Die jüngste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall Baden-Württemberg erklärte am Donnerstag nach den Verhandlungen, seit dem Treffen am 27. Oktober sei keine wesentliche Bewegung erkennbar. An den Gesprächen nahmen auch Gewerkschaftsvertreter aus Nordrhein-Westfalen teil.
Als Folge des Stillstands kündigte die Gewerkschaft weitere Arbeitsniederlegungen an. Die nächste Verhandlung findet am kommenden Montag in Düsseldorf statt.
Streiks in mehr als 2000 Betrieben
Die Friedenspflicht in der Branche war in der Nacht auf Sonntag ausgelaufen. Schon am frühen Sonntagmorgen begannen die ersten Warnstreiks, seitdem meldet die IG Metall täglich bundesweit tausende Teilnehmende.
Geplant waren nach Angaben der Gewerkschaft Arbeitsniederlegungen in mehr als 2000 Betrieben bis Freitag. Insgesamt geht es in dieser Tarifrunde um rund 3,7 Millionen Beschäftigte.
Angebot erst ab Juli 2028 wirksam
Die Arbeitgeber legten bislang eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoeinkommens für Juli 2027 auf den Tisch. Eine dauerhafte Lohnerhöhung um 1,3 Prozent soll erst ab Juli 2028 greifen, der neue Tarifvertrag bis Ende 2028 laufen.
Verhandlungsführerin Barbara Resch kritisierte das Angebot scharf. „Die Beschäftigten sollen lange auf eine wirksame Entgelterhöhung warten und zugleich Zugeständnisse machen, während verbindliche Zusagen für Investitionen, Standorte und Arbeitsplätze fehlen“, sagte sie. Das sei keine Grundlage für einen Abschluss, sondern eine „Mogelpackung“.
Fünf Prozent und ein Lösungsvorschlag
Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dazu kommen eine soziale Komponente für niedrigere Entgeltgruppen und eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Auch über die Sicherung von Arbeitsplätzen will die Gewerkschaft sprechen.
Am Donnerstag legte sie zusätzlich einen Lösungsvorschlag vor. Danach soll in eng begrenzten Fällen vom Tarifvertrag abgewichen werden dürfen, wenn Unternehmen im Gegenzug verbindlich in Zukunftsprodukte, Standorte, Arbeitsplätze und Ausbildung investieren. „Wenn die Arbeitgeber die Regelung vor allem zur Kostensenkung und zum Abbau von Tarifleistungen nutzen wollen, machen wir das nicht mit“, schränkte Resch ein. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]