Weinbau

Deutsches Weininstitut korrigiert Prognose nach oben: So groß fällt die Weinernte aus

Nach einer neuen Schätzung des DWI bringt die Weinernte 2026 rund 7,7 Millionen Hektoliter Most. Trockenheit drückte die Menge, während die Nachfrage sinkt.

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Nach einer neuen Schätzung des DWI bringt die Weinernte 2026 rund 7,7 Millionen Hektoliter Most.

Nach einer neuen Schätzung des DWI bringt die Weinernte 2026 rund 7,7 Millionen Hektoliter Most.

© Bernd Weißbrod/dpa

Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat seine Prognose für die Weinernte 2026 nach oben korrigiert. Die Ernte fällt zwar kleiner aus als im langjährigen Schnitt, aber offenbar nicht ganz so schlecht wie zunächst befürchtet. Nach den jüngsten Schätzungen der Weinbaubetriebe rechnet das DWI mit rund 7,7 Millionen Hektolitern Most. Damit liegt die Menge auf Vorjahresniveau und rund zehn Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. In allen deutschen Anbaugebieten sind die Trauben jedoch außergewöhnlich reif und gesund. Welche Auswirkungen der kleine Jahrgang auf die Weinqualität und die Preise haben wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Noch Mitte Oktober sah die Prognose deutlich schlechter aus. Damals rechnete das DWI mit einer Ernte, die rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern liegen würde. Es wäre die kleinste Weinernte seit 2010 gewesen. Eine erneute Befragung der Betriebe ergab nun ein anderes Bild. In einigen Anbaugebieten seien die Mengen etwas höher ausgefallen als zunächst angenommen, erklärte DWI-Sprecher Ernst Büscher laut Mitteilung aus Bodenheim in Rheinhessen.

Warum Schätzungen voneinander abweichen

Eine zweite Prognose hatte das Statistische Bundesamt bereits Mitte Oktober veröffentlicht. Es ging von rund 8,0 Millionen Hektolitern aus. Das wären vier Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025, aber fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

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Die unterschiedlichen Zahlen lassen sich nach Angaben aus der Branche mit den Erhebungsmethoden erklären. Das Statistische Bundesamt stützte sich auf eine Befragung vom 20. September. Zu diesem Zeitpunkt sah der Traubenbehang noch vielversprechend aus. Das DWI berücksichtigte dagegen auch die geringere Saftausbeute: Durch die Hitze waren die Beeren kleiner geblieben.

Die größten deutschen Weinbaugebiete prägen auch die Gesamtbilanz. Rheinhessen, die Pfalz und Baden vereinen rund 65 Prozent der deutschen Rebfläche. Dort wirkte sich die Trockenheit nach Angaben des DWI weniger stark aus als zunächst befürchtet. Deutliche Einbußen gegenüber dem langjährigen Mittel gibt es dagegen vor allem in Württemberg und an der Mosel. Im Rheingau und an der Hessischen Bergstraße fällt die Bilanz hingegen besser aus.

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Trockenheit lässt die Weinlese früher beginnen

Der Hauptgrund für die vergleichsweise kleine Ernte ist die anhaltende Trockenheit. Seit März fiel nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in weiten Teilen Deutschlands zu wenig Regen. Von der Pfalz bis nach Unterfranken wurden vielerorts weniger als 150 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Im September blieb der Niederschlag in Teilen von Rheinland-Pfalz sogar unter zehn Litern pro Quadratmeter. Die Bodenfeuchte erinnerte den DWD an die Dürrejahre 2018 und 2022. Die Folgen zeigten sich auch beim Zeitpunkt der Lese. Nach Angaben des DWI begann sie bereits in der zweiten Augustwoche. In Franken waren die Trauben laut dem dortigen Weinbauverband schon am 1. September reif – 18 Tage früher als im langjährigen Mittel. Der Verband rechnet für die Region mit einer Ernte von rund 320.000 Hektolitern.

Weniger Wein wird getrunken

Wirtschaftlich bleibt die Lage allerdings angespannt. An der Mosel macht den Betrieben vor allem die Preiskrise zu schaffen. Für Fass-Riesling im Discountsegment würden nur noch 0,60 bis 0,70 Euro pro Liter gezahlt – bei Produktionskosten, die mindestens doppelt so hoch lägen. Darüber berichtet das Branchenportal Vinetur.

Neben der schwierigen wirtschaftlichen Lage belastet die Winzer auch die sinkende Nachfrage. Laut der Konsumbilanz des DWI ging der Pro-Kopf-Verbrauch bei den über 16-Jährigen im Zwölfmonatszeitraum bis Ende Juli 2025 von 22,2 auf 21,5 Liter zurück. Die kleinere Ernte 2026 trifft somit auf einen Markt, auf dem ohnehin weniger Wein getrunken wird. Ob die gute Qualität des Jahrgangs daran etwas ändern kann, wird sich erst zeigen.

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