Regionalverkehr

Warnstreik legt Nahverkehr in Sachsens Toptourismusregion lahm

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird am Wochenende gestreikt. Auch die Fähren sind betroffen - es gibt viel Unverständnis.

OAZ
3 Min
Stillstand: Verdi ruft zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen auf.

Stillstand: Verdi ruft zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen auf.

© Robert Michael

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge kommt es am 20. und 21. März zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Grund ist ein Warnstreik bei der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RVSOE), zu dem die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hat.

Die Arbeitsniederlegung beginnt am Freitag um 3 Uhr und endet am Sonntagmorgen. Betroffen sind nahezu alle Buslinien, mehrere Fährverbindungen sowie die Kirnitzschtalbahn. Fahrgäste müssen mit zahlreichen Ausfällen rechnen.

Mehr Verkehr auch auf den Straßen?

Hintergrund des Streiks sind laufende Tarifverhandlungen im sächsischen Nahverkehr. Andere Verkehrsunternehmen sowie der Schienenverkehr sind von den Maßnahmen in der Regel nicht betroffen.

Für Fahrgäste bedeutet der Warnstreik erhebliche Einschränkungen im Alltag. Insbesondere Pendler, Schüler und Touristen müssen sich auf Ausfälle einstellen und sollten alternative Verkehrsmittel einplanen. Teilweise kann es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Straßen kommen.

Die Reaktionen auf den Warnstreik im Osterzgebirge zeigen dementsprechend eine klare Tendenz: Viele Menschen sind wütend, ihre Solidarität mit den Streikenden „hält sich in Grenzen“. „Ich frage mich, was sich die Gewerkschaftsbonzen dabei denken“, schimpft einer. Ein Gastwirt ärgert sich besonders: „Es ist Wochenende und wir sind in der Vorsaison auf jeden Gast angewiesen.“ Andere erinnern sich an frühere Streikaktionen und damit verknüpfte „negative Erfahrungen“.

Der Warnstreik ist Teil einer landesweiten Streikwelle im sächsischen Nahverkehr, bei der es in mehreren Regionen zu Arbeitsniederlegungen kommt. Ziel der Gewerkschaft ist es, den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde deutlich zu erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, die seit Jahren unter Personalmangel und steigender Arbeitsbelastung leiden.

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Nach Angaben von ver.di stoßen vor allem unregelmäßige Arbeitszeiten, kurzfristige Dienstplanänderungen und zunehmende Überstunden bei den Beschäftigten auf Kritik. Gleichzeitig fordern die Arbeitgeber mehr Planungssicherheit und verweisen auf die angespannte finanzielle Lage vieler Verkehrsunternehmen. ver.di hofft auf „ein schnelles Einlenken der Arbeitgeber – auch mit Blick auf die bevorstehenden Prüfungsphasen an Schulen und Gymnasien“. Die schriftlichen Abiturprüfungen starten in Sachsen am 16. April.

Ob und wann es zu einer Einigung kommt, ist derzeit offen. Weitere Warnstreiks in den kommenden Wochen gelten als nicht ausgeschlossen, sollte es in den Verhandlungen weiterhin keine Fortschritte geben.

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