Forschung

Wie ein Fledermaus-Echolot: Ultraschallkamera soll Stürze in Kliniken erkennen

Das Fraunhofer-Institut IPMS hat ein anonymes Sensorsystem für Krankenhäuser und Pflegeheime vorgestellt. Die Funktionsweise ähnelt dem Ortungssystem von Fledermäusen.

OAZ
2 Min
Das Funktionsprinzip der Ultraschallkamera ähnelt dem Echolotsystem von Fledermäusen.

Das Funktionsprinzip der Ultraschallkamera ähnelt dem Echolotsystem von Fledermäusen.

© imago images/Nature Picture Libr

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) haben eine Ultraschallkamera entwickelt, die Stürze von Patienten in Krankenhäusern und Pflegeheimen erkennen soll, ohne dabei Bilder aufzuzeichnen. Das System wurde am Mittwoch auf einer Forschungskonferenz in Cottbus vorgestellt.

Die Kamera arbeitet nach einem Prinzip, das dem Ortungssystem einer Fledermaus ähnelt. Mikroskopische Chips, die kleiner als eine Ein-Cent-Münze sind, senden nicht hörbaren Schall in die Umgebung und erfassen die Echos von Objekten und Personen. Dies erklärte Sandro Koch, Leiter des IPMS-Bereichs für akustische Sensoren und Systeme, dem rbb.

Die Technik befindet sich in einer kleinen Box. Auf einem angeschlossenen Monitor erscheinen die erfassten Gegenstände als sogenannte Punktwolken – schemenhafte dunkle Flecken ohne klare Umrisse. Damit sollen Bewegungen im Raum registriert werden, ohne die Privatsphäre der Patienten zu verletzen. „Stellen Sie sich vor, Sie haben eine sturzgefährdete Person, die sich nachts bewegt“, sagte Koch. „Eine Kamera können Sie in diesem sensiblen Umfeld nicht einsetzen. Da brauchen Sie anonyme Systeme.“ Das System nehme keine direkten Bilder auf, sondern erfasse lediglich Bewegungen und Objekte im Raum.

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Die Bestandteile der Ultraschallkamera werden nach Angaben des Forschungsteams in Dresden produziert. An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) wird untersucht, wie die Schallwellen am besten funktionieren. Bisher handelt es sich bei den Mikrochips um Prototypen. Um in die Serienproduktion zu gehen und das System in Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu bringen, sucht das Team auf der Forschungskonferenz nach Partnern aus der Industrie.

Das Fraunhofer-Institut sei eine Brücke zwischen der Grundlagenforschung an der Universität und der Industrie, sagte Christine Ruffert von der BTU, die ebenfalls im Bereich Mikro- und Nanosysteme arbeitet, dem rbb. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erfolge oft nicht automatisch. Die Konferenz in Cottbus solle diese Lücke schließen.

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