Vor dem Roten Rathaus wurde es laut und bunt. „Her mit den Wohnungen! Runter mit den Mieten!“ Unter diesem Motto stand die große Demonstration des Bündnisses gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, an der am Sonnabend mehrere tausend Menschen kamen. Zubringer-Demos führten nach Mitte zur Auftaktkundgebung. Doch die Zahl der Teilnehmer war geringer als erwartet.
Auf Transparenten wurde gefordert, große Wohnungsbauunternehmen zu enteignen. „Wir haben Eure Mietabzocke satt“, hieß es. Der Berliner Mieterverein und die Berliner Mietergemeinschaft waren ebenso präsent wie lokale Gruppen wie „Pankow gegen Verdrängung“, von der Weberwiese oder aus der Siedlung am Steinberg in Tegel.
Rednerinnen und Redner forderten bezahlbare Wohnungen in Berlin oder riefen zum Mietstreik auf. Eigenbedarfskündigungen sollten verboten werden. Zwischendurch wurde gesungen. Beispiele aus dem Text: „Die Häuser den Menschen, die darin wohnen. Wohnen ist ein Menschenrecht. Häuser besitzen darf sich nicht mehr lohnen.“
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Die Politik hat versagt, hieß es. „Sie hat das Treiben der Konzerne und Vermieter:innen seit Jahrzehnten aktiv unterstützt, und wir müssen es ausbaden“, heißt es im Demo-Aufruf. „Der Ärger und die Wut müssen raus, alleine ist das nicht auszuhalten.“
Protest gegen Verdrängung und hohe Mieten: Das Rote Rathaus war am Sonnabendmittag Kulisse der Auftaktkundgebung.
© Peter Neumann/Berliner Zeitung
Von den fast vier Millionen Berlinerinnen und Berlinern wohnen 3,2 Millionen in Mietwohnungen, rief eine Rednerin in Erinnerung. Sie forderte einen bundesweiten Mietendeckel. „Ihr seid nicht allein, wir sind viele“, so eine andere Frau auf dem Podium.
„Eine private Neubauwohnung kostet in Berlin im Schnitt 20 Euro pro Quadratmeter. Das können sich nur noch die oberen fünf Prozent der Bevölkerung leisten“, teilte Kim Meyer vom Bündnis mit. Obendrein würden die extremen Neubaumieten langfristig den Mietspiegel heben.
Der Veranstalter hatte mit rund 20.000 Teilnehmern gerechnet. Allerdings war die Resonanz deutlich geringer. Das Bündnis sprach am Nachmittag von 11.000 Demonstranten. Zuvor war die Zahl auf eine vierstellige Summe geschätzt worden.
Die nächste Demonstration zum Thema ist bereits in Sicht. Am 10. September um 9 Uhr soll gegen Abriss von Wohnraum protestiert werden – wieder vor dem Roten Rathaus. (mit dpa)
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