehabt und hätten den Ausgleich zum 2:2 kassieren können.“

Schweinsteiger ging noch tiefer in die Analyse. Besonders, dass Magdeburg sich nicht nur hinten reingestellt hat, sondern selbst auf Chancen lauerte, gefiel ihm.

„Atik und Zukowski sind nicht nach hinten gelaufen. Sie blieben vorn und haben immer das Eins-gegen-Eins gesucht. Ich fand die Herangehensweise sehr gut“, lobte er. Immerhin waren aus dieser Staffelung das Tor von Zukowski und der Pfostenschuss von Atik hervorgegangen.

Schweinsteiger erkennt die Schwäche des FCM

„Auch fußballerisch haben sie überzeugt“, sagte Schweinsteiger. Er erkannte aber auch die Schwäche des Teams von Petrik Sander. „Das einzige große Problem waren die tiefen Läufe der Bayern. Da hat Magdeburg nicht gut reagiert.“

Dass der 1. FC Magdeburg aber nicht der einzige Klub ist, dem so etwas in München passiert, ist auch klar.

Michael Olise und der FC Bayern eine Nummer zu groß

Die Bayern haben mit ihren Treffern am Mittwochabend das eigene Torekonto im Jahr 2026 auf 146 hochgeschraubt. Gerade in der Allianz-Arena sind die Bayern immer gefährlich. Magdeburg schnitt mit dem 1:6 besser ab als etwa der 1. FC Union Berlin (0:7).

Und der FCM war mit dem Resultat genauso gut wie RB Leipzig elf Tage zuvor, kassierte nur einen Treffer mehr als der VfB Stuttgart am 1. Spieltag. Beide spielen in der Champions League.

Und in Abwesenheit des frisch mit dem Ballon d'Or ausgezeichneten Harry Kanes, der das ganze Spiel auf der Bank verbrachte, scheint sich ein anderer Spieler schon in Stellung für die nächstjährige Ausgabe zu bringen.

Michael Olise baute seine Saisonstatistiken mit zwei Treffern und einer Vorlage gegen Magdeburg weiter aus. In 16 Spielen hat er nun 16 Tore geschossen und acht weitere vorbereitet.

Bei diesen Werten muss sich ein Zweitligist also nicht zu sehr schämen, von den Münchenern eine Packung kassiert zu haben. Und das sahen auch die Fans so, die für Baris Atik, wie er nach dem Spiel sagte, ohnehin die „Besten der Welt“ sind.

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