Der Bezirk wartet auf eine Senatsentscheidung zum GutHELLERSDORF. Bernd Mahlke will sich nicht länger hinhalten lassen. Seit nunmehr acht Monaten wartet der SPD-Baustadtrat darauf, daß die Senatsfinanzverwaltung endlich eine Ausschreibung für das Gut Hellersdorf auf den Weg bringt. Diese ist die Voraussetzung, daß in das rund sieben Hektar große Gelände an der Hellersdorfer Straße investiert und die maroden Gebäude saniert werden können.Konzept existiert bereitsSeit Jahren sucht der Bezirk händeringend einen Investor, der das ehemalige Berliner Stadtgut wieder auf Vordermann bringt. Ein Konzept, wie das aussehen soll, existiert in Hellersdorf bereits seit zwei Jahren. Das Ensemble aus alten Stallgebäuden und Scheunen aus dem vorigen Jahrhundert, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen, könnte für Gewerbe, aber auch für Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Diskotheken und Gaststätten genutzt werden. "Möglich wäre auch, auf einem Teil des Geländes Wohnungen zu errichten", sagt Mahlke. Dafür sei das Guts-Areal sowohl wegen seiner zentralen Lage als auch wegen des vielen Grüns gut geeignet.Für diese Ideen hatte sich zunächst die Landesbank Berlin (LBB) erwärmt. Anfang 1998 war die LBB wieder abgesprungen. Wegen der hohen Investitionskosten, aber auch, weil mit der Finanzverwaltung keine Verkaufsverhandlungen zustande kamen, so Mahlke. Daraufhin hatte der Bezirk den Senat aufgefordert, das landeseigene Gut auszuschreiben. Dies wurde im September 1998 zugesichert. "Seitdem werden wir immer wieder vertröstet", sagt Mahlke. Getan hat sich nichts. Hellersdorfs Dezernent für ökologische Stadtentwicklung, Heinrich Niemann (PDS), spricht gar von einer "Blockadehaltung" des Senats. Er habe den Eindruck, so Niemann, daß das Land "nicht willens sei, hier aktiv zu werden". Der Stadtrat verweist auf Interessenten, die bei ihm wegen des Gutes nachgefragt hätten und von ihm an die Finanzverwaltung verwiesen wurden. "Die haben von dort nie eine schlüssige Antwort erhalten."Nach Beratungen im Bezirksamt wurde deshalb beschlossen, Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) aufzufordern, in der Guts-Angelegenheit aktiv zu werden. Baustadtrat Mahlke will endlich eine Antwort, wie es mit dem Gutskomplex, dessen Gebäude immer mehr verfallen, weitergeht. Der Bezirk wäre bereit, sich selbst um eine Entwicklung des Geländes zu bemühen und auf Investorensuche zu gehen, versichert Mahlke. Dem müßte aber der Senat zustimmen. Auch Niemann drängt auf Tempo: "Es geht darum, eines der wenigen alten Landgüter, die es in Berlin noch gibt, zu bewahren." Von der Senatsfinanzverwaltung war dazu gestern keine Stellungnahme zu erhalten.
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