Interview

„Was liefert Energie? Was sichert Wohlstand? Was hilft beim Klimaschutz? Kernkraft!“

Der frühere Windenergie-Unternehmer Fritz Vahrenholt spricht sich vehement für Atomkraft aus. Damit ist er in der Öko-Branche nicht allein. Ob auch die Grünen umschwenken?

12 Min
Professor Fritz Vahrenholt: „Die AfD hat das Thema Kernkraft früh besetzt und versucht, daraus politisches Kapital zu schlagen.“

Professor Fritz Vahrenholt: „Die AfD hat das Thema Kernkraft früh besetzt und versucht, daraus politisches Kapital zu schlagen.“

© Falk Heller/imago

Die Klimaziele für Deutschland und die EU rücken in weite Ferne. Die Energiewende ist nicht nur viel zu langsam, sondern hat auch über die Jahre die Preise für Strom enorm verteuert – und das nicht nur für Haushalte und Gewerbe. Dabei nimmt mit Rechenzentren für KI und der zunehmenden Elektromobilität der Stromhunger weiter zu.

Bei der energieintensiven Industrie – Stahl, Kupfer, Zement oder Chemie – steht die internationale Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel. Und in den nächsten Jahren droht auch noch ein verschärfter europäischer CO₂‑Emissionshandel. Dabei lassen alternative Energieträger wie grüner Wasserstoff auf sich warten. Der Kohleausstieg rückt näher und in Nordrhein-Westfalen steht er bereits 2030 vor der Tür. Doch neue Erdgaskraftwerke und große Batteriespeicher in ausreichender Zahl fehlen wohl bis dahin, ebenso wie ausreichend viele Stromnetzanschlüsse.

Der CO₂‑Ausstoß bleibt zu hoch – bei Gebäuden und im Verkehr stieg er 2025 sogar. Die Energiewende lahmt gewaltig: Deutschland stemmt 2025 erst ein Fünftel des Primärenergieverbrauchs und etwas weniger als ein Viertel des Endenergieverbrauchs mit erneuerbaren Energien. Laut Greenpeace müsse „sich das Tempo beim Senken der Emissionen ab diesem Jahr um etwa den Faktor 50 beschleunigen“, möchte man wie geplant in Deutschland bis 2045 klimaneutral sein. Ein Ding der Unmöglichkeit. Müssen wir in Deutschland auf die Chemie-, Stahl- oder Zementindustrie verzichten, um klimaneutral zu werden? Oder kann die in Deutschland umstrittene Atomenergie die Lösung sein? Wir haben dazu mit Professor Fritz Vahrenholt gesprochen.

„Das beste Back-up für Erneuerbare ist die Kernenergie“

Herr Vahrenholt, Hendrik Andersen, der Chef des größten europäischen Windkraftanlagenherstellers Vestas aus Dänemark, hat neulich im Handelsblatt gesagt, dass man für den Energiemix der Zukunft auch auf Kernkraft setzen müsse. Ohne Kernkraft könne man weder die Energiewende noch die Energiesicherheit gewährleisten. Da verbindet Sie beide doch etwas, oder?

Das sage ich seit meiner Zeit als Windkraftunternehmer vor 20 Jahren. Das beste Back-up für fluktuierende Erneuerbare ist die Kernenergie. Wie wir in unserem Buch „Zeit für Kernkraft“ zeigen, können Kernkraftwerke in Sekunden hoch- und runtergefahren werden – besser als jedes Gaskraftwerk. Jeder vernünftige Mensch kommt doch zum Ergebnis: Wir brauchen zusätzlich preiswerte und umweltfreundliche Energie – vor allem dann, wenn Sonne und Wind ausbleiben. Und das ist Atomkraft, wenn man keine Wasserkraft oder preiswertes Gas zur Verfügung hat.

