Westhavelland erstreckt sich über drei Landkreise / Offizielle Eröffnung am Sonnabend

Das Wappentier des Naturparks ist der Kampfläufer

Jan Thomsen
2 Min

VOM JAN THOMSENDer mit 1 315 Quadratkilometern größte Naturpark Brandenburgs wird am kommenden Sonnabend in Milow bei Premnitz eröffnet. Das kündigten Umweltminister Matthias Platzeck (SPD) und der Landrat des Kreises Havelland, Burkhard Schröder (SPD), am Montag in Potsdam an. Der Naturpark Westhavelland ist der achte in Brandenburg und erstreckt sich etwa 70 Kilometer westlich von Berlin von der Stadt Brandenburg im Süden bis in den Landkreis Ostprignitz-Ruppin hinein. Die Kreisstadt Rathenow ist Zentrum des Gebiets, Sitz der Verwaltung ist das Dorf Parey nordwestlich von Rathenow. Das Wappentier des Naturparks Westhavelland wird der Kampfläufer sein ein Schnepfenvogel, der auf seinem Frühjahrszug durch Europa das Feuchtgebiet als Zwischenstation nutzt. "Der steht wie kein anderer für europäische Verantwortung", sagte der künftige Leiter des Naturparks, Rocco Buchta.Auf 57 Kilometer Länge fließt die Havel durch den Naturpark die untere Havelniederung gehört zum größten Binnenfeuchtgebiet im westlichen Mitteleuropa. Etwa 720 bedrohte Tierarten und 250 seltene Pflanzenarten sind hier beheimatet. Weltweit sind solche Feuchtgebiete in ihrer Existenz stark bedroht. Sie haben eine wichtige Funktion für den Klima-, Nährstoff- und Wasserhaushalt einer Region: Der Boden speichert Wasser, das in regenarmen Zeiten wieder abgegeben werden kann. Feuchtgebiete nehmen außerdem Nährstoffe auf und reinigen so das Wasser.Um einen Naturpark auszurufen, müssen mindestens 50 Prozent der vorgesehenen Fläche schon unter Landschafts- oder Naturschutz stehen. Der Naturpark selbst ist dann nur noch eine Grenzziehung um das Gebiet. Er bekommt eine eigene Verwaltung und kann etwa über EU-Mittel gefördert werden.Um die Landwirtschaft besser auf die Bedingungen im Landschaftsschutzgebiet einzustellen, flossen im vorigen Jahr zehn Millionen Mark vom Landwirtschafts- und vom Umweltministerium in die Region. "Damit werden etwa 200 Betriebe bei der umweltverträglichen Landwirtschaft unterstützt", sagte Matthias Platzeck. Landrat Schröder erhoffte sich eine Belebung des Tourismus im Havelland. "Der Fremdenverkehr steckt hier wie fast überall in Brandenburg noch in den Anfängen", sagte er. Laut Rocco Buchta sind Wasserwanderer-Wege mit Rastplätzen geplant. "Schließlich hat sich der Kanu-Tourismus in den letzten Jahren verzehnfacht." Auch thematische Wander- und Radwanderwege würden vorbereitet. Die Industriestandorte Rathenow (Optik) und Premnitz (Chemiefaserwerk) seien durch den Naturpark nicht beeinträchtigt, sagte Platzeck. Bei neuen Anlagen habe man jetzt aber die Chance, umweltschonende Technologien stärker zu berücksichtigen. In Rathenow und Premnitz leben mehr als die Hälfte der insgesamt 78 000 Einwohner im Gebiet des Naturparks.

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