Wintereinbruch

Winter schon vor Sankt Martin? An diesem Novembertag soll die Polarluft über Deutschland herfallen

Wintereinbruch vor Sankt Martin: Laut Wettermodell ECMWF strömt um den 10. November Polarluft nach Deutschland. Bis minus 10 Grad und Dauerfrost.

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Raureif auf den letzten Rosen: Laut europäischem Wettermodell könnte um den 10. November eisige Polarluft aus Nordosten nach Deutschland strömen. Nachts wären dann bis zu minus 10 Grad möglich. (Symbolbild)

Raureif auf den letzten Rosen: Laut europäischem Wettermodell könnte um den 10. November eisige Polarluft aus Nordosten nach Deutschland strömen. Nachts wären dann bis zu minus 10 Grad möglich. (Symbolbild)

© IMAGO/Thomas Jäger

Von der Ostsee bis in die Mittelgebirge könnte Deutschland um den 10. November in eisige Polarluft rutschen. Nachts wären vor allem im Osten bis minus 10 Grad drin, auf den Bergen sogar Dauerfrost. Ob der Deutsche Wetterdienst dann Frostwarnungen ausgibt, entscheidet sich in den Tagen davor.

Polarluft aus Nordosten: Das zeigt das Wettermodell

Der neueste Hauptlauf des europäischen Wettermodells ECMWF baut um den 11. November ein kräftiges Hoch über der Nordsee auf. Über der Ostsee sitzt gleichzeitig ein Tief.

Dazwischen strömt eiskalte Festlandsluft aus Nordosten direkt nach Deutschland. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net spricht in seiner Wetter-Kolumne von einem „waschechten Wintereinbruch“, noch vor dem Martinstag.

Zehn Grad zu kalt: Die Zahl hinter dem Kälteschock

In rund 1500 Metern Höhe rechnet das Modell mit minus 6 bis minus 10 Grad, im Osten mit noch etwas mehr. Normal wären dort um diese Jahreszeit Werte um null Grad.

Unter dem Hoch klart es nachts auf. Dann stürzen die Temperaturen ab: minus 5 bis minus 10 Grad vor allem im Osten und in den Mittelgebirgen, auf den Gipfeln bleibt es auch tagsüber frostig.

Schnee im November? Nur mit viel Glück

Kälte bringt das Hoch. Schnee bringt es kaum. Hochdruck sorgt meist für trockene, klare Luft.

Flocken gäbe es am ehesten an der Ostsee und dort, wo kleine Störungen am Rand des Hochs entlangziehen. Wie es mit dem Wetter bis dahin weitergeht, steht in unserem aktuellen Wetterbericht.

Noch zwei Wochen hin: Warum das Signal trotzdem zählt

So weit im Voraus springen die Modelle gern hin und her. „Ein einzelner Lauf ist noch keine Wetterlage“, schreibt Jung selbst.

Doch die Kältelösung ist kein Einzelfall. Seit Tagen taucht sie in den Berechnungen immer wieder auf, auffällig oft rund um den 10. November, mal kräftiger, mal schwächer. „Wenn ein Signal so hartnäckig zurückkommt, sollte man es ernst nehmen“, so der Meteorologe.

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Polarwirbel wackelt: Kommt danach noch mehr Kälte?

Zusätzlich schaut die Wetterwelt auf den Polarwirbel hoch über der Arktis. Anfang November könnte er ein Major Warming erleben, eine plötzliche Erwärmung in der Stratosphäre. Blockaden über Nordeuropa wie die jetzt berechnete schütteln ihn laut Jung zusätzlich durch.

Kommt das Major Warming, könnte die nächste Kältewelle noch heftiger ausfallen. Ein Automatismus ist das nicht, betont der Deutsche Wetterdienst. Wenn die Störung doch durchschlägt, erreicht sie den Boden erst nach zehn bis 15 Tagen.

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