Der Gründer des Mauer-Museums am Checkpoint Charlie, Rainer Hildebrandt, darf nicht auf einem Friedhof an der Wilsnacker Straße in Alt-Moabit beerdigt werden. Eine entsprechende Bitte der Witwe Alexandra Hildebrandt wurde von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) nun abgelehnt. Der Grund: Bei dem Friedhof handelt es sich um ein Massengrab aus dem Jahr 1945, er ist seitdem geschlossen.Dort liegt auch der Widerstandskämpfer Albrecht Haushofer begraben, mit dem Hildebrandt als junger Mann befreundet war und den er sehr bewunderte. Vor seinem Tod äußerte Hildebrandt den Wunsch, neben Haushofer beerdigt zu werden. "Warum kann man ihm diese Bitte nicht erfüllen, es wäre auch nur ein Urnengrab", sagte Alexandra Hildebrandt am Dienstag. Doch die Senatsverwaltung verweist auf die Gesetzeslage. Zum einen wurde der Friedhof schon im Jahr 1945 wieder geschlossen. Die Ruhe der Toten ist seitdem gesetzlich geschützt. Wenn man nun ein Grab erweitern wolle, müsse man eine Genehmigung einholen, sagte Strieders Sprecherin Petra Reetz. "Aber bei wem?" Außerdem sei auch Haushofer in diesem Massengrab beerdigt. Den Grabstein habe man aufgestellt, ohne dessen exakte Grabstätte zu kennen.Alexandra Hildebrandt will dies nicht akzeptieren. Im Mai 1945 habe Heinz Haushofer seinen Bruder erschossen aufgefunden und auf dem Friedhof beerdigt. "Er hat ihn doch nicht in das Massengrab geworfen", sagte Alexandra Hildebrandt. Sie will sich nun an den Bundeskanzler wenden.Wegen des Streits um die Grabstelle ist auch der Zeitpunkt für die Trauerfeier weiter offen. Hildebrandt war am 9. Januar im Alter von 89 Jahren gestorben. (cri.)
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