Wer am Sonntag, 22. November, mit dem RE2 nach Cottbus fahren möchte, sollte sich auf volle Züge einstellen. Die Deutsche Bahn warnt vor vier Verbindungen, auf denen wegen des Fußballspiels zwischen Energie Cottbus und Hertha BSC mit besonders vielen Reisenden zu rechnen ist.
Wer nicht zum Spiel will, soll möglichst andere Verbindungen nutzen.
Diese vier RE2-Fahrten sind betroffen
Die Warnung gilt für zwei Züge am Vormittag Richtung Cottbus sowie zwei Rückfahrten am frühen Abend. In Königs Wusterhausen halten die betroffenen Verbindungen um 10.02 und 11.02 Uhr. Auf dem Rückweg Richtung Nauen sind die Züge um 17.56 und 18.56 Uhr betroffen.
Die Bahn begründet ihre Hinweise mit einem „außergewöhnlich hohen Reisendenaufkommen“ und empfiehlt: „Bitte wählen Sie eine andere Verbindung. Grund: Fußballfans.“ Ein Sprecher erklärte, zahlreiche Anhänger von Hertha BSC würden mit dem Regionalexpress zum Auswärtsspiel nach Cottbus reisen.
Die Partie im LEAG Energie Stadion ist das erste Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen seit 2013. Das letzte Duell endete am 19. Mai 2013 im Berliner Olympiastadion mit einem 1:1. Die Begegnung am 22. November gilt als Hochrisikospiel. Energie Cottbus erhebt deshalb einen Sicherheitszuschlag von zwei Euro auf die Eintrittskarten.
Wenn Fußballfans im Zug zur Belastung werden
Volle Regionalzüge, laute Gesänge und Alkohol gehören für viele Fußballfans zur Auswärtsfahrt. Für andere Reisende kann die Atmosphäre jedoch unangenehm werden – insbesondere dann, wenn einzelne Anhänger andere Fahrgäste bedrängen oder beleidigen.
Dass solche Vorfälle nicht nur theoretisch möglich sind, zeigen mehrere Fälle aus der Vergangenheit. Nach dem Auswärtsspiel von Hertha BSC in Darmstadt im November 2024 berichtete die Sängerin Mine von rassistischen und sexistischen Beleidigungen sowie Belästigungen durch mitreisende Fans. Die Bundespolizei bestätigte einen Einsatz und ermittelte gegen einen Mann wegen Beleidigung. Hertha BSC verurteilte das Verhalten ausdrücklich.
Gewalt im RE2
Bei Fahrten nach und aus Cottbus sind die Wagen des RE2 häufig voll. Auf der Rückfahrt sitzen nach Cottbus-Spielen oft nicht nur Gästefans im Zug. Zahlreiche Anhänger von Energie Cottbus reisen ebenfalls nach Berlin zurück. Auch hier ist es in der Vergangenheit zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen.
Vor dem DFB-Pokalspiel zwischen Energie Cottbus und Hannover 96 im August 2025 stiegen in Lübben zahlreiche Hannover-Anhänger in den RE2. Im Bereich Vetschau sollen sie gezielt Cottbus-Fans angegangen und ihnen unter Androhung von Gewalt Trikots und einen Schal abgenommen haben. Die Polizei bestätigte elf Geschädigte.
Auch Energie-Anhänger standen nach einer Zugfahrt in der Kritik. Nach dem Auswärtsspiel bei 1860 München im April 2025 sollen Cottbuser Fans andere Reisende im ICE nach Berlin rassistisch und sexistisch beleidigt sowie mit Gewalt bedroht haben. Die Bundespolizei bestätigte Ermittlungen gegen zwei Männer aus einer Niederlausitzer Fußballfanszene. Energie Cottbus distanzierte sich von dem Verhalten.
Wer am 22. November nicht zum Spiel zwischen Energie Cottbus und Hertha BSC möchte, sollte die vier angekündigten RE2-Verbindungen meiden und auf andere Abfahrtszeiten ausweichen.
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