ZUR PERSON
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ZUR PERSON

Fritz Vahrenholt, promovierter Chemiker und streitbarer Sozialdemokrat, war von 1991 bis 1997 Umweltsenator in Hamburg. Später machte er Karriere in der Energiewirtschaft: Von 2001 bis 2007 war er Vorstandsvorsitzender des Windkraftanlagenherstellers Repower Systems, danach bis 2012 Chef der RWE-Tochter Innogy. Am 21. September veröffentlicht er sein neues Buch „Zeit für Kernkraft: Schlüssel zum Wohlstand“.
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Aber die Sonne schickt uns doch keine Rechnung

Jaja … Bei den Erzeugungskosten von Wind und Solar sind wir ja wirklich runtergekommen. Als ich in den 2000ern Offshore-Windparks gebaut habe, da waren das 18 Cent pro Kilowattstunde. Heute sind wir teilweise bei 6,5 Cent – und bei Solarenergie sind wir in den letzten 20 Jahren von gut 50 auf 5,5 Cent runter. Teuer machen die Erneuerbaren dann die Systemkosten – Leitungen, Subventionen, Back-up –, und das sind dann am Ende plus zehn bis 20 ct/kWh. Das ist schon heute unbezahlbar. Und damit steht unsere Industrie auf dem Spiel. Bereits jetzt sind die dreimal so hohen Stromkosten ein wesentlicher Faktor für die Industrie, nach China oder in die USA abzuwandern. Deutschland hat die höchsten Stromkosten der G20‑Länder. Das wird zum Offenbarungseid für die Energiewende.

Atomkraft: Gestehungskosten von fünf Cent möglich

Lassen Sie uns bei den Gestehungskosten bleiben, also den Produktionskosten von Atomstrom. Es gibt dazu viele Studien – und überall steht etwas anderes drin. Beim grünen Fraunhofer-Institut ist Atomkraft mit 20 bis 30 Cent pro kWh immer sehr teuer. In China oder den USA geht es dann auch mal mit weniger als zehn Cent wesentlich günstiger. Sind AKW in Serie hergestellt wie in China da die Lösung?

Ja. Größere AKW sind billiger, vor allem seriell gebaut. Die Small Modular Reactors mit 300 Megawatt sind tatsächlich um etwa 50 Prozent teurer, weil sie die gleichen Schutzvorrichtungen haben müssen wie die großen. Ein Beispiel: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben in Barakah in etwa neun Jahren vier AKW von der koreanischen Kepco mit je 1,4 Gigawatt gebaut. Diese vier Kernkraftwerke haben 24,5 Milliarden Euro gekostet, sechs Milliarden pro AKW. Dann liegen die Gestehungskosten bei einer Laufzeit von 50 oder 60 Jahren in der Größenordnung von fünf ct/kWh.

Und ein schlechtes Beispiel?

Das AKW Olkiluoto in Finnland oder das mit 17 Jahren Bauzeit unbeschreiblich langsame französische AKW Flamanville sind zeitlich völlig aus dem Ruder geraten. Zu langes Bauen kostet extrem viel Geld: Denn der Aufbau der Kernenergie besteht zu 90 Prozent aus Kapital, und Zeit kostet Geld, sehr viel Geld. Nach maximal 18 Jahren sind Kernkraftwerke aber finanziert und abgeschrieben: Dann kostet der Strom nur etwa 3 ct/kWh – so wie unsere alten, jetzt abgerissenen AKW.

Flächennutzungspläne behalten, sonst kommt die Antifa

Wie lange würden Planung und Bau bis zur Inbetriebnahme dauern? In Deutschland sicherlich extrem lange, oder?

In den USA hat Präsident Donald Trump gesagt, dass alles, was nach 18 Monaten nicht genehmigt ist, automatisch genehmigt ist. Das verhindert die politische Blockade der Genehmigungsbehörde. Wenn wir weg von der Einzelgenehmigung hin zur Typenzulassung kommen, wie für ein Flugzeug von Airbus oder Boeing, dann geht es noch schneller. Wir benötigen serielle Fertigung, dann geht es so schnell wie in China – mit sechs Jahren Bauzeit. Wichtig für Deutschland: Die Standorte und die Flächennutzungspläne der alten AKW- oder Kohlekraftwerke müssen erhalten bleiben. Sonst wird man in Deutschland keine grüne Wiese mehr zum Bau bekommen, wo nicht die Antifa vorher den Platz besetzt.

