Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen im August stand für die Bundesregierung der mutmaßliche Drahtzieher schnell fest: Russland.
Was folgte, waren diplomatische Verstimmungen, gegenseitige Beschuldigungen und die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin sowie aller Goethe-Institute in Russland. Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) machten Russland am Dienstag offiziell für den Anschlagsversuch am Flughafen Halle/ Leipzig verantwortlich.
Während die Position der Bundesregierung von allen Medien aufgegriffen wurde, ist über den russischen Standpunkt bislang wenig bekannt. Nun äußerte sich Sergej Netschajew, Russlands Botschafter in Berlin, in einem ausführlichen Gespräch mit Podcaster Ben Berndt zu dem Vorfall und legte dabei die russische Sichtweise dar. Als Ostmedium hat die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung Teile des Gesprächs vorab exklusiv erhalten. Auch die Welt, als Westmedium, hat im Vorfeld berichtet.
„Schlechte Beziehungen brachten unseren beiden Völkern Katastrophen und Tragödien. Schluss damit.“
Im Gespräch mit Ben Berndt zeigte sich Netschajew angesichts der jüngsten Entwicklungen sehr besorgt. „Wir brauchen Freundschaft mit Russland, gute Beziehungen mit Russland, Vertrauen mit Russland. Das brachte dem deutschen Volke immer positive Ergebnisse und positive Entwicklungen. Schlechte Beziehungen brachten unseren beiden Völkern Katastrophen und Tragödien. Schluss damit.“
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Russland hatte die Bundesregierung scharf reagiert. Neben der angekündigten Schließung des letzten verbleibenden Generalkonsulats in Bonn hat die deutsche Seite auch das bilaterale Rahmen- und Liegenschaftsabkommen von 2011 einseitig aufgekündigt. Der Vertrag regelt unter anderem den Betrieb und rechtlichen Status des Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin sowie des Goethe-Instituts in Russland. Zuletzt hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow angekündigt, dass man ebenfalls die Verträge mit allen drei verbleibenden Goethe-Instituten in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk aufkündigen werde. „Die Maßnahmen, die […] angeblich anlässlich dieses Vorfalls [eingeführt sind] — die sind drastisch und enorm streng. […] Was wir, ich würde sagen, nach dem Weltkrieg noch nie gehabt haben“, so Netschajew.
Allerdings bekräftigt der Botschafter auch: „Wir wollen kein Krieg mit Deutschland.“
Das Gespräch wurde in Köln geführt und dauerte gut eine Stunde.
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Die aktuelle Folge „{ungeskriptet} by Ben“ ist ab Samstag auf YouTube, Spotify und allen gängigen Plattformen verfügbar.
Hinweis der Redaktion: Der Verleger der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung und der Berliner Zeitung, Holger Friedrich, war zuvor selbst Gast in dem Podcast, ebenso die Politikressortleiterin der Berliner Zeitung.
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