Der Westen erwägt den Einsatz von nicht nur einer, sondern von zwei Friedenstruppen im Falle eines Waffenruhe-Abkommens zwischen der Ukraine und Russland. Dies berichtet La Repubblica am Samstag. Der italienischen Tageszeitung zufolge wird ein solcher Plan „entlang der Achse New York-Brüssel-Kiew-Moskau“ entwickelt, und zwar vor dem Hintergrund der russischen Ablehnung einer künftigen Präsenz von Nato-, EU- oder europäischen Friedenstruppen an seiner Grenze.
Das erste Kontingent würde unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen gebildet und Blauhelme aus Indien, Indonesien, Brasilien und Saudi-Arabien umfassen. Diese Friedenstruppe würde laut La Repubblica an der russisch-ukrainischen Grenze stationiert werden. Auf diese Weise würden keine Nato- oder europäischen Soldaten eingesetzt werden.
Dann würde ein zweites Kontingent, an dem die Länder der sogenannten „Koalition der Willigen“ beteiligt sind, an der Grenze zwischen der EU und der Ukraine stationiert werden, als „weitere Abschreckung für Russland, für den Fall, dass es sich den Gebieten der EU nähern will“, wie die Zeitung weiter berichtet. Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Kanada und Italien würden dabei eine führende Rolle spielen. „Im Grunde würden sie sich um die Landstriche in Polen, Bulgarien, der Slowakei und vielleicht Ungarn kümmern - also Vor-Ort-Einsatz, aber nicht in den Gebieten, die direkt in den Krieg verwickelt sind“, so La Repubblica.
Zudem sieht der Plan vor, dass die ukrainische Armee selbst gestärkt und sowohl von Europa als auch von den USA unterstützt wird. US-Präsident Donald Trump hat zwar deutlich gemacht, dass sein Land keinen Beitrag zu einer Friedenstruppe leisten würde, aber bereit wäre, logistische und technologische Unterstützung zu leisten.
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Ukrainekrieg: Treffen der „Koalition der Willigen“ am Donnerstag in Paris
Die britische Regierung hatte erklärt, sie erwarte, dass sich mehr als 30 Länder in der ein oder anderen Form an der sogenannten Koalition der Willigen beteiligen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer bemühen sich seit Wochen um eine Abstimmung der europäischen Verbündeten mit Blick auf die weitere Unterstützung der Ukraine.
Für kommenden Donnerstag ist ein weiteres Treffen der Koalition in Paris geplant, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen soll. „Das Ziel für mich am Donnerstag ist zunächst, dass es eine wiederholte und ausdrückliche und vielleicht ein wenig spezifizierte Verpflichtung zur kurzfristigen Unterstützung der Ukraine gibt“, sagte Macron am Donnerstagabend nach einem EU-Gipfel in Brüssel. Frankreich und Großbritannien sind bereit, im Fall einer Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew Friedenstruppen in der Ukraine zu stationieren - ein Plan, den Russland vehement ablehnt. Die Bundesregierung hält die Debatte für verfrüht. (mit AFP)
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