Global Sumud Flotilla

Wegen Aktion gegen Gaza-Flottille: Kolumbien weist israelische Diplomaten aus

Die israelische Marine enterte in den vergangenen Stunden Schiffe der Global Sumud Flotilla und nahm Aktivisten fest. Mehrere Regierungen kritisieren die Abfangaktion.

3 Min

Nachdem die israelische Marine mehrere Schiffe der Global Sumud Flotilla auf dem Weg nach Gaza gestoppt und Aktivisten festgenommen hat, folgen die ersten internationalen Reaktionen. So hat der kolumbianische Präsident Gustavo Petro am Mittwochabend sämtliche verbliebenen israelischen Diplomaten des Landes ausgewiesen und die Abfangaktion auf X als ein „internationales Verbrechen Netanjahus“ verurteilt.

Zudem kündigte Petro das seit dem Jahr 2020 bestehende Freihandelsabkommen zwischen Kolumbien und Israel und forderte die Freilassung zweier Kolumbianer, die sich an Bord der Flottille befanden. In Bezug auf Israels Vorgehen im Gazastreifen hatten sich die Beziehungen zwischen Kolumbien und Israel zuletzt unter Petro bereits stark verschärft.

Spanien berief derweil den Geschäftsträger des Landes ein. Außenminister José Manuel Albares gab dies am Donnerstag bekannt. Die bei dem Abfangen der Boote Festgenommenen bezeichnete er im Fernsehsender TVE als „friedliche Bürger, die ausschließlich humanitäre Ziele verfolgt“ und daher für „niemanden eine Gefahr dargestellt“ hätten.

Die Beziehungen zwischen Spanien und Israel sind vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs angespannt. Spaniens linksgerichteter Regierungschef Pedro Sánchez zählt zu den schärfsten Kritikern des militärischen Vorgehens Israels im Gazastreifen, das er als „Völkermord“ bezeichnet hat.

Israel kündigte am Morgen an, die Besatzungsmitglieder abgefangener Boote der Gaza-Hilfsflotte nach eigenen Angaben nach Europa abschieben. „Die Passagiere der Hamas-Sumud auf ihren Yachten sind sicher und friedlich auf dem Weg nach Israel, wo ihre Abschiebeverfahren nach Europa beginnen werden“, erklärte das israelische Außenministerium am Donnerstag im Onlinedienst X. Dazu postete es ein Foto, auf dem die schwedische Aktivistin Greta Thunberg am Boden sitzend zu sehen ist.

Global Sumud Flotilla: 30 Schiffe setzen Fahrt nach Gaza offenbar fort

Am Mittwochabend waren rund 15 der 45 Schiffe der sogenannten Global Sumud Flotilla mit pro-palästinensichen Aktivisten an Bord auf dem Weg in den Gazastreifen gestoppt worden. Rund 30 Schiffe mit Aktivisten aus zahlreichen Ländern setzten ihre Fahrt nach eigenen Angaben fort.

Die Organisatoren verfolgen das erklärte Ziel, Hilfsgüter über den Seeweg in den Gazastreifen zu bringen und damit die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Unter den Teilnehmern sind neben Thunberg ein Enkel des südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela, Mandla Mandela, und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan.

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Ein Angebot Israels, die Hilfsgüter über den israelischen Hafen Aschdod in den Gazastreifen zu bringen, hatten die Organisatoren der Flotte abgelehnt. Am Mittwoch lehnten die Aktivisten zudem die Aufforderung Italiens ab, anzuhalten und die Aktion zu beenden, bevor sie die israelische Sperrzone rund 280 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens erreichten.

Palästinensergebiet seit 2007 vom Meer abgeriegelt

Unabhängig vom Krieg im Gazastreifen riegelt Israel das Palästinensergebiet vom Meer aus strikt ab. Die Sicherheitsmaßnahme war 2007 nach der Machtübernahme der islamistischen Hamas eingeführt worden und wird offiziell auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt. Sie dient dazu, Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.

Bereits im Juni hatte die israelische Marine das in Sizilien abgereiste Segelschiff „Madleen“ abgefangen, das laut Besatzung ebenfalls die israelische Blockade durchbrechen und Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte. Thunberg und Hassan hatten sich bereits damals an Bord befunden. Thunberg war danach nach Schweden abgeschoben worden, später reiste auch Hassan aus.

In Griechenland, Italien, Deutschland, Tunesien und der Türkei versammelten sich Menschen zu Demonstrationen, um gegen Israels Abfangaktion der Flottille zu protestieren. (mit AFP)

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