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Weihnachtsbäume in Berlin: Was kostet der Tannenbaum dieses Jahr?

Sind Weihnachtsbäume in Berlin teurer oder billiger als letztes Jahr? Ändern sich die Preise kurz vor Heiligabend noch mal?

Nicole Schulze
5 Min
Viel Baum für wenig Geld oder umgekehrt? Ansichtssache, aber immerhin sind die Preise für Tannenbäume ähnlich wie im Vorjahr.

Viel Baum für wenig Geld oder umgekehrt? Ansichtssache, aber immerhin sind die Preise für Tannenbäume ähnlich wie im Vorjahr.

© Roshanak Amini für Berliner Zeitung am Wochenende. Bilder: imago

Bis Heiligabend dauert es noch ein Weilchen – und doch hat die Weihnachtsbaum-Saison bereits begonnen. Am ersten Novemberwochenende hat der Werderaner Tannenhof die ersten Bäume gefällt. Nun kann jeder kommen und sich ein wenig (Vor-)Weihnachtsstimmung abholen.

Dr. Christian Mai ist der Chef des Werderaner Tannenhofs in Werder (Havel) und Vorstand beim Bundesverband der Deutschen Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BWS). Der Verband gibt jedes Jahr rund einen Monat vor dem ersten Advent den Startschuss für die Tannenbaum-Saison.

„Wir haben unter anderem eine etwa 2,50 Meter hohe Tanne für das SOS-Kinderdorf in Brandenburg an der Havel gesägt“, sagt Christian Mai, dessen Vater den Werderaner Tannenhof gegründet hat. „Und weil wir naturbaumzertifiziert sind, pflanzen wir für jeden gesägten Baum einen neuen.“

Derzeit kommen viele Firmen, aber auch Gastrobetriebe, um sich einen Baum mitzunehmen. Diese stehen dann in den Geschäftsräumen oder im Hof, werden zudem für Fotoshootings und Werbeaufnahmen genutzt.

Gut zu wissen: Wenn Sie bereits jetzt einen Baum kaufen und ihn gut pflegen – täglich gießen und mit Wasser besprühen –, hält er sich locker bis Weihnachten, verspricht Christian Mai. „Aber Sie sollten ihn nicht direkt vor die Heizung oder an den Kamin stellen“, rät der Fachmann.

Was kosten Weihnachtsbäume 2023?

Ob Sie Ihren Tannenbaum jetzt, mitten im Advent oder erst kurz vor Weihnachten kaufen, wirkt sich nicht auf den Preis aus, wie BWS-Vorstand Christian Mai sagt: „Die Preise bleiben gleich. Und sie sind es auch im Vergleich zum Vorjahr.“

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Dr. Christian Mai inmitten seiner Weihnachtsbaumplantage in Werder (Havel).

Dr. Christian Mai inmitten seiner Weihnachtsbaumplantage in Werder (Havel).

© Maren Marten

Bundesweit, und so auch in Berlin, kostet der laufende Meter Nordmanntanne derzeit durchschnittlich zwischen 21 und 29 Euro – bis zu einer Höhe von zwei Metern. „Bei uns auf dem Tannenhof kostet die Nordmanntanne bis zwei Meter Höhe 24 Euro pro laufendem Meter, jede weiteren zehn Zentimeter kosten vier Euro“, so der Nadelbaumexperte.

Rotfichte, Blaufichte, Schwarze Kiefer und Douglasie liegen bei den Werderanern bei 20 Euro pro laufendem Meter. Und auch hier gilt die Zwei-Meter-Grenze. Das liegt daran, dass die Pflege bis zu dieser Größe etwas einfacher ist, als wenn der Baum größer ist.

Im Topf gewachsene Tannenbäume beziehungsweise solche, die ausgestochen und eingetopft wurden, kosten bis zu einer Höhe von einem Meter 24,90 Euro, bis 120 Zentimeter 34,90 Euro, so Christian Mai. Vorteil: Durch die Wurzeln bleibt der Baum länger frisch. Und Sie können den Baum danach rauspflanzen und im nächsten Jahr wiederverwenden.

