Der Spezialist für Industrieöfen Eliog aus Römhild in Thüringen hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Kunden hätten Aufträge zurückgestellt oder ins kommende Jahr verschoben, teilte das Unternehmen mit.
Sanierungsgeschäftsführer Stefan G. Mairiedl stellte den Antrag beim Amtsgericht Meiningen. Betroffen sind nach Unternehmensangaben 74 Beschäftigte, deren Löhne und Gehälter bis einschließlich Juni 2026 über Insolvenzgeld gesichert seien. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter.
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Unternehmen zog in den Osten: Eliog gilt als Weltmarktführer
„Der Antrag war geboten, da das Unternehmen Forderungen und fällige Verbindlichkeiten absehbar weder termingerecht noch vollständig begleichen kann“, erklärte Mairiedl. Die Kunden diskutierten intensiv, reduzierten geplante Aufträge oder verschöben diese in das Jahr 2027. Zugleich verschärfe sich der internationale Preiswettbewerb. Gemeinsam mit dem vorläufigen Sachwalter würden alle Möglichkeiten geprüft, die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern auf einer stabilen Basis fortzuführen.
Ziel des Verfahrens sei es, die Substanz des Unternehmens zu erhalten und einen Sanierungsplan möglichst mit Unterstützung eines Investors umzusetzen. Eliog stehe „exemplarisch für den spezialisierten ost- und mitteldeutschen Maschinenbau: technisch anspruchsvoll, international tätig, mittelständisch geprägt“, so Dirk Eichelbaum von dhmp Restrukturierung.
Die Eliog Industrieofenbau GmbH fertigt nach eigenen Angaben maßgeschneiderte Industrieöfen und Wärmebehandlungsanlagen unter anderem für die Automobil- und E-Mobilitätsindustrie, die Luft- und Raumfahrt, die Metallurgie sowie für die Kunststoff-, Glas- und Elektronikbranche. Gegründet wurde der Betrieb 1924 in Düsseldorf, 1943/44 wurde die Produktion nach Römhild verlagert. In der DDR firmierte das Unternehmen als VEB Elektro-Industrieofen- und Gerätebau, seit 2011 gehört es zur familiengeführten Rupprecht-Gruppe. Der durchschnittliche Jahresumsatz lag zuletzt bei rund acht Millionen Euro. Eliog gilt in dem Bereich als Weltmarktführer.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau befindet sich nach Angaben des Branchenverbandes VDMA seit Längerem in einer schwierigen Lage. Ende 2025 arbeiteten in der Branche rund eine Million Menschen – 2,2 Prozent oder etwa 22.000 weniger als im Jahr zuvor.
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