Nach mehr als zwei Jahrzehnten bürgerschaftlichen Engagements und einer rund fünf Millionen Euro teuren Sanierung wird die Alte Plauer Brücke in Brandenburg an der Havel am 30. März feierlich wiedereröffnet. Die rund 130 Meter lange Stahlfachwerkbrücke aus den Jahren 1903/1904 war seit Oktober 2020 vollständig gesperrt und drohte zu verfallen.
Die Geschichte der Rettung begann bereits Anfang der 2000er-Jahre: Als 2002 in unmittelbarer Nähe eine neue Havelbrücke errichtet wurde, verlor die historische Jugendstilbrücke ihre Funktion für den Autoverkehr. Fortan durften nur noch Radfahrer und Fußgänger das Bauwerk passieren – eine Instandhaltung fand kaum noch statt. Der Verfall setzte ein.
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Die Bewohner des Ortsteils Plaue wollten sich damit jedoch nicht abfinden. Die Brücke zählt zu den letzten erhaltenen Stahlfachwerkbrücken aus der Vorkriegszeit im Land Brandenburg und gilt aufgrund ihrer Jugendstilgestaltung als wichtiges Baudenkmal. Eine Bürgerinitiative formierte sich, um die Sanierung voranzutreiben. Ortsvorsteher Udo Geiseler schilderte gegenüber dem rbb, wie schwierig der Weg war: „Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung hat mir anfangs gesagt: Das schafft ihr nie! Doch wir haben es geschafft.“ Die Finanzierung der Sanierung wurde schließlich aus Fördergeldern und Spenden zusammengetragen.
Krummer Träger erzählt Ein Stück Geschichte
Ein besonderes Detail der Brücke fällt Besuchern sofort ins Auge: In der Mitte des Bauwerks ist ein Stahlträger auffällig verdreht. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Baumangel, sondern um ein bewusstes Zeichen der Erinnerung. Der Träger wurde bei der Sprengung der Brücke durch die Wehrmacht im Mai 1945 beschädigt. Bei der anschließenden Wiederherstellung nach Kriegsende wurde er absichtlich nicht gerichtet – bis heute erinnert er an die Zerstörung.
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Noch ist die Sanierung nicht vollständig abgeschlossen: Von den insgesamt 60 historischen Jugendstil-Geländerelementen konnten bislang erst elf montiert werden. Wie Hartmut Logermann von der Bürgerinitiative erklärte, kostet jedes einzelne Element rund 10.000 Euro. Weitere Geländer sollen folgen, sobald die entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen. Die Nutzung der Brücke wird dadurch laut den Verantwortlichen nicht eingeschränkt.
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