Das gelingt meistens gut bei den Bäumen, die im Topf gewachsen sind; die nachträglich getopften Bäume haben keine so große Anwuchs-Wahrscheinlichkeit. Insgesamt ist es aufwendiger, Bäume im Topf zu ziehen beziehungsweise auszustechen und einzutopfen, weshalb diese Bäume auch etwas teurer sind.

Grundsätzlich gilt aber: Ein Weihnachtsbaum, den Sie sich jetzt holen ist weder billiger noch teurer als wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt kaufen. Schnäppchen kriegen Sie bei Baumhändlern beziehungsweise Tannenbaummärkten in der Stadt, von denen die meisten momentan noch nicht geöffnet haben. Diese Bäume stammen in der Regel nicht aus Deutschland, sind also nicht regional. Ebenso kann man sich nicht sicher sein, ob sie mit Pestiziden behandelt wurden.

Beim Werderaner Tannenhof setzt man aufs klassische Unkrautrupfen. Dafür gibt es spezielle Maschinen, sodass niemand mehr per Hand Unkraut jäten muss. „Aber so können wir auf Unkrautvernichtungsmittel verzichten“, sagt Christian Mai. Die jungen Bäume werden mithilfe modernster GPS-Technik so gesetzt, dass die Maschine später von allen Seiten an den Baum herankommt, um das Unkraut zu vernichten.

Der Bundesverband der Deutschen Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger hat ausgerechnet, dass man allein für die Baumpflege auf einem Hektar Weihnachtsbaumfläche 85 Arbeitsstunden pro Jahr aufwendet. Der Werderaner Tannenhof ist 60 Hektar groß und betreibt rund 100 Verkaufsstellen in Berlin, Brandenburg und Ostdeutschland.

Wie alt sind die Bäume, die man jetzt kaufen kann?

Eine zwei Meter hohe Nordmanntanne ist rund zwölf Jahre alt. „Wir bekommen sie als junge Bäume im Alter von drei bis vier Jahren, da sind sie etwa 30 Zentimeter groß. Das Saatgut stammt aus Deutschland. Die Baumschulen gewinnen es aus Zapfen und ziehen die Bäumchen dann“, so Mai. „Bei uns wachsen die Bäume dann also gute acht Jahre.“

Gepflanzt werden die Jungbäume im Herbst, traditionell Anfang Oktober, damit sie während der regenreichen Monate gut anwachsen können. Danach brauchen die Nadelbäume eigentlich keine Wassergaben mehr, weil sie Pfahlwurzler sind und sich ihr Wasser aus der Tiefe holen.

Selbst aussuchen, sägen, mitnehmen: Christian Mai, Geschäftsführer vom Werderaner Tannenhof, steht zwischen Weihnachtsbäumen, die zum Verkauf angeboten werden.

Selbst aussuchen, sägen, mitnehmen: Christian Mai, Geschäftsführer vom Werderaner Tannenhof, steht zwischen Weihnachtsbäumen, die zum Verkauf angeboten werden.

© Jens Kalaene/dpa

Der Wuchs wird seitens der Weihnachtsbaum-Produzierenden nicht stark reguliert. „Die Spitze muss man mitunter schneiden, und auch die zarten Maitriebe abknipsen, damit der Baum gleichmäßig wächst und weder zu breit wird, noch eine zu hohe Spitze hat“, sagt der Tannenhof-Chef.

Die von Hand abgepflückten Triebe verarbeitet man in Werder zu Getränken und Speisen, beispielsweise einem Gin Tannic (500 Milliliter 34,90 Euro) oder eine Tannen-Bratwurst mit Tannensenf, die man vor Ort im Café für 3,50 Euro bekommt.

Der Hofladen auf dem Werderaner Tannenhof (Lehniner Chaussee 11) ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Sie können sich Ihren Baum aussuchen, selbst sägen (sägen! Nicht schlagen!) und direkt mitnehmen. An den Adventswochenenden gibt es auch einen großen Weihnachtsmarkt mit Eisbahn, Karussells und Alpaka-Führungen.

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