Als Reaktion auf Überlegungen der US-Regierung, der Ukraine Tomahawk-Marschflugkörper zu liefern, hat Russlands Präsident Wladimir Putin vor einer neuen Eskalationsstufe im Ukrainekrieg gewarnt. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass sagte der Kremlchef kürzlich, eine solche Lieferung würde „die Beziehungen zwischen den USA und Russland zerstören oder zumindest die kürzlich entstandene positive Entwicklung aufhalten“. Weiter sprach er demnach von einer möglichen „qualitativ neuen Stufe der Eskalation“.
Zugleich betonte Putin in einem Videoclip, der am Sonntag vom russischen Journalisten Pawel Zarubin auf Telegram veröffentlicht wurde, dass sich durch eine Tomahawk-Lieferung das Kräfteverhältnis an der Front nicht wesentlich ändern würde. Er fügte hinzu, dass die Tomahawks Russland zwar Schaden zufügen könnten, man sie jedoch einfach abschießen könne und dadurch die eigene Luftverteidigung weiter verbessern werde.
Tomahawk-Marschflugkörper könnten mit ihrer Reichweite von rund 2500 Kilometern zusätzliche Ziele innerhalb Russlands für die ukrainische Armee erschließen. Mit Waffen dieses Typs wären die Streitkräfte somit in der Lage, tief in russisches Gebiet vorzustoßen – einschließlich bis nach Moskau, was bislang nur mit Drohnen möglich ist.
US-Vizepräsident JD Vance hatte am 28. September bestätigt, dass Washington erwäge, Tomahawk-Marschflugkörper an andere Nato-Staaten zu liefern, um sie anschließend an die Ukraine weiterzugeben. Die endgültige Entscheidung darüber werde US-Präsident Donald Trump treffen. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass die USA Medienberichten zufolge künftig Geheimdienstinformationen mit der Ukraine teilen wollen, die Angriffe aufs russische Landesinnere zusätzlich erleichtern würden.
Peskow: Moskau wird „angemessen“ auf Tomahawk-Lieferung reagieren
Trump hatte zuletzt erklärt, er sei enttäuscht von Putin, weil dieser keinen Frieden geschlossen habe. Er bezeichnete Russland als „Papiertiger“, da es Moskau bislang nicht gelungen sei, die Ukraine zu besiegen. Putin konterte vergangene Woche mit der Frage, ob nicht vielmehr die Nato der „Papiertiger“ sei, weil sie den russischen Vormarsch nicht habe aufhalten können.
Die russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuletzt Kremlsprecher Dmitri Peskow mit seiner Ankündigung zitiert, wonach Moskau „angemessen“ reagieren werde, falls Washington nun Kiew tatsächlich Tomahawk-Raketen liefern sollte. Das ukrainische Nachrichtenportal RBC berichtete, das Kremlbüro sehe Berichte über mögliche Lieferungen als Teil einer Gesamtkampagne und werde prüfen, ob beim Einsatz der Waffen auch amerikanische Kräfte beteiligt sein würden.
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