Feuerwehreinsatz

Windrad bei Crostwitz steht mitten in der Nacht in Flammen – Feuerwehr machtlos

Brennende Trümmerteile stürzen von einer Windkraftanlage bei Bautzen herab. Die Feuerwehr kann den Brand nicht löschen.

3 Min
Brennende Gondel: Am Montagmorgen stand ein Windrad in der Lausitz in Flammen.

Brennende Gondel: Am Montagmorgen stand ein Windrad in der Lausitz in Flammen.

© xcitepress/Brlau

In der Nacht zum Montag ist an der Ortsverbindung zwischen Crostwitz und Sibnitz im Landkreis Bautzen ein Windrad in Brand geraten. Die Gondel – der Maschinenraum an der Spitze der Anlage – stand gegen 0.45 Uhr in voller Ausdehnung in Flammen. Die Feuerwehr konnte das Feuer aufgrund der extremen Höhe nicht löschen, wie die Sächsische Zeitung und xcitepress übereinstimmend berichten. Die Anlage musste kontrolliert ausbrennen.

Die Feuerwehr Crostwitz sowie mehrere umliegende Wehren wurden mit dem Einsatzstichwort „Brand 1 – brennt Windrad“ alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war ein Feuerschein aus größerer Entfernung sichtbar, berichtet ein Reporter vor Ort. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die Lage: Die Gondel brannte lichterloh.

Mehrere Feuerwehren aus dem Umkreis im Einsatz: Die Flammen in der Gondel konnten aber nicht gelöscht werden.

Mehrere Feuerwehren aus dem Umkreis im Einsatz: Die Flammen in der Gondel konnten aber nicht gelöscht werden.

© xcitepress/Brlau

Brennende Trümmer verursachen Brandstellen am Boden

Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr waren mehrere brennende Trümmerteile vom Windrad herabgestürzt. Diese verursachten am Boden zusätzliche Brandstellen, die von den Einsatzkräften umgehend lokalisiert und gelöscht werden mussten. Die Feuerwehr sperrte den Gefahrenbereich weiträumig ab, um sowohl Einsatzkräfte als auch Anwohner vor herabfallenden, teils glühenden Bauteilen zu schützen.

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Parallel richteten die Wehren eine kontinuierliche Brandwache ein, um auf weitere herabstürzende Teile sofort reagieren zu können. Die Maßnahmen beschränkten sich auf die Kontrolle des Feuers und die Verhinderung einer Ausbreitung im Umfeld der Anlage. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden. Auch nach Abschluss der aktiven Löscharbeiten blieb eine Wache vor Ort, um mögliche Glutnester zu überwachen.

Auf OAZ-Anfrage teilt ein Polizeisprecher der Polizeidirektion Görlitz mit, dass man derzeit von einem technischen Defekt ausgehe. Dennoch werden Ermittler vor Ort einer möglichen Brandursache nachgehen. Das Windrad sei 25 Jahre alt und nicht in Betrieb gewesen, so der Sprecher weiter. Da es wirtschaftlich abgeschrieben ist und abgerissen werden sollte, könne die Schadenssumme derzeit nicht konkret beziffert werden.

Wiederholt Zwischenfälle mit Windkraftanlagen

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Zwischenfällen mit Windrädern in Sachsen ein. Bereits 2020 brannte unweit der Autobahn 14 bei Großweitzschen im Kreis Mittelsachsen eine Windkraftanlage – auch damals konnte die Feuerwehr den Brandherd in großer Höhe nicht erreichen, die Anlage musste ebenfalls kontrolliert ausbrennen, wie die Sächsische Zeitung berichtet.

Im Oktober 2025 schleuderten bei einem Windrad in Sohland im Kreis Görlitz während des laufenden Betriebs Teile eines Rotorflügels ab. Kurz nach Weihnachten 2024 knickte bei Leisnig in Mittelsachsen eine 65 Meter hohe Anlage in etwa 15 Metern Höhe ab und stürzte um.

Die Vorfälle verdeutlichen ein grundsätzliches Problem bei Bränden an Windkraftanlagen: Da sich die Gondeln in Höhen von oft mehr als 100 Metern befinden, reichen herkömmliche Löschmittel der Feuerwehr nicht aus. Den Einsatzkräften bleibt in solchen Fällen nur die Möglichkeit, den Bereich abzusperren, Bodenbrände zu bekämpfen und die Anlage kontrolliert abbrennen zu lassen.

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