Fünf qualifizierte Pflegekräfte aus Indien haben ihre Arbeit in Brandenburg aufgenommen. Sie sollen helfen, den wachsenden Personalmangel in der Altenpflege im Land zu verringern.
Brandenburgs Gesundheitsminister Rene Wilke (SPD) hat die fünf Frauen in Schwielowsee (Landkreis Potsdam-Mittelmark) begrüßt. Dies berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Frauen seien seit April in Deutschland, würden in Ferch und auf Hermannswerder arbeiten und in Ferch wohnen. Die Pflegekräfte wurden im Rahmen des Pilotprojekts „German Nursing Certificate“ aus 22 Bewerberinnen ausgewählt.
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Schulungen für Pflegekräfte, Bedarf steigt
In 120 Schulungsstunden glichen sie Unterschiede zur indischen Altenpflegehilfeausbildung aus und erwarben deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2. Damit erfüllen sie die Anforderungen, um als qualifizierte Altenpflegehelferinnen eingesetzt zu werden. Projektpartner in Brandenburg sind laut dpa nach Angaben des Ministeriums Ernst von Bergmann Care und Hoffbauer Care. Entwickelt wurde das Konzept in Saarbrücken und zuerst im Saarland erprobt. Brandenburg sei das zweite Bundesland, das es umsetzt.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist mehr als ein Viertel der Bevölkerung Brandenburgs mindestens 65 Jahre alt. Der Bedarf an Pflegekräften könne aus dem eigenen Nachwuchs perspektivisch nicht mehr gedeckt werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen steige von Jahr zu Jahr, gleichzeitig erreichten immer mehr Beschäftigte in der Pflege das Rentenalter.
Mehrere Ansätze gegen den Personalmangel
Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte sei nur ein Teil der Lösung, sagte Wilke der dpa. Inzwischen sei auch ein Quereinstieg in die Pflege möglich, zudem solle die Digitalisierung die Dokumentationsprozesse erleichtern. „Es kommt die Ambulantisierung dazu, also möglichst lange in der Selbstständigkeit verbleiben, möglichst lange nicht auf Intensivpflege angewiesen sein“, sagte Wilke laut Bericht. Künftig könnten dem Minister zufolge auch Robotiksysteme in der Pflege eingesetzt werden.
Damit die angeworbenen Pflegekräfte langfristig in Brandenburg blieben, sei Engagement von beiden Seiten nötig, so Wilke. „Und auch eine Bereitschaft von der Gesellschaft hier, das zuzulassen und anzunehmen, ist sicherlich ein Faktor.“
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