Arbeitsmarkt

Wen trifft es zuerst? Studie zeigt, welche Jobs in Thüringen sich am stärksten durch KI verändern

Das Automatisierungspotenzial für Jobs in Thüringen ist deutlich gestiegen. Inzwischen könnte KI mehr als die Hälfte der Kerntätigkeiten in vielen Berufen übernehmen.

OAZ
2 Min
Vor allem in fertigungstechnischen Berufen ist das Automatisierungspotenzial stark gestiegen.

Vor allem in fertigungstechnischen Berufen ist das Automatisierungspotenzial stark gestiegen.

© WESTEND61/IMAGO

Wie viel vom Joballtag könnten Künstliche Intelligenz oder andere Formen der Digitalisierung übernehmen? Für etliche Berufe in Thüringen liefert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Sachsen-Anhalt-Thüringen (IAB) nun Antworten auf diese Frage.

Im Jahr 2022 lag das sogenannte Substituierbarkeitspotenzial in Thüringen bei durchschnittlich 55,8 Prozent. Das geht aus einer Untersuchung des IAB hervor, die die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte. Im Jahr 2013 hatte der Wert noch bei 41,6 Prozent gelegen. Er gibt an, welcher Anteil der zentralen Aufgaben eines Berufs durch Computer oder computergesteuerte Maschinen erledigt werden könnte.

Der an der Studie beteiligte Stefan Theuer vom IAB-Regionalforschungsnetzwerk Sachsen-Anhalt-Thüringen warnte vor einer Fehlinterpretation der Zahlen. Es bedeute nicht, dass künftig jeder zweite Job wegfallen werde, sagte er. „Das heißt vor allem, dass sich die Art und Weise, wie gearbeitet wird, ändern wird.“

Zwischen den Berufsgruppen gibt es große Unterschiede

Laut dem IAB-Wissenschaftler Per Kropp ist der Anteil potenziell automatisierbarer Tätigkeiten zuletzt vor allem in IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen stark gestiegen. Niedriger falle er dagegen bei medizinischen und nicht medizinischen Gesundheitsberufen sowie bei sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen aus. Auch Krankenpfleger und Erzieher seien weniger betroffen.

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Höher sei das Potenzial bei Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufen, etwa bei Produktionshelfern. „Da Letztere in Thüringen häufiger vorkommen, liegt das durchschnittliche Substituierbarkeitspotenzial in Thüringen über dem gesamtdeutschen Mittelwert“, erklärte Kropp.

Nach Einschätzung der Studienautoren wird die Digitalisierung nicht nur Routinetätigkeiten, sondern zunehmend auch Aufgaben von Spezialisten und Experten verändern. Für Berufe oder Regionen mit einem hohen Anteil potenziell digital abdeckbarer Tätigkeiten erwarten sie einen besonderen Bedarf an Weiterbildung.

Wer für den eigenen Beruf nachvollziehen möchte, wie hoch das Automatisierungspotenzial ist, kann dies nach Angaben der Forscher über den Job-Futuromat des IAB prüfen.

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