Wie viele Standorte oder Kernkraftwerke würde man denn Ihrer Meinung nach benötigen?

Wir haben die alten 17 Standorte und auch noch die Standorte der Kohlekraftwerke, die dann spätestens 2038 abgeschaltet werden. Also Minimum 17 Standorte mit einem AKW à 1,4 Gigawatt für fünf Milliarden Euro – das wären insgesamt fast 24 Gigawatt für 85 Milliarden Euro. Das sind dann 30 Prozent preiswerte und gesicherte Stromversorgung für unsere Industrie.

Wir haben neulich mit Wolfgang Neldner gesprochen, den Sie sicher noch vom Netzbetreiber 50Hertz als ehemaligen Technikchef kennen. Neldner meinte, dass man die 600 Milliarden Euro für den geplanten Netzausbau doch etwas besser anlegen könnte.

600 Milliarden! Für weniger als ein Zehntel bauen wir 17 Kernkraftwerke. Und das Netz dafür ist bereits da. Gerade in einer Zeit, in der wir immer mehr Strom für Elektromobilität und KI und Rechenzentren benötigen. Da hat Wolfgang Neldner so Recht.

„NRW wäre neben Bayern der ideale AKW-Standort“

Und: Wir bekommen in der Redaktion ständig Hilferufe aus Nordrhein-Westfalen rein: Dort wollen sie ja bereits 2030 aus der Kohle aussteigen – acht Jahre früher als im Rest Deutschlands. Die Industrie läuft Sturm, weil die schwarz-grüne Landesregierung die Versorgungssicherheit damit infrage stellt, denn Gaskraftwerke sind als Ersatz noch lange nicht in Sicht.

Ja, auch das Back-up für die Erneuerbaren fehlt dann – also die Residuallast, die bereitstehen muss, wenn Dunkelflaute herrscht. Dazu fällt unserer Regierung nur ein, dass dann die Industrie abgeschaltet werden soll. So zerstört die Energiewende unseren Wohlstand. Ein Irrsinn … Dazu verfüllt die Landesregierung unter Herrn Wüst einen Schatz von künftig noch 300 Jahren Braunkohle einfach mit Rheinwasser und zerstört dieses Kohlenstoff-Reservoir für alle späteren Generationen. Dafür fehlen mir jetzt die Worte … Wenn Gas oder Öl ausgehen, dann brauchen wir die Braunkohle wegen des Kohlenstoffs – für Chemie-Grundstoffe, Medikamente oder für Kunststoffe. Meine Güte … Dabei wäre NRW neben Bayern der ideale AKW-Standort.

Okay: Sie haben nun den Kostenvorteil beschrieben. Kommen wir zu Klimaschutz und Energiebedarf: Bislang decken die Erneuerbaren laut Energiestatistik des Bundes nur etwa 20 Prozent des Primärenergiebedarfs oder 24 Prozent des tatsächlichen Endenergiebedarfs. Das ist ziemlich wenig nach der Einführung des EEG im Jahr 2000. Bis zur Mitte des Jahrhunderts ist nicht mehr so viel Zeit bis zur Klimaneutralität. Wäre Atomkraft nicht eine klimafreundliche Ergänzung, wenn einem die Zeit beim Klimaschutz wegläuft?

Das wäre eine logische Konsequenz. Kernkraft ist so gut wie CO₂‑frei. Aber die Ideologie verbietet seit langem diese Lösung.

„Technikfeindlichkeit schob das Land der Ingenieure auf den Abstiegspfad“

Warum kommt die Kernenergie in Deutschland nicht nach vorne?

Weil die maßgeblichen politischen und medialen Kräfte in Deutschland seit Jahrzehnten eher über Ängste als über Technik und Chancen reden. Für mich ist das eine sehr spezielle deutsche Debatte. In anderen Ländern schaut man pragmatischer darauf: Was liefert Energie? Was sichert Wohlstand? Was hilft beim Klimaschutz? Bei uns ist Kernenergie dagegen zu einer ideologischen Frage geworden. Das alles hat historische und kulturelle Gründe. Deutschland ist auch durch preiswerte Stromversorgung so erfolgreich geworden, dass Grüne, SPD und später die CDU irgendwann glaubten, wir könnten auf bestimmte Technologien einfach verzichten, siehe Gentechnik oder Kerntechnik. Daraus entstand eine Technikfeindlichkeit, die das Land der Ingenieure auf den Abstiegspfad schob.

Das sind Entwicklungen, die nach den 68ern in Westdeutschland angestoßen wurden und die später in den 1980ern mit Protesten gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, mit der Katastrophe in Tschernobyl und später mit den Castor-Transporten ihren Höhepunkt erreichten …

Ja, und heute spielen Weltrettungsansprüche und ein gewisser Antiindustrialismus eine große Rolle. Wir wollen oft die moralisch gutaussehende Lösung und vergessen dabei, ob sie praktisch funktioniert. Und China, Indien und die USA sehen währenddessen einen knallharten geostrategischen Vorteil: Die finden es interessant oder befremdlich, wie sich Deutschland im Sinne des Klimaschutzes mit teurer Energie langsam, aber sicher deindustrialisiert – das ökonomische Zentrum Europas! Selbst nutzen und bauen sie aber munter Kraftwerke aller Art auf: Kohle, Kernkraft, Gas und Erneuerbare. Und auch unsere europäischen Nachbarn wundern und sorgen sich, was wir da anstellen: Deutschland entwickelt sich zu einer ideologisierten Insel mit Wind und Solar, aber ohne Industrie.

2022 haben Robert Habeck und die Grünen die Chance verpasst

Aber auch die Grünen müssten doch erkennen, dass es sehr schwierig wird, diesen Bedarf ausschließlich mit Wind- und Solarenergie zu decken. Weltweit steigt der Energiebedarf rasant: Rechenzentren, Künstliche Intelligenz, Elektromobilität oder Robotik. Sogar Greta Thunberg hat zwischenzeitlich gesagt, Kernenergie könne beim Klimaschutz helfen. Haben die Grünen noch die Chance auf einen Kurswechsel? Die Grünen wären das gesellschaftliche Scharnier in dieser Debatte, die ultimative Legitimation. So hatten ausgerechnet SPD und Grüne unter Gerhard Schröder damals die ersten Kampfeinsätze der Bundeswehr legitimiert oder mit den Hartz-Reformen den Sozialstaat umgebaut. Nur die Partei, deren genuines Thema betroffen ist, könnte einen gesellschaftlichen und politischen Change hinbekommen, oder?

Theoretisch ja. Praktisch nicht. Denn dazu gab es 2022 die Chance der Grünen in der Regierung. Und Robert Habeck hat es rücksichtslos durchgezogen. Gerade die Grünen hätten die Glaubwürdigkeit gehabt, die letzten deutschen Kernkraftwerke als Brücke weiterlaufen zu lassen. Das wäre staatspolitische Verantwortung gewesen. Aber die Ablehnung der Kernenergie gehört zum Gründungsmythos der Partei. Das ist kein normales Politikfeld, das ist Teil ihrer Identität, ihrer Genetik. Und so wird die Geschichte über sie hinweggehen.

Im Jahr 2004 war Fritz Vahrenholt noch Vorstandsvorsitzender des Windkraftanlagen-Herstellers  Repower Systems AG, und Jürgen Trittin war grüner Bundesumweltminister.

Im Jahr 2004 war Fritz Vahrenholt noch Vorstandsvorsitzender des Windkraftanlagen-Herstellers Repower Systems AG, und Jürgen Trittin war grüner Bundesumweltminister.

© IMAGO/Lars Reimann

Also kein Sinneswandel bei den Grünen oder links der Mitte?

Nein. Die SPD hat die Kernenergie aus der Koalitionsvereinbarung gestrichen. Das Wort Kernenergie kommt darin nicht ein einziges Mal vor. In der Bevölkerung sieht es hingegen anders aus. Gegenüber der Kernenergie ist man da viel offener. Nach Fukushima ist die Zustimmung stark eingebrochen. Seit einigen Jahren sehen wir aber wieder stabile Mehrheiten für eine weitere Nutzung der Kernenergie. Viele Menschen fragen sich inzwischen, ob der deutsche Ausstieg wirklich richtig war. Der Druck zu günstiger Kernkraft wird nicht aus der Klimadebatte kommen. Der Druck wird durch den Verlust von Wohlstand und Arbeitsplätzen täglich größer. Aus der Industrie, vor allem aus dem Mittelstand, und von den Arbeitnehmern. Und aus Ostdeutschland: Wo mehr als im Westen die Wirtschaft auf der Kippe steht. Helmut Kohls blühende Landschaften stehen vor dem Abriss.

Wegen der hohen Strompreise?

Ja, die Strom- und Gaspreise schaffen am Ende Realität. Große Konzerne können nach China, Ungarn oder Tschechien ausweichen. Der mittelständische Betrieb in Thüringen oder Nordrhein-Westfalen kann das oft nicht. Dort merkt man sofort, wenn Energiekosten aus dem Ruder laufen. Der Verlust von Industriearbeitsplätzen passiert bereits. Die Wettbewerber in den USA oder in China haben viel niedrigere Energiekosten. Wenn Deutschland auf Dauer wesentlich teurer produziert, dann wandern Investitionen und Arbeitsplätze ab. Aber SPD und Grüne werden ihre Positionen zur Atomkraft dennoch nicht ändern. Und die Union spricht zwar offener über Kernenergie, aber wackelt und fällt, sobald sie mit der SPD koaliert.

„CSU-Chef Markus Söder sollte das zu denken geben“

Wird die AfD das Thema Kernenergie künftig noch stärker auf die Agenda setzen und die Union so unter Druck setzen?

Davon gehe ich aus. Die AfD hat das Thema schon früh besetzt und versucht, daraus politisches Kapital zu schlagen. Je größer die Sorgen um Strompreise, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit, desto größer der Druck auf die anderen Parteien, dazu klar Stellung zu beziehen. Die Union hat da ein Problem, weil viele ihrer Wähler vehementer für die Kernenergie plädieren als die Union selbst. Aber wenn CDU und vor allem auch CSU das Thema nur halbherzig behandeln, überlassen sie der AfD ein klassisch konservatives Feld – Wachstum und Beschäftigung. Zumindest CSU-Chef Markus Söder sollte das zu denken geben: Die Industrialisierung Bayerns fand mit Hilfe der Kernenergie statt.

Ansonsten wird die Union weiter Stimmen an die AfD verlieren …

Ja. Die Wähler und die ehemaligen Wähler der Union fragen sich: Wenn ihr wirklich meint, der Atomausstieg war ein Fehler, warum zieht ihr daraus keine Konsequenzen? Warum fordert ihr keine Änderung des Atomgesetzes? Warum gibt es keine Initiative für neue Reaktoren oder wenigstens für Forschung an den Unis? Die eigentliche Frage ist: Will die Union das Thema offensiv vertreten oder bleibt sie aus Rücksicht auf mögliche Koalitionspartner wie Grüne oder SPD weiter auf halbem Weg stehen? Wer also traut sich, gegen alte Gewissheiten anzugehen? Und wer ist bereit, eine neue Energiepolitik zur Bedingung für künftige Regierungsbündnisse zu machen? Die Energiefrage wird in den kommenden Jahren zur Schicksalsfrage der Nation. Und es ist so, wie wir unser neues Buch betitelt haben: Es ist Zeit für Kernkraft, denn es ist der Schlüssel zum Wohlstand.

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