Fahrradunfall

Windstoß verweht Sonnenhut – Radfahrerin in Greußen schwer verletzt

Ein harmloser Windstoß wurde für eine Radfahrerin in Thüringen zum Verhängnis: Beim Versuch, ihren Sonnenhut zu retten, kam es zu einem schweren Unfall.

2 Min
Im Einsatz: ein Hubschrauber der DRF Luftrettung

Im Einsatz: ein Hubschrauber der DRF Luftrettung

© Bodo Schackow

Ein Windstoß und ein weggewehter Sonnenhut haben im thüringischen Greußen zu einem schweren Fahrradunfall geführt. Eine 55 Jahre alte Frau kam am 30. Juli in der Lindenstraße zu Fall und erlitt schwere Verletzungen.

Nach Angaben der Landespolizeiinspektion Nordhausen wurde der Sonnenhut der Radfahrerin plötzlich vom Wind erfasst und von ihrem Kopf geweht. Als die Frau nach der fallenden Kopfbedeckung griff, geriet ihr Fahrrad ins Schleudern, sie verlor die Kontrolle, touchierte einen Bordstein – und stürzte.

Wegen der Schwere ihrer Verletzungen wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Er brachte die 55-Jährige zur weiteren Behandlung in eine Klinik. Zur Art ihrer Verletzungen und zu ihrem Gesundheitszustand veröffentlichte die Polizei zunächst keine weiteren Einzelheiten.

Thüringen verzeichnet neuen Juli-Hitzerekord

Der Unfall ereignete sich an einem außergewöhnlich heißen Tag. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden am 30. Juli in Artern im Kyffhäuserkreis 39,7 Grad Celsius gemessen. Damit wurde der bisherige Thüringer Juli-Rekord übertroffen: Dieser hatte seit 1957 bei 39,3 Grad gelegen und war in Bad Blankenburg registriert worden.

Die extreme Hitze prägte die Wetterlage in weiten Teilen Thüringens. Der Unfallort Greußen liegt ebenfalls im Kyffhäuserkreis, in dem sich auch die Wetterstation Artern befindet. Die Rekordmessung verdeutlicht damit die außergewöhnlichen Bedingungen in der Region am Tag des Unfalls.

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Windsprung in Mitteldeutschland

Für den Nachmittag und Abend des 30. Juli hatte der Deutsche Wetterdienst auch für die Mitte und den Norden Thüringens vor schweren Gewittern gewarnt. Der angekündigte Wetterumschwung trat zumindest überregional ein. Nach einem Bericht des MDR erreichte am Donnerstagabend ein sogenannter Windsprung Mitteldeutschland. Dabei drehte der Wind auf West bis Nordwest, örtlich traten schwere Sturmböen auf und die Temperaturen sanken innerhalb kurzer Zeit deutlich.

Auch für den 31. Juli waren in Thüringen weitere kräftige Gewitter mit örtlichem Starkregen, Hagel und Sturmböen angekündigt. In der folgenden Nacht wurden in Teilen Thüringens tatsächlich schauerartige und teils gewittrige Niederschläge registriert; für die Region Mitte-Nord bestand noch am frühen 1. August eine konkrete Gewitterwarnung